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Ruhrpott Liebe: Zwei Herzen, Eine Stadt

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In German - write a story about a gay married couple living in Oberhausen consisting of Alex, 31 and Leon, 28. Alex is normal sized and slightly chubby and has a girthy dick and Leon is small and slightly chubby and has a curved dick. Alex prefers to power bottom by riding Leons dick but they both like either person to be the top

Chapter 58: Chapter 58

Die Monotonie nahm eine neue Form an. Sie war nicht mehr das dumpfe Warten in der Kartumpelstraße oder das geschäftige Treiben im Cosmopolitan. Sie war jetzt das Schweigen des großen Hauses, unterbrochen vom Vibrieren ihrer Telefone. Ein Zyklus aus Einsamkeit, digitalem Flehen und körperlicher Vergessenheit, die nie länger als den Akt selbst anhielt.

Marina und Linda waren häufiger weg als da. Sie sagten nicht wohin. Die Unausgesprochene Regel galt immer: Sie kehrten zurück, schliefen in dem großen Bett, aßen das teure Essen, das Jannis hinstellte. Aber ihre Abwesenheiten wurden länger, ihre Blicke abwesender. Das Haus gehörte zunehmend nur noch Lukas und Jannis und den Geistern, die sie riefen.

Lukas’ Telefon. Grindr. Ein neues Profil. Tommy_87. Ein Bild, nur von hinten, breite Schultern, ein Tattoo eines Kompasses auf dem Schulterblatt.

Tommy_87: Du suchst?

Lukas: Immer. Du?

Tommy_87: Bin gelangweilt. Frau und Kind im Urlaub. Brauche Ablenkung.

Lukas: Ich biete Ablenkung. Komm vorbei. Sehr diskret.

Tommy_87: Adresse?

Eine Stunde später. Tommy war älter als sein Bild, Mitte vierzig, mit einem durchtrainierten, aber angespannten Körper und traurigen Augen. Er roch nach teurem Aftershave und Schweiß. Lukas führte ihn direkt in die Bibliothek, einen Raum, den sie nie benutzten, voller staubiger, leerer Regale.

„Krasses Haus,“ sagte Tommy, sein Blick wanderte nervös.

„Ja,“ sagte Lukas. Er kam direkt zur Sache. Er drückte Tommy gegen ein Regal, küsste ihn gierig, seine Hände öffneten die Jeans des Mannes. Tommy stöhnte in seinen Mund, eine Mischung aus Überraschung und sofortiger Ergebenheit. Er war hungrig, ungeduldig.

„Fick mich,“ keuchte Tommy, als Lukas’ Hand seinen schon harten Schwanz umschloss. „Bitte. Ich brauch das.“

Lukas drehte ihn um, beugte ihn über das schwere Holz eines Lesetisches. Er holte Gleitgel aus seiner Hosentasche, schmierte sich schnell ein, drang ohne weitere Vorbereitung in ihn ein. Tommy schrie auf, ein kurzer, scharfer Laut, der in den staubigen Raum schnitt. Er war eng, heiß, sein Körper zitterte.

„Ja! Genau so!“ Tommy grub seine Fingernägel in das Holz. „Scheiße, du bist so dick. Fick mich kaputt!“

Lukas hämmerte in ihn hinein, jeder Stoß ein Versuch, die Stille in seinem eigenen Kopf zu übertönen. Es war roh, laut, die Tischbeine kratzten rhythmisch über den Dielenboden. Tommy war ein williger, enthusiastischer Empfänger, der jeden Stoß zurückwarf, sein Arschloch pulsierte um Lukas’ Schwanz. „Ich komme,“ stöhnte Tommy plötzlich, sein Körper verkrampfte sich, und Lukas spürte, wie warmes Sperma gegen den Tisch und seine eigene Jeans spritzte. Das löste seinen eigenen Orgasmus aus, ein wütendes, tiefes Stöhnen, als er sich in den fremden Mann ergoss.

Danach, als sie sich anzogen, blieb Tommy stehen. Sein Gesicht war weicher. „Danke,“ sagte er leise. „Das… das war mehr als ich erwartet hatte.“

Lukas nickte, sagte nichts.

Tommy_87: Das war intensiv. Wann bist du wieder verfügbar?

Lukas las die Nachricht später, im leeren Wohnzimmer. Er antwortete nicht sofort.

Jannis hatte sein eigenes Muster entwickelt. Er suchte nicht die rohe Aggression. Er suchte Gespräch. Verbindung. Sein Grindr-Profil war gespickt mit Fotos vom Haus, von der Terrasse, vom Kamin. Es strahlte eine morbide Romantik aus.

Benji_22: Alter, das ist DEIN Haus? Wie geil ist das denn?

Jannis: Ja. Ist oft leer. Braucht Leben.

Benji_22: Ich bring Leben. Bin in 30 min da.

Benji war zwanzig, schlaksig, mit einem sommersprossigen Gesicht und einem nervösen Lachen. Er trug Bandshirts und sah aus wie jemand, der eigentlich in einen Club gehörte, nicht in ein Herrenhaus. Jannis machte Tee. Sie redeten. Über Musik. Über das scheiß Studium. Benji redete und redete, und Jannis hörte zu, fasziniert von dieser normalen, jungen Unzufriedenheit.

Der Sex war anders. Zögerlicher. Auf dem riesigen Sofa. Benji war unsicher, sein Körper jung und unbeholfen. Jannis führte ihn sanft, leckte seinen schlanken Schwanz, bis er stöhnte, nahm ihn dann langsam in den Mund. Es war ein Akt der Fürsorge, fast väterlich. Als Benji in seinem Mund kam, zitternd und sich entschuldigend, hielt Jannis ihn fest, ließ ihn nicht los.

„Bleib doch,“ sagte Jannis später, als Benji sich anzog.

„Kann nicht. Vorlesung morgen,“ sagte Benji, aber er lächelte schüchtern.

Benji_22: Danke für heute. Dein Haus ist verrückt. Du bist verrückt. Lass uns das wieder machen.

Jannis schrieb sofort zurück: Jederzeit.

Die Anhaftungen begannen leise, wie Parasiten. Tommy schrieb Lukas jeden zweiten Tag.

Tommy_87: Denk an dich. An deinen fetten Schwanz in mir.

Tommy_87: Meine Frau kommt zurück. Kann nächste Woche dienstags?

Lukas: Ja. 20 Uhr.

Er wartete auf die Nachrichten. Das Vibrieren in seiner Tasche war der einzige Punkt an diesem Tag, auf den er sich konzentrieren konnte. Tommy kam wieder. Und wieder. Immer dienstags. Immer in der Bibliothek. Immer über den selben Tisch gebeugt. Es wurde ritualisiert. Tommy brachte einmal eine Flasche Wein mit. Ein anderes Mal ein kleines, sinnloses Geschenk: einen antiken Briefbeschwerer. „Für deinen leeren Tisch hier,“ sagte er verlegen. Lukas nahm ihn wortlos entgegen. Nach dem Sex, während Tommy sich anzog, sagte er plötzlich: „Du redest nie. Über dich.“

Lukas zuckte mit den Schultern. „Nichts zu reden.“

„Jeder hat was zu reden,“ beharrte Tommy. Seine Hand berührte kurz Lukas’ Arm. „Nächstes Mal erzählst du mir was.“

Jannis’ Anhaftung war lauter, fordernder. Benji kam zweimal die Woche. Sie sahen Filme auf dem riesigen Fernseher. Sie kochten gemeinsam in der unpersönlichen Küche. Benji redete über seine Eltern, seine Ängste, seine Zukunft. Jannis hörte zu, füllte die leeren Räume nicht nur mit Sperma, sondern mit Worten, mit Lachen.

Der Sex mit Benji verlagerte sich vom Sofa ins Schlafzimmer. Es war weniger verzweifelt, mehr erforschend. Jannis ließ sich von Benji reiten, stöhnte unter dem jungen, energischen Körper, griff nach seinen schmalen Hüften. „Du bist so verdammt gut für mich,“ keuchte Jannis einmal, seine Augen geschlossen, seine Hände auf Benjis Oberschenkeln.

„Sag das nochmal,“ flüsterte Benji und bewegte sich schneller.

„Du bist gut für mich. So gut.“

Später, als Benji schlief, lag Jannis wach und starrte auf die hohe Decke. Die Anwesenheit des anderen Körpers, warm und atmend, war ein Trost, der beängstigender war als die Einsamkeit.

Eines Nachts, als Marina und Linda für ein Wochenende weg waren, eskalierten die parallelen Existenzen. Lukas hatte Tommy im Ostflügel, in einem der leeren Gästezimmer. Diesmal war es langsamer. Tommy lag auf dem Rücken, die Beine weit geöffnet, und Lukas bewegte sich in ihm mit tiefen, gezogenen Stößen. Tommy starrte ihm in die Augen, sein Gesicht eine Maske konzentrierter Hingabe. „Lukas,“ stöhnte er, ein Name, eine Behauptung. „Mein Gott, Lukas.“ Als Lukas kam, legte er seine Stirn gegen Tommys Brust, ein Moment der Verwundbarkeit, den er sofort bereute.

Gleichzeitig, im Westflügel, in Jannis’ improvisiertem „Studio“, war Benji an der Wand. Jannis kniete vor ihm, nahm seinen ganzen Schwanz tief in den Rachen, würgend, die Tränen in den Augen. Benji schrie, seine Hände in Jannis’ Haaren. „Ich komme, Jannis, ich komme in deinen fetten Mund!“ Er schoss, und Jannis schluckte gierig, ein Akt der totalen Unterwerfung, den er nie bei Lukas oder den Frauen gesucht hatte.

Später, gegen zwei Uhr morgens, standen Lukas und Jannis zufällig gleichzeitig in der großen Küche, jeder auf der Suche nach Wasser. Sie sahen sich an. Die Schweigsamkeit zwischen ihnen war dick, beladen mit den ungesehenen Geistern der anderen Männer, die in diesem Haus nun physische Spuren hinterließen.

„Tommy lässt grüßen,“ sagte Lukas tonlos. Ein Witz. Ein Messer.

Jannis lehnte sich gegen den Kühlschrank. „Benji findet, wir sollten eine Party schmeißen. Das Haus beleben.“

Ein kurzes, bitteres Lachen entwich Lukas. „Perfekt.“

„Was machen wir hier, Lukas?“ Jannis’ Stimme war plötzlich klein, die Stimme des Jungen von der Brücke.

„Wir überleben,“ sagte Lukas. Er sah zu Jannis hinüber. „Und du? Bist du… happy? Mit deinem Jungen?“

Jannis zögerte. Die Wahrheit kämpfte in ihm. „Er… er macht es erträglicher.“

„Das ist gefährlich.“

„Alles ist gefährlich.“

Sie tranken ihr Wasser im Schweigen. Die Anhaftungen, die sie gesucht hatten, um die Leere zu füllen, die die Frauen ließen, wurden selbst zu Bedürfnissen. Sie wurden zu Schwachstellen. Tommy wollte mehr als Dienstagsficken. Benji wollte mehr als Filmeabende und schwulen Sex in einem Vampirschloss.

Tommy_87: Ich will dich richtig kennenlernen. Nicht nur so. Essen gehen. Irgendwo.

Lukas: Das ist nicht möglich.

Tommy_87: Warum? Bist du in einer Beziehung?

Lukas sah auf das Handy, dann durch die Küche zu Jannis, der auf seinem Telefon tippte, wahrscheinlich an Benji. Ja, tippte er zurück. In einer sehr komplizierten.

Bei Jannis war es Benji, der die Grenze überschritt. Er kam an einem Tag unangemeldet, als Marina und Linda zufällig da waren. Sie saßen am Frühstückstisch. Das Klopfen an der hohen Holztür hallte durch das Haus.

Jannis öffnete. Benji stand da, mit einem Sixpack Bier und einem Grinsen. „Überraschung!“

Hinter Jannis erstarrte der Tisch. Marina, Linda, Lukas – alle blickten auf den jungen Mann im Türrahmen.

„Das ist… ein Freund,“ stammelte Jannis. „Benji.“

Benjis Lächeln fror. Seine Augen huschten über die zwei Frauen, über Lukas, nahmen die absurde, angespannte Szene auf. „Oh. Ich… störe wohl.“

„Nein,“ sagte Linda scharf. Ihr Blick bohrte sich in Jannis. „Überhaupt nicht. Komm rein. Wir sind nur eine große, glückliche Familie.“

Die nächste Stunde war die qualvollste in Jannis’ Leben. Benji versuchte, höflich zu sein, scheiterte aber an der eisigen Mauer aus Schweigen und bösen Blicken. Marina sagte kein Wort. Lukas trank sein Kaffee aus. Nach zwanzig Minuten stand Benji auf. „Ich muss eigentlich los.“

Jannis ging mit ihm zur Tür. „Das tut mir leid. Ich habe dir nicht sagen können…“

„Was ist das hier, Jannis?“ Benjis Augen waren groß und verletzt. „Wer sind diese Leute?“

„Es ist kompliziert.“

„Das ist keine Antwort.“ Benji schüttelte den Kopf. „Ruf mich an, wenn es unkompliziert ist.“

Jannis schloss die Tür, legte die Stirn gegen das kalte Holz. Das Gefühl in seiner Brust war scharf, ein echter Schmerz. Er hatte Benji verloren. Er wusste es.

In der Nacht konnte er nicht schlafen. Er ging in das leere Zimmer, in dem er mit Benji gewesen war. Der Geruch seines billigen Deos hing noch in der Luft. Jannis holte sein Telefon heraus. Grindr. Ein neues Profil. Ein neues Gesicht. Die Suche begann von vorne, aber der Geschmack von Bens Sperma war noch in seinem Mund, und der Gedanke an einen anderen machte ihn nur müde.

Im Zimmer nebenan lag Lukas wach. Sein Telefon leuchtete.

Tommy_87: Auch wenn es kompliziert ist. Ich bin da. Dienstag?

Lukas löschte die Nachricht nicht. Er antwortete nicht. Er ließ sie dort, ein kleines, pulsierendes Versprechen von etwas, das kein Haus, kein Lotteriegeld und kein dreister Dreier jemals gewesen war: einfache, unkomplizierte Zuneigung. Und das machte es zum gefährlichsten Ding von allen.

Und das machte es zum gefährlichsten Ding von allen.

Marina und Linda gingen an einem Mittwochmorgen. Es gab keine große Szene. Sie packten zwei Koffer, die sie von dem Geld gekauft hatten, und stellten sie in den Flur. Marina rauchte eine Zigarette, während Linda ihre Schmuckschatulle einsammelte.

„Wir gehen für ein paar Wochen,“ sagte Marina. Ihr Blick traf Lukas, nicht Jannis. „Die Luft hier ist… verbraucht.“

„Ihr kommt zurück?“ Die Frage von Jannis klang klein, ein Junge, der seine Mutter fragt.

Linda zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Wir wissen es nicht.“ Sie trat auf Lukas zu, berührte seine Wange. Ihre Hand war kalt. „Pass auf dein verlorenes Herz auf, Schatz.“

Dann waren sie weg. Das Knallen der schweren Haustür hallte minutenlang in dem leeren Treppenhaus nach. Die Stille, die folgte, war anders. Endgültig. Sie war kein gemeinsames Projekt mehr, sondern ein Zustand.

Lukas ging in die Bibliothek. Sein Telefon vibrierte.

Tommy_87: Denk an dich. Heute. Bitte.

Lukas atmete aus. Tippte: Komm. Jetzt.

Er brauchte es plötzlich, dieses rohe, bestätigende Wegschlagen jedes Gedankens. Tommy war innerhalb von vierzig Minuten da. Er sah zerfahren aus. „Sie ist zurück,“ sagte er, sobald Lukas die Tür öffnete. „Meine Frau. Alles ist wie vorher. Alles ist scheiße.“

Lukas sagte nichts. Er zog Tommy am Hemd in den Raum, drehte ihn zur Treppe, die in den Wein-Keller führte, einen kalten, gewölbten Raum, den sie nie benutzt hatten. „Hier,“ knurrte Lukas.

„Was? Hier?“ Tommy blickte sich in der dunklen Kälte um.

Lukas drückte ihn gegen einen steinernen Pfeiler, knöpfte hastig beide Hosen auf. Er spuckte in seine Hand, rieb es über seinen eigenen harten Schwanz und über Tommys aufgewühltes Loch. „Ja, hier. Jetzt halt dein verdammtes Maul.“

Er drang mit einem einzigen, rücksichtslosen Stoß ein. Tommy schrie auf, ein echtes, schmerzerfülltes Kreischen, das von den Gewölbedecken widerhallte. „Gott! Lukas!“ Er krallte sich mit den Händen an den kalten Steinen fest.

Lukas packte seine Hüften und zog ihn zurück, bevor er wieder in ihn hineinrammte. Jeder Stoß war eine Abrechnung. Mit der Leere im Haus. Mit der Nachricht, die er nicht beantwortet hatte. Mit seinem eigenen verlogenen Begehren. Sein Schwanz glitt in dem engen, heißen Arsch rauf und runter, das Schmatzen ihrer Körper übertönte Tommys Stöhnen.

„Sag, dass du meinen Schwanz brauchst,“ keuchte Lukas, sein Atem bildete weiße Wolken in der Kellerluft.

„Ich brauche deinen Schwanz!“ japste Tommy, Tränen in den Augen. „Ich brauche ihn, bitte, fick mich leer!“

Lukas kam mit einem erstickten Schrei, seine Hände gruben sich so tief in Tommys Fleisch, dass er morgen blaue Flecken haben würde. Er blieb in ihm stecken, keuchend, sein Kopf an Tommys Rücken gelehnt. Die Nähe war unerträglich. Er zog sich sofort zurück.

Tommy lehnte zitternd am Pfeiler. „Das… hat wehgetan.“

„Du wolltest es,“ sagte Lukas und zog seine Hose hoch.

„Ich weiß.“ Tommy richtete sich auf, wischte sich über die Augen. „Dienstag?“

Lukas nickte. Es war unmöglich geworden, nein zu sagen.

Jannis blieb in Bens Zimmer. Der Geruch des Jungen war verblasst, aber die Erinnerung nicht. Seine Finger strichen über die leere Bettdecke. Er holte sein Telefon. Grindr. Die Suchfilter: 18. Maximal 5km.

Ein neues Profil tauchte auf. Leo_newbie. Ein unscharfes Selfie in einem Badezimmer, sehende braune Augen, ein zaghaftes Lächeln. 18. 2km entfernt.

Jannis: Hi. Neu hier?

Die Antwort kam sofort. Leo_newbie: Ja. Total. Bin ganz nervös.

Jannis: Nichts wovor man nervös sein müsste. Was suchst du?

Leo_newbie: Keine Ahnung. Was man halt so sucht. Freunde? Mehr?

Jannis lächelte zum ersten Mal seit Tagen. Die schüchterne Unschuld war wie eine Droge. Er: Ich kann dir zeigen, was es so gibt. Hab ein riesiges altes Haus. Sehr privat.

Die Antwort ließ zehn Minuten auf sich warten. Jannis‘ Herz hämmerte dagegen.

Leo_newbie: Klingt… abgefahren. Ok. Wann?

Er kam am selben Abend. Leo war genau wie auf dem Bild, nur jünger. Seine Hände zitterten leicht, als Jannis ihm die riesige Haustür öffnete. „Alter,“ flüsterte er, sein Blick wanderte die Treppe hoch. „Das ist wie bei Harry Potter.“

Jannis lachte. Es fühlte sich echt an. Er führte ihn nicht ins Schlafzimmer, sondern in die Küche, machte Kakao. Sie redeten. Leo war gerade mit dem Abi fertig, wollte eine Ausbildung machen, hatte Angst vor allem. Er war unberührt. Das sagte er nicht, aber Jannis spürte es in jeder schüchternen Geste, in jedem hastigen Blick.

„Warum lädst du einen random Typen wie mich in so ein Haus ein?“ fragte Leo, seine Tasse in beiden Händen haltend.

„Weil es hier zu leer ist,“ sagte Jannis. Die Wahrheit schmeckte süß, wie der Kakao.

Es dauerte zwei Stunden, bis sie sich berührten. Zwei Stunden Gespräch, Lachen, dieses unerträgliche, sanfte Sich-Annähern. Im Wohnzimmer, vor dem kalten Kamin, berührte Jannis Leos Wange. Der Junge erstarrte, dann schloss er die Augen.

Es war langsamer als alles zuvor. Jannis küsste ihn, sanft, spürte, wie Leos Lippen unter seinen zitterten. Seine Hände hoben das weiche Baumwollshirt hoch, entdeckten einen schlanken, glatten Bauch. Er kniete sich vor Leo, der auf der Sofakante saß, und öffnete behutsam dessen Jeans.

„Ich… Ich habe das noch nie…“, flüsterte Leo.

„Ich weiß,“ sagte Jannis, sein Atem warm auf Leos Schoß. „Lass mich.“

Er nahme den jungen, hellen Schwanz in den Mund. Er war schlank, leicht gekrümmt, und pulsierte wie ein verängstigtes Tier. Jannis verwendete nur seine Zunge, sanft, umkreiste die Eichel, spürte, wie Leos ganze Beine zu zittern begannen. „Oh Gott… oh fuck…,“ stöhnte Leo, seine Hände griffen hilfesuchend in Jannis‘ Haare.

Als Leo kam, schrie er, ein kurzer, reiner Laut der Überraschung und Befreiung. Jannis schluckte alles, hielt ihn fest, bis der letzte Schauer durch den Jungen gefahren war.

Später, oben im Bett, lag Leo an Jannis‘ Seite, den Kopf auf seiner Brust. „Das war… anders,“ murmelte er.

„Ja.“

„Kann ich… vielleicht öfter kommen? Nicht nur für… das?“

Jannis‘ Herz machte einen Satz. „Ja,“ sagte er, und seine Stimme brach. „Das kannst du.“

Die Tage zerrannen. Dienstags war Tommy. Donnerstags und Sonntags war Leo. Lukas funktionierte. Er empfing Tommy, ließ sich von dessen Verlangen benutzen, benutzte ihn im Gegenzug. Ihre Treffen wurden wortloser, körperlicher, eine reine Toxin-Austausch.

Einmal, in der kalten Bibliothek, nahm Tommy Lukas‘ Schwanz in den Mund, so tief, bis er würgte, Speichel lief über seine Kinn auf den teuren Teppich. „Komm in meinen Hals,“ würgte Tommy, seine Augen tränten. „Spritz mir alles in den Rachen, ich will es schlucken.“ Lukas packte seinen Kopf und kam stöhnend, sah zu, wie Tommy jedes letzte Tropfen verschluckte und danach leckte wie ein durstiger Hund.

Danach sagte Tommy: „Ich liebe meine Frau nicht mehr.“

Lukas zog seinen Reißverschluss hoch. „Das ist nicht mein Problem.“

„Es könnte dein Problem werden,“ sagte Tommy, und sein Blick war hart.

Bei Jannis wurde aus Leo eine Sucht. Der Junge kam mit Büchern, mit Geschichten aus seinem Ausbildungsalltag, mit einer unbefangenen Zuneigung, die Jannis auszehrt. Sie schliefen miteinander, aber es war anders. Jannis lehrte ihn, wie man einen Blowjob gibt, führte Leos unsichere Hand an seinen eigenen gekrümmten Schwanz. Es war zärtlich. Es war süchtig machend.

„Du bist der erste Mann,“ gestand Leo eines Nachts, als sie nackt und verschwitzt unter der Decke lagen.

„Das weiß ich.“

„Bist du… mit jemandem zusammen? In diesem riesen Haus?“

Jannis schwieg zu lange. „Es ist kompliziert.“

„Das sagst du immer.“ Leo drehte sich zu ihm. Seine jungen Augen waren ernst. „Ich will keine Komplikationen. Ich will dich.“

Die Worte trafen Jannis wie ein Schlag. Er konnte nicht antworten. Er küsste ihn, um das Gespräch zu beenden, und ließ Leo ihm den Rücken reiten, langsam, sich an jeden Zentimeter gewöhnend, während Jannis in die Kissen stöhnte. Es fühlte sich an wie gerettet werden. Es fühlte sich an wie ertrinken.

Zwei Wochen nachdem die Frauen gegangen waren, passierte die Bruchstelle. Es war ein Dienstagabend. Tommy war da. Lukas hatte ihn diesmal in den ersten Stock gebracht, in ein Gästezimmer, das Blick auf den Wald hatte. Tommy war fordernder geworden. Er drückte Lukas auf das Bett, wollte oben sein.

„Nein,“ sagte Lukas und drehte ihn um.

„Warum nicht? Einmal? Ich will dich spüren, von mir aus kontrolliert zu werden.“ Tommys Stimme war verzweifelt.

„So läuft das nicht.“

„Warum? Wer hat dir diese verdammte Regel gegeben?“ Tommys Augen blitzten wütend. Die Dynamik hatte sich verschoben.

In diesem Moment öffnete sich die Tür. Jannis stand da. Leo war hinter ihm, seine Hand in Jannis‘ haltend. Sie waren gerade vom Spaziergang gekommen. Vier Männer starrten sich an. Lukas, halb nackt, Tommy auf dem Bauch unter ihm. Jannis, die Hand eines Teenagers in seiner.

Die Stille war absolut.

Leo war der Erste, der sich bewegte. Er ließ Jannis‘ Hand los. Seine Augen waren riesig. „Ich… ich sollte gehen.“

„Leo, warte…“ Jannis‘ Stimme brach.

Aber der Junge war schon weg, seine Schritte hallten eilig die Treppe hinunter. Die Haustür schlug zu.

Tommy richtete sich auf, ein selbstgefälliges, trauriges Lächeln auf den Lippen. „Kompliziert, hm?“ Er zog sich sein Hemd an. „Ich auch. Ich bin dann mal weg. Für immer, Lukas.“

Nachdem auch Tommy gegangen war, standen sich Lukas und Jannis in dem schmutzigen Gästezimmer gegenüber. Der Geruch von Schweiß und Sex hing in der Luft.

„Der Junge?“ fragte Lukas schließlich. Seine Stimme war rau.

„Er ist achtzehn,“ sagte Jannis, als wäre das eine Entschuldigung. „Und du? Der Verheiratete?“

„Er geht nicht mehr.“ Lukas fühlte eine seltsame Leere. Nicht Erleichterung. Verlust.

„Meiner auch nicht,“ sagte Jannis. Er lachte, ein hohler, leerer Klang. „Gott, sieh uns an. Das Haus. Das Geld. Und wir sind immer noch diese zwei verlorenen Schwuchteln von der Brücke.“

Lukas ging zum Fenster. Draußen war es dunkel. Kein rosanes Licht. Nur Wald und Nacht. „Wir können sie nicht ersetzen,“ sagte er. Er meinte die Frauen. Er meinte alles.

„Ich weiß.“ Jannis lehnte sich an den Türrahmen. „Was machen wir jetzt?“

Lukas’ Telefon lag auf dem Boden. Es vibrierte. Eine Grindr-Benachrichtigung. Er blickte darauf, sah das Profilbild eines fremden, hübschen Gesichts. Sein Finger zuckte zum Entsperren. Er sah zu Jannis. Jannis’ Telefon vibrierte in seiner Tasche. Sie hielten Blickkontakt, in dieser eisigen, sexuellen Stille ihres leeren Schlosses.

Der Impuls war greifbar, ein physischer Zug. Der nächste. Der Neue. Die nächste vorübergehende Vergessenheit in einem fremden Mund, einem fremden Arsch.

Lukas ließ das Telefon auf dem Teppich liegen. Es vibrierte weiter, ein einsames, summendes Insekt.

„Nichts,“ sagte Lukas. Das Wort fiel zwischen sie wie ein Stein in einen Brunnen. „Vorerst gar nichts.“

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