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Ruhrpott Liebe: Zwei Herzen, Eine Stadt

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In German - write a story about a gay married couple living in Oberhausen consisting of Alex, 31 and Leon, 28. Alex is normal sized and slightly chubby and has a girthy dick and Leon is small and slightly chubby and has a curved dick. Alex prefers to power bottom by riding Leons dick but they both like either person to be the top

Chapter 12: Chapter 12

Die Stille in der Küche hielt für mehrere Atemzüge. Simon spürte Alex‘ Berührung noch auf seiner Schulter wie einen warmen Abdruck. Dann brach sie ab und die große Müdigkeit, die er mitgebracht hatte, füllte den Raum vollständig aus. Er stand auf, ging in sein Zimmer und schloss die Tür. Sein Handy lag auf dem Bett wie ein schwarzer Fleck.

Er schaltete es ein. Zwei Meldungen.

Finn (18): Kein Stress. Aber meld dich. War stabil.

Unbekannte Nummer: Hey, bist du das auf Tinder? Hier ist Lina. Sandra hat mir deine Nummer gegeben. Sie sagt, du seist süß, aber bisschen kompliziert. Ich mag kompliziert.

Simon starrte auf die zweite Nachricht. Sandra. Die musste eine Freundin von Selina sein. Ein Gefühl von Aufbruch, aber diesmal ohne den lauten Lärm, durchzog ihn. Er antwortete zuerst Finn.

Simon (18): Jo. War auch stabil. Donnerstag geht klar. Muss nur früher weg, Abendessen mit Alex und Leon.

Dann tippte er Lina an. Der Satz fiel ihm schwerer.

Simon (18): Hey. Ja, das bin ich. Und ja, wahrscheinlich kompliziert. Sandra übertreibt aber auch gern. Wie geht‘s dir?

Die Antwort kam schnell.

Lina (19): Mir geht's gut. Langweilig gerade. Hast du Lust, bisschen zu schreiben? Oder direkt was zu machen? Ich hasse dieses ewige Hin und Her.

Ihre Direktheit war erfrischend. Es war kein Spiel. Es war eine Einladung.

Simon (18): Schreiben geht klar. Was machst du so, außer Leute als kompliziert bezeichnen?

Lina (19): Studiere was mit Medien. Fotografiere gern. Wohne noch bei meinen Eltern, die sind aber selten da. Und du?

Das Gespräch verlief anders. Es war ein Ping-Pong aus Fakten, nicht aus anzüglichen Andeutungen. Sie schickte ein Foto von einer verlassener Fabrik, die sie abgelichtet hatte. Das Bild war melancholisch und schön. Simon erzählte von seiner Lehre, von Alex und Leon, verschwieg alles andere. Sie schrieb: „Klingt nach einem sicheren Hafen. Das ist was wert.“

Am Donnerstag fuhr er nach der Schule zu Finn. Die vertraute Enge des Zimmers engte ihn diesmal ein. Finn war konzentriert, fast geschäftsmäßig. „Rücken gegen die Wand,“ sagte er, nachdem die Tür ins Schloss gefallen war. Es gab kein Zocken mehr. Simon gehorchte, spürte die kühle Tapete durch sein Shirt. Finn knöpfte Simons Hose auf, zog sie samt Boxershorts hinunter.

„Hab Bock auf was Anderes heute,“ murmelte Finn und ließ sich vor ihm auf die Knie fallen. Sein Mund umschloss Simons Schwanz, der schon halb steif war. Er saugte hart, benutzte seine Zunge ruckartig. Es war kein Genuss, es war ein Akt der Entnahme. Seine Hand fummelte an Simons eigenen Hosenknopf, schob sich dann von hinten, über den Ansatz seines Arsch, zwischen seine Backen.

„Du bist schon ganz weich da,“ stellte Finn fest, seinen nassen Finger gegen Simons Loch drückend. „Denkst die ganze Woche dran, was?“

Simon stöhnte, weil es stimmte. Der gedankenlose Druck, die Invasion, war zu einem vertrauten Reflex geworden. Finn stand auf, drehte ihn grob um, drückte ihn mit dem Gesicht gegen die Wand. Er spuckte in seine Hand, schmierte sich und seinen bereits steifen Schwanz damit ein. Die Vorbereitung war abgehakt.

„Jetzt,“ sagte Finn und stieß zu.

Es war trocken, reibend, ein brennendes Aufschlitzen. Simon schrie auf, die Hände flach gegen die Tapete gedrückt. Finn hielt nicht inne. Er packte Simons Hüften, zog ihn auf seinen eigenen, stoßenden Schwanz zurück. Der Rhythmus war brutal, ein unerbittliches Hämmern.

„Nimm das, du geiles Stück,“ keuchte Finn hinter ihm. Seine Worte waren Rohrzange, die etwas in Simon zerdrückte. „Ist das besser als bei deinen Mädels? Sag‘s mir.“

Simon konnte nicht antworten. Die Tränen schossen ihm in die Augen, eine Mischung aus Schmerz und einer perversen Erfüllung. Er kam, heftig, sein Sperma spritzte gegen die schmutzig-weiße Wand, als Finns letzte, tiefe Stöße ihm die Luft aus dem Leib pressten. Sie blieben so stehen, verbunden, atmend.

Später, unter der Dusche, sagte Finn: „Nächste Woche?“

Simon nickte stumm. Sein Körper war eine leere Hülle, protokolliert und geleert.

Am Samstag schrieb Lina.

Lina (19): Meine Eltern sind in Düsseldorf übers Wochenende. Die Wohnung ist riesig und leer. Hast du Bock auf Pizza und einen Film?

Es klang nach mehr. Es klang auch nach weniger. Er sagte zu.

Ihre Wohnung war hell und aufgeräumt, roch nach Zitrone und frischer Wäsche. Lina war kleiner als er, mit dunklem, kurz geschnittenem Haar und ruhigen Augen. Sie trugen die Pizza in ihr Zimmer, aßen vom Boden, sahen einen alten Sci-Fi-Film. Sie redeten. Über alles. Sie erzählte von ihrem schwierigen Verhältnis zur Mutter. Er erzählte vom Tod seiner Eltern, vom Umzug, von der bleiernen Unsicherheit, die ihn seitdem verfolgte.

„Du suchst nach was,“ sagte sie irgendwann, lehnte sich gegen ihr Bett. „Das spürt man.“

„Suchst du nicht?“

Sie zuckte mit den Schultern. „Ich versuche, Dinge zu finden, nicht zu suchen. Das ist ein Unterschied.“

Irgendwann, als der Film zu Ende war, kam sie näher. Ihr Kuss war sanft, fragend. Ihre Hand strich über seine Wange. „Du musst gar nichts,“ flüsterte sie.

Das war der Auslöser. Er wollte etwas. Er zog sie an sich, küsste sie härter. Seine Hände fanden unter ihrem Shirt ihren weichen Bauch, dann ihre kleinen, festen Brüste. Sie stöhnte leise, half ihm, ihr Shirt auszuziehen. Ihre Haut war warm. Sie legten sich auf das Bett, ein Gewirr aus Armen und Beinen.

Es verlief anders. Langsamer. Sie führte seine Hand zu ihrer Jeans, und er knöpfte sie auf, schob sie hinunter. Sie trug schwarze Spitze. Er streichelte sie über den Stoff, spürte die Wärme und Feuchtigkeit darunter. Sie zog auch seine Hose aus, berührte seinen Schwanz, der hart und bereit war.

„Okay?“ fragte sie.

„Ja.“

Sie positionierte sich über ihm, senkte sich langsam. Ihre Enge war anders. Sie umschloss ihn weich, warm, nachgiebig. Sie bewegte sich mit einem leisen Stöhnen, ihre Augen geschlossen, ihr Gesicht eine Maske tiefer Konzentration. Simon griff nach ihren Hüften, half ihr, fand einen Rhythmus, der kein Kampf war. Es war ein gemeinsames Treiben. Sie kam zuerst, mit einem erstickten Aufschrei, ihr Körper zitternd um ihn herum. Erst dann erlaubte er sich, loszulassen, spürte, wie seine eigene Spannung in einer Welle der Wärme abfloss, tief in ihr.

Sie blieben verschlungen liegen. Keiner sprach. Ihre Atemzüge beruhigten sich gemeinsam.

Die zweite Nacht bei ihr, Sonntag, war lauter. Die Hemmungen waren weg. Sie ritt ihn wieder, aber diesmal schneller, ihren Rücken gebogen. „Fick mich, Simon,“ flüsterte sie, und er drehte sie um, drang von hinten in sie ein. Seine Hände hielten ihre Hüften umklammert, sein Schlag tempo war fordernd. Ihr Bett schlug gegen die Wand. Es war nicht brutaler als bei Finn, aber es war gemeinsam. Als sie beide kamen, war es mit ineinander verschlungenen Händen.

Die Montage danach waren zwei parallele Leben. Bei Finn war es reiner, roher Trieb, eine körperliche Bestätigung einer dunklen Anziehung, die mit Scham und Schmerz verwoben war. Bei Lina war es Neugier, Zärtlichkeit und die Suche nach einer Normalität, die vielleicht existierte.

Finn (18): Komm heute. Meine Fresse, ich hab so Bock. Ich will deinen Arsch wieder vollspritzen.

Lina (19): Hast du Lust, heute Abend zu telefonieren? Mir fehlt deine Stimme.

Er sagte beiden zu. An verschiedenen Tagen. Zu verschiedenen Teilen von sich selbst. Das Labyrinth, von dem Alex gesprochen hatte, hatte keine Wände mehr. Es war ein offenes Feld mit zwei weit auseinanderliegenden Zielen, und Simon rannte dazwischen hin und her, immer schneller, bis die Landschaft zu einem verschwommenen Strich wurde. Seine Antworten in den Chats wurden kürzer. Seine Gegenwart bei Alex und Leon wurde geisterhafter.

Ein Abend Ende April. Simon sollte bei Lina sein. Er stand vor ihrer Tür, konnte aber nicht klingeln. Sein Körper zitterte. Sein Telefon vibrierte. Finn.

Finn (18): Wo bist du? Du solltest hier sein.

Er antwortete nicht. Er lehnte den Kopf gegen Linas Klingelschild und schloss die Augen. Die Bilder überlappten sich: Linas sanftes Stöhnen, Finns verzerrtes Gesicht beim finalen Stoß, die warme Füllung, die kalte Wand, die verschwitzten verschlungenen Körper. Was suchte er? Er fand es bei beiden. Und er fand es bei keinem.

Sein Telefon klingelte. Lina. Er ließ es klingeln, bis die Mailbox einsprang. Ihre Stimme, voller Sorge, klang durch den Lautsprecher.„Simon? Alles okay? Du machst mir etwas Angst.“

Er schaltete das Telefon aus. Die Dunkelheit um ihn war plötzlich absolut. Er drehte sich um und ging langsam nach Hause, in die Stille, die keinem von beiden gehörte.

Er drehte sich um und ging langsam nach Hause, in die Stille, die keinem von beiden gehörte. Die Wochen danach waren eine Art Geistersein. Er ging zur Arbeit, aß mit Alex und Leon, antwortete monosyllabisch auf ihre vorsichtigen Fragen. Sein Telefon sammelte ungeöffnete Nachrichten wie Staub.

Die Entscheidung, als sie endlich kam, war keine Erleuchtung. Sie war eine mathematische Gleichung der Ausschlussverfahren. Er konnte nicht so weiterlaufen. Also musste er eine Richtung wählen. Der Gedanke, sich für immer von einer der beiden Realitäten abzuwenden, löste eine panische Klaustrophobie in ihm aus. Sein Geist, unbeholfen und pragmatisch, fand eine bizarre Lösung: ein letzter Test. Eine finale, bewusste Erfahrung mit jedem, um den Vergleich zu erzwingen. Ein sexuelles Duell, bei dem sein eigener Körper die Arena war.

Er schrieb die Nachrichten am selben Abend, mit kalten Fingern.

An Finn: Donnerstag. Ganzer Nachmittag. Letztes Mal so richtig. Kommst du klar?

An Lina: Freitagabend. Deine Wohnung. Ich muss was mit dir klären. Kannst du?

Die Antworten trafen schnell ein, zwei verschiedene Arten von Bereitschaft.

Finn: Klar. Ich hab was vorbereitet.

Lina: Okay.Ich bin da. Bist du sicher, dass es dir gut geht?

Donnerstag fühlte sich an wie die Vorbereitung auf eine chirurgische Prozedur. Finn öffnete die Tür. Er sah anders aus. Er hatte sich die Haare geschnitten, trug eine neue, eng anliegende Hose. Das Zimmer war aufgeräumt, das Bett frisch bezogen. „Was ist los mit dir?“ fragte Simon. Die Abweichung von der Norm beunruhigte ihn.„Nix. Will einfach, dass es diesmal... intensiv wird.“ Finns Lächeln war nicht warm, es war eifrig. Er schob Simon sofort zur Couch. „Abführen.“

Simon gehorchte, zog seine Kleidung aus. Sein Herz schlug hart gegen seine Rippen. Finn ging zum Schrank, holte eine kleine Flasche Gleitmittel und etwas anderes hervor: einen schmalen, schwarzen Kunststoffdildo. „Damit lockern wir dich erstmal richtig vor,“ sagte Finn, als würde er ein Werkzeug vorstellen. „Will heute richtig tief.“

Die Kälte des Objects war ein Schock. Finn drückte ihn auf die Seite, schob Simons Oberbein hoch. Er benutzte reichlich Gleitgel, aber der Vorgang war mechanisch, eine Dehnübung. Der Dildo glitt ein, größer als alles Bisherige. Simon biss auf seine Unterlippe, ein Schmerz, der an der Grenze zur Lust brannte. Finn bewegte ihn langsam, dehnte ihn mit gezielten, drehenden Bewegungen. „So muss das,“ murmelte Finn. „Mach dich schön weit für mich.“

Nach einer endlosen Minute zog Finn das Objekt mit einem widerlichen, nassen Geräusch heraus. „Jetzt.“

Er positionierte Simon auf allen Vieren auf dem Teppich. Er trat hinter ihn, seine Hände gruben sich in Simons Hüften. Sein eigener Schwanz, dick und schon tropfend, suchte den Eingang. Er fand ihn widerstandslos, gleitete mit einem einzigen, langen Stoß bis zum Anschlag hinein. Simon stieß einen erstickten Schrei aus. Die Fülle war monströs, besitzergreifend.

Finn begann sofort ein unerbittliches Tempo. Jeder Aufprall schob Simon über den Teppich. „Ja! So, du Sau!“ keuchte Finn. Seine Hände verließen Simons Hüften, schlangen sich um seine Brust, zogen ihn rückwärts auf den sich einbohrenden Schwanz. „Du gehörst dazu, spürst du das? Dein Arsch schreit doch nach meinem Schwanz!“

Die Worte trafen. Simon wehrte sich nicht. Er ließ zu, dass diese rohe, besitzergreifende Energie ihn überflutete. Sein eigener Schwanz schlug hart und voll zwischen seinen Beinen. Ohne ihn zu berühren, nur durch die brutale Stimulation von innen, kam er. Sein Orgasmus war eine gewaltsame Entleerung, die über den Teppich spritzte. Finn hielt nicht inne. Er fickte ihn durch den Krampf hindurch, bis sein eigenes Stöhnen anschwoll und er sich mit einem triumphierenden Gebrüll in Simons ausgelaugten Körper ergoss.

Später, unter der Dusche, sagte Finn: „Das war der Hammer. So muss es immer sein.“ Er klopfte Simon auf die Schulter, ein Kumpel. Simon fühlte sich ausgebrannt und gebrandmarkt.

Der Kontrast zu Freitag konnte nicht größer sein. Linas Wohnung duftete nach Kerzen und gebackenem Apfel. Sie hatte gekocht. Sie sah seinen Zustand sofort.„Simon. Was ist passiert?“

Er schüttelte den Kopf. „Kann nicht reden. Noch nicht.“ Seine Hände zitterten. Sie führte ihn zum Sofa, setzte sich neben ihn, berührte nicht. Die Stille war sanft.

„Willst du es?“ fragte sie schließlich. Ihre Stimme war klar.

„Ja. Aber... anders. Nicht sanft. Ich brauche... ich weiß nicht.“

Sie studierte sein Gesicht. Dann stand sie auf, zog ihr Kleid über dem Kopf aus. Ihr Körper war blass und aufrecht im Kerzenlicht. „Dann nimm es dir.“

Er zog sich aus, seine Bewegungen steif. Er drückte sie auf das Sofa, küsste sie, aber sein Kuss war hungrig, verzweifelt. Seine Hände waren grob, als er ihre Beine öffnete. Sie zuckte zusammen, aber sie stoppte ihn nicht. Er drang ein, trotz ihrer Enge, mit einem einzigen harten Stoß. Sie schrie leise auf.

„Tut mir leid,“ keuchte er, aber er hörte nicht auf. Er begann zu stoßen, ein wilder, unkoordinierter Rhythmus, der mehr dem bei Finn ähnelte, als er zugeben wollte. Die Lust, die sich einstellen sollte, blieb aus. Er sah in ihr Gesicht. Ihre Augen waren weit offen, füllten sich mit Tränen. Nicht vor Schmerz, sah er, vor Traurigkeit.

Dieser Blick durchbohrte ihn. Er erstarnte in ihr, sein Schwanz verlor sofort jede Härte. Er zog sich heraus, sank neben sie auf den Boden, zog die Knie an die Brust. „Es tut mir leid. Es tut mir so leid.“ Die Worte brachen aus ihm hervor, ein Gestammel.

Lina setzte sich auf, zog eine Decke über ihre Schultern. Ihre Tränen liefen still. „Du suchst nicht mich,“ sagte sie. Ihre Stimme brach nicht. „Du suchst eine Bestrafung. Und ich will das nicht sein.“

Simon konnte nichts erwidern. Er wusste, dass sie recht hatte.

Er zog seine Kleidung an, eine Bewegung nach der anderen. An der Tür drehte er sich noch einmal um. „Ich...“, begann er.

„Geh einfach, Simon.“

Die Straße draußen war kalt. Sein Körper fühlte sich hohl an, ein ausgespülter Behälter. Er schaltete sein Telefon ein. Eine Nachricht von Finn, ein GIF einer explodierenden Sonne, gefolgt von: Nächstes Mal besorg ich uns Koks. Dann knallt‘s richtig.

Er blieb stehen, lehnte sich gegen eine kalte Hauswand. Die Bilder überrollten ihn: Linas traurige Augen im Kerzenlicht. Finns triumphierendes Grinsen. Das brennende Aufschlitzen. Die matschige Stille zu Hause bei Alex. Es war keine Entscheidung zwischen zwei Menschen. Es war eine Entscheidung zwischen zwei Arten, sich selbst zu hassen. Die eine war laut und schmerzhaft und deutlich. Die andere war still und traurig und endgültig.

Er hob das Telefon. Seine Finger bewegten sich, kalt und sicher, über den Bildschirm. Er tippte eine Nachricht, löschte sie, tippte sie neu. Dann drückte er auf Senden. Es war keine Erklärung. Es war ein Akt der Kapitulation, so klar und brutal wie die Nachmittage in Finns Zimmer. Die Nachricht ging an Finn, und sie lautete nur: Ja. Nächstes Mal mit Koks. Er schaltete das Telefon aus, steckte es weg und ging weiter, Richtung Heimat, mit dem Geschmack von Apfel und Asche im Mund.

Die Straßen von Oberhausen waren grau und nass, ein später Aprilschauer hatte eingesetzt. Simon ging, ohne den Regen zu bemerken, das Wasser sammelte sich in seinen Haaren und lief ihm in den Nacken. Die ausgeschaltete Schwere seines Telefons in der Tasche fühlte sich wie ein Fremdkörper an, ein Beweisstück. Vor der Haustür blieb er stehen, holte tief Luft, und versuchte, das Gesicht einer Lina zu vergessen, das er nie mehr sehen würde.

Alex saß mit Leon auf der Couch im Wohnzimmer, sie schauten einen Krimi. „Simon! Ganz schön nass geworden,“ sagte Leon und mutete den Fernseher stumm. Ihre Blicke waren wie Scheinwerfer.

„Ja. Bin direkt rein.“ Er wollte an ihnen vorbei in sein Zimmer.

„Halt mal,“ sagte Alex. Seine Stimme war ruhig, aber sie durchschnitt die Luft. „Setz dich. Bitte.“

Simon blieb stehen, drehte sich aber nicht um. „Bin müde.“

„Das ist klar. Deswegen.“ Alex stand auf, kam langsam näher. Leon blieb auf der Couch, sein lebhaftes Gesicht ernst. „Was machst du da eigentlich, Simon? Wir riechen es manchmal. Diese Leere an dir. Diese Wut.“

„Es ist nichts. Nur… Freundschaften.“

„Freundschaften riechen nicht so,“ sagte Leon leise vom Sofa aus. „Die haben Lärm. Die haben Lachen. Du bist nur still.“

Simon spürte, wie sein Kinn zu zittern begann. Der einfache Akt des Atmens wurde plötzlich anstrengend. „Ich weiß nicht, was ich tun soll,“ brach es aus ihm heraus, ein karger, knochentrockener Satz.

Alex legte eine Hand auf seine Schulter. „Du musst nichts. Aber du kannst hier sein. Ganz. Verstehst du?“

Simon nickte, ein krampfhafter Ruck. Er schaffte es bis ins Badezimmer, bevor ihm die Tränen kamen. Stumme, heftige Schüttelschübe, die nichts lösten. Er wusch sich das Gesicht, sah sein bleiches Spiegelbild an. Die Entscheidung war gefallen. Sie fühlte sich wie ein Urteil.

Donnerstag. Die Nachricht von Finn war knapp: Komm. Hab alles. Die Tür war dieses Mal einen Spalt offen. Die Wohnung roch nach chemischer Reinigung und einem süßlichen, unnatürlichen Duft, den Simon nicht einordnen konnte. Finn stand in der Küche, über einem kleinen Spiegel.

„Willkommen im Club,“ sagte er, ohne aufzusehen. Mit einer Rasierklinge ordnete er feine weiße Linien zu einem Gittermuster. „Das hebt alles auf ein neues Level.“

Simon trat näher. Sein Herz schlug nicht schneller. Es war ein stumpfer Trommelschlag in seiner Brust. „Und das macht was?“

Finn sah endlich auf, ein breites, glasiges Grinsen im Gesicht. „Macht, dass du alles spürst. Und gleichzeitig nichts. Perfekt, oder?“ Er rollt einen Geldschein, hielt ihn Simon hin. „Frau zuerst.“

Simon beugte sich über den Spiegel. Das Einatmen des weißen Pulvers war scharf, es brannte in seiner Nase, drang bis in seinen Rachen. Für einen Moment passierte nichts. Dann, wie eine Flutwelle, kam eine brutale, kristallklare Wachheit. Jeder Faden des Teppichs war scharf, jedes Geräusch im Haus eine perfekte Sinfonie. Die Müdigkeit war weg, verbrannt.

„Fuck,“ stieß er aus, rieb sich die Nase. Seine Haut kribbelte.

„Ja, oder?“ Finn nahm sich selbst zwei kräftige Linien. Seine Augen wurden schwarz, die Pupillen fraßen die Iris. „Jetzt komm.“

Er packte Simon am Arm, zog ihn ins Schlafzimmer. Das Licht war grell. „Zieh dich aus. Alles.“

Simon gehorchte, seine Bewegungen waren ruckartig, präzise. Die Kälte der Luft auf seiner nackten Haut fühlte sich an wie tausend Nadelstiche. Finn, ebenfalls nackt, sein Schwanz schon steif und drohend, musterte ihn. „Auf den Bauch. Arsch hoch.“

Simon legte sich auf das Bett, das alte Federbett quietschte unter seinem Gewicht. Er stemmte sich auf Ellbogen und Knie, präsentierte sich. Das Koks in seinen Adern machte jede Empfindung scharf, jede Demütigung zu einer klaren, bewussten Entscheidung. Er wollte das. Er forderte es heraus.

Finn spuckte in seine Hand, schmierte sich grob ein. Kein Gleitgel mehr. Nur Spucke und Gewalt. „So willst du es doch, oder? Du willst, dass ich dich zerstöre.“

„Ja,“ zischte Simon ins Bettzeug.

Der erste Stoß war wie ein Messer. Ein brennendes, reißendes Aufschlitzen. Simon schrie auf, ein kurzer, scharfer Laut. Das Koks verwandelte den Schmerz in einen grellen, weißen Blitz, der durch sein gesamtes Nervensystem jagte. Es war ekstatisch. Es war vernichtend.

Finn grub seine Finger in Simons Hüften, zog ihn auf seinen vorstoßenden Schwanz zurück. Sein Rhythmus war nicht gleichmäßig, sondern ein stakkatoartiges Hämmern, besessen und unkontrolliert. „Du gehörst mir!“ keuchte er, sein Atem war heiß und schnell. „Dein enger Arsch gehört nur mir! Sag es!“

„Er gehört dir!“ schrie Simon zurück, seine Stimme brach. Mit jedem Stoß fühlte er sich leerer, reiner. Sein eigener Schwanz schlug hart gegen die Unterlage, aber er berührte ihn nicht. Die Lust war kein wellenförmiges Gefühl mehr, sondern ein konstanter, schmerzhafter Strom.

„Ich will dich ficken bis du nicht mehr kannst!“ brüllte Finn, sein Tempo wurde hektischer, unkoordinierter. Schweiß tropfte von seiner Stirn auf Simons Rücken. Das nasskalte Klatschen ihrer Körper füllte den Raum, ein obscönes Metronom. Simon presste sein Gesicht in die Matratze, erstickte sein Stöhnen. Die Füllung, die Invasion, war total. Sie definierte ihn neu.

Finns Bewegungen wurden ruckartig, sein ganzes Körper verkrampfte sich. „Ich komme! Ich ficke dich voll, du Schlampe!“ Mit einem letzten, tierischen Schrei stieß er tief zu und explodierte in ihm. Die pulsierende Wärme im Inneren fühlte sich an wie ein Sieg, eine endgültige Besetzung.

Er kollabierte auf Simons Rücken, keuchend. Minuten vergingen, gefüllt nur mit ihren rasenden Herzschlägen. Das Koks ließ die Welt langsam verschwimmen, ließ die scharfen Kanten abbröckeln. Finn rollte ab. Sie lagen nebeneinander, zwei leere Hüllen auf einem schweißnassen Bett.

„Scheiße,“ murmelte Finn, ein stumpfes Lächeln auf den Lippen. „Das war das Geilste aller Zeiten.“

Simon konnte nicht antworten. Er spürte nur das brennende Loch zwischen seinen Beinen und ein tiefes, endloses Vakuum, wo vorher seine Zweifel gewesen waren. Es war still. Es war vorbei. Er hatte gewählt. Sein Telefon summte später auf dem Nachttisch. Ein Blick darauf zeigte eine verpasste Nachricht von Lina, dann eine von Alex: Hab dein Abendessen warmgestellt. Im Ofen.

Er löschte Linas Nachricht, ohne sie zu öffnen. Zu Alex schrieb er: Danke. Bin schon satt. Dann drehte er sich zur Wand und schloss die Augen, bereit, in der Stille zu ertrinken, die er jetzt sein Eigen nannte. Die Tür zu allem anderen schwang langsam zu, und das letzte Licht erlosch.

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