Chapter 37: Chapter 37
Ein stechender Geruch nach Kiefernholz und Metall füllte Majas Nase, als Kais erster, brutaler Stoß sie gegen die Werkbank presste. Ihr schmerzerfülltes Stöhnen erstickte im Holz, doch dann passte sich ihr Körper an, und eine heiße Welle der Erregung überrollte sie gegen ihren Willen. Er packte ihre Hüften, seine Finger gruben sich in ihr Fleisch, während er sie mit einem rücksichtslosen, tiefen Rhythmus nahm.
"So gefällst du mir", keuchte Kai, sein Atem war heiß an ihrem Ohr. "Kein zärtliches Gefummel, einfach nur gefickt werden." Jeder Stoß ließ die Werkbank unter ihnen ächzen, und das Geräusch seines nackten Fleisches, das gegen ihren Hintern klatschte, war vulgär und befreiend. Maja spürte, wie sich eine orgasmische Spannung in ihr aufbaute, ein rebellischer Funke, der durch die grobe Behandlung entfacht wurde.
Sie wandte den Kopf, ihre Wange glitt über das glatt gehobelte Holz. "Du bist ein Arschloch", stieß sie hervor, ihre Stimme war heiser vor Anstrengung. "Ein verdammtes, egoistisches Arschloch." Kai antwortete mit einem besonders harten Stoß, der sie nach vorne warf. "Und du liebst es", grunzte er, seine Hände umklammerten ihre Taille fester. Ihr Schweigen war Antwort genug.
Seine Bewegungen wurden unregelmäßiger, wilder. Seine Hände glitten von ihren Hüften nach vorne, umfassen ihre Scham, seine Finger fanden ihre empfindliche Klitoris. Der plötzliche, raue Druck brach etwas in ihr. Ein Beben lief durch ihren Körper, gefolgt von einem tiefen, unkontrollierbaren Zucken, als der Orgasmus sie überrollte. Ihre innere Muskulatur krampfte sich um seinen harten Schwanz, und sie schrie auf, ein kurzer, scharfer Laut, der im Raum verhallte.
Das trieb Kai über den Rand. Mit einem letzten, tiefen Stoß, bei dem er sie fast von den Füßen hob, kam er in ihr, ein heiseres Knurren entrang sich seiner Kehle. Sie spürte die heiße, pulsierende Füllung in ihrer Tiefe. Für einen langen Moment blieben sie so, keuchend, verbunden, sein schweißnasser Körper auf ihrem Rücken.
Dann zog er sich zurück. Das Geräusch war nass, explizit. Er trat zurück und zog seine Hose hoch, sein Blick ruhte auf ihr, wie sie noch immer über die Werkbank gebeugt stand, zitternd. "Siehst du?", sagte er flach. "So geht das hier."
Maja richtete sich langsam auf. Ihr Kleid fiel über ihre Hüften. Sie drehte sich um, wischte sich mit dem Handrücken über den Mund. Ihr Blick war klar, ohne Reue. "Ja", sagte sie einfach. "Jetzt verstehe ich." Sie meinte nicht nur den Sex. Sie meinte die Hierarchie, die rohe Kraft, die diese seltsame Familie zusammenhielt.
Am nächsten Tag war die Atmosphäre im Haus geladen mit unausgesprochenen Gedanken. Lara beobachtete Maja beim Frühstück mit neuem Interesse. Ben und Theo vermieden es, sich in die Augen zu sehen. Kai herrschte mit einer stillen, triumphierenden Arroganz. Die Villa schien unter der Last ihrer neuen Dynamik zu ächzen.
Die Spannung fand ihr Ventil am späten Nachmittag. Noah, der stundenlang in seinem Studio an einem neuen Track gearbeitet hatte, fand Maja im Garten, wo sie energisch einen alten Baumstumpf ausgrub. Schweiß perlte auf ihrem Nacken, und ihre Arme zitterten vor Anstrengung.
"Lass mich", sagte er und nahm ihr die Brechstange aus der Hand. Seine Berührung war absichtlich, fest. Sie ließ los, beobachtete ihn, wie er mit gezielter Kraft die Wurzeln lockerte. Die Arbeit war physisch, rhythmisch, eine stumme Kommunikation zwischen ihren Körpern.
Nach einer Weile standen sie keuchend vor dem halb ausgehobenen Stumpf. "Du hast mit allen geschlafen", stellte Noah fest, nicht vorwurfsvoll, sondern fast neugierig. "Jetzt bin ich dran." Seine Hand streifte ihre schmutzige Wange.
"Ich schlafe nicht mit allen", korrigierte Maja, atemlos. "Etwas entsteht. Oder nicht." Sie sah ihn direkt an. "Bei dir ist es anders. Du willst nicht besitzen oder getröstet werden."
"Was will ich dann?" Noahs Mund war nah an ihrem.
"Du willst Spaß haben." Ein langsames Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. "Das klingt gut."
Sie gingen nicht ins Haus. Sie gingen in sein Studio, einen Raum voller Kabel, Bildschirme und schalldämpfender Paneele. Es roch nach Elektronik und altem Kaffee. Ohne ein Wort schob Noah sein Equipment von der Couch. Er zog ihr das verschwitzte T-Shirt über den Kopf, kniete sich vor sie und nahm ihre Brustwarze in den Mund.
Seine Zunge war geschickt, spielerisch. Er küsste ihren Bauch, ihre Hüften, während er ihre Shorts und ihr nasses Höschen herunterzog. Dann schob er sie auf die Couch und ging dazwischen. Sein Mund fand ihre Klitoris mit einer konzentrierten Hingabe, die sie überraschte. Es war kein Vorspiel, es war ein Ziel.
"Du musst nicht…", begann sie, aber er hörte nicht auf. Seine Zunge kreiste, saugte, trieb sie an den Rand. Sie kam schnell und laut, ihr Körper bog sich auf der schwarzen Ledercouch. Noah grinste, wischte sich mit dem Handrücken den Mund ab. Sein eigenes Geschlecht war eine deutliche Beule in seiner engen Jeans.
"Jetzt ich", sagte er und rollte sich auf den Rücken. Er zog sie auf sich, ihre nassen Schenkel zu beiden Seiten seiner Hüften. "Reit mich. Zeig mir, wie viel Spaß du hast."
Maja positionierte sich über ihm, führte ihn mit einer Hand in sich ein. Sie setzte sich langsam, nahm jeden Zentimeter seines gekrümmten Schwanzes in sich auf. Sein anders geformter Druck war eine neue, überraschende Empfindung. Sie begann zu reiten, erst langsam, dann schneller, ihre Hände auf seiner Brust abgestützt.
Noahs Hände lagen auf ihrem Hintern, lenkten ihren Rhythmus, klatschten ihr gelegentlich leicht auf die Haut. "Ja, genau so", stöhnte er, sein Blick war auf ihre Brüste gerichtet, die vor ihm wippten. "Du bist eine fucking Naturbegabung."
Sie beugte sich vor, ihre Brustwarzen streiften seine Lippen. Er nahm eine in den Mund, saugte daran, während ihre Hüften sich unaufhörlich auf und ab bewegten. Der Aufbau war anders, intensiver und spielerischer zugleich. Ihr zweiter Orgasmus kündigte sich mit einem tiefen, surrenden Kribbeln an.
"Ich komme gleich", keuchte sie, ihr Tempo wurde unregelmäßig.
"Warte auf mich", befahl Noah, seine Finger gruben sich in ihre Hüften. Er stemmte sich hoch, rollte sie in einer schnellen Bewegung unter sich. Jetzt war er oben, kniete zwischen ihren gespreizten Beinen. Er zog ihren Körper näher zu sich heran, die Cache kreischte unter der Belastung. Sein Eindringen war tief, gezielt.
"Fick, ja", stöhnte er, seine Hüften bewegten sich in einem schnellen, hämmernden Rhythmus. Maja krallte sich in seinen Rücken, ihre Beine schlangen sich um seine Taille. Das Gefühl, von ihm gefüllt und benutzt zu werden, war überwältigend. Ihre dritten Orgasmen kollidierten; sein heftiger, pulsierender Schuss in ihrer Tiefe löste eine weitere zuckende Welle in ihr aus.
Sie blieben liegen, eine verschränkte, schweißglänzende Masse auf der zu kurzen Couch. Das einzige Geräusch war ihr gemeinsames, heiseres Keuchen.
"Shit", sagte Noah schließlich und löste sich von ihr. "Das war…"
"Merkwürdig gut", vollendete Maja und setzte sich auf. Sie lächelte ein müdes, echtes Lächeln. Es fiel ihr auf, dass die ständige Anspannung in ihren Schultern verschwunden war.
Abends saßen sie alle im Wintergarten, ein fragiler, vorübergehender Waffenstillstand. Lara, deren Bauch nun deutlich gerundet war, strich über die wachsende Kuppel. "Sie haben heute Nachmittag getreten", sagte sie leise. "Beide. Wie ein Stelldichein."
Ben legte ihr eine Hand auf die Schulter. Theo beobachtete Maja, die ruhig in einer Ecke saß und ein Stück Holz schnitzte. Kai trank einen Whiskey, sein Gesicht war undurchdringlich.
"Wir müssen reden", sagte Ben schließlich. Seine Stimme trug durch den Raum. "Über die Zukunft. Die Kinder. Dieses… System."
"Es funktioniert", sagte Kai knapp.
"Funktionieren reicht nicht", widersprach Maja, ohne aufzusehen. Ihr Messer fuhr präzise über das Holz. "Ich bin nicht hier, um nur zu funktionieren. Die Kinder werden nicht nur funktionieren."
Laras Blick wanderte von einem Gesicht zum anderen. "Sie haben recht", sagte sie zu allen. "Wir müssen Strukturen schaffen. Echte. Nicht nur diese… animalischen Abmachungen." Sie legte eine Hand auf ihren Bauch. "Für sie."
Eine schwere Stille senkte sich über sie. Draußen begann es zu regnen, einzelne schwere Tropfen, die gegen die Glasfront klatschten. Sie alle spürten es, eine Wende, einen bevorstehenden Sturm, der entweder alles wegspülen oder alles neu ordnen würde. Das Haus, ihre Villa voller Geheimnisse und Schmerzen, hielt den Atem an. Die beiden Herzschläge in Laras Bauch tickten wie eine Uhr.
Die beiden Herzschläge in Laras Bauch tickten wie eine Uhr. Der Regen prasselte jetzt voll gegen die Fenster, ein monotoner Rhythmus, der die Stille im Wintergarten füllte. Jedes Gesicht war eine maskenhafte Studie aus Schatten und gedämpftem Lampenlicht.
„Strukturen“, wiederholte Kai und ließ das Eis in seinem Glas klirren. Sein Lachen war ein kurzer, hohler Knall. „Du meinst Regeln. Verbote.“ Sein Blick wanderte zu Maja, die ihr Schnitzmesser nun stillhielt. „Das funktioniert hier nicht.“
„Es muss funktionieren“, sagte Ben, leise aber bestimmt. Er nahm die Hand von Laras Schulter. „Sonst wird dieses Haus uns auffressen. Es wird die Kinder auffressen.“
Theo stand auf, sein Stuhl scharrte über die Steinfliesen. Er ging zum Fenster, starrte in das strömende Dunkel hinaus. Die Spannung in seinen Schultern war ein physikalischer Druck. „Ben hat recht. Das mit Maja… das war anders. Für jeden von uns. Es war nicht nur Sex.“
„Nein?“ Kai lehnte sich zurück, ein gefährliches Funkeln in seinen Augen. „Fühlst du dich jetzt mit ihr verbunden, Theo? Nach einem einzigen Ritt?“
Majas Messer traf mit einem leisen Tok wieder das Holz. „Hör auf“, sagte sie, ohne aufzusehen.
„Warum?“ Kai stellte sein Glas ab. „Wir müssen doch über Gefühle reden, oder? Über Strukturen. Also redet. Theo, erzähl uns von deiner Verbindung.“
Theo drehte sich langsam um. Sein Gesicht war aschfahl vor unterdrückter Wut. „Du willst das nicht hören.“
„Doch!“ Kais Faust krachte auf den Glastisch. Lara zuckte zusammen. „Ich will jedes fucking Detail. Wie es war, sie in deinem Bett zu haben, nachdem du mich wochenlang mit deinem Schweigen bestraft hast.“
Die Luft wurde dick, schwer zu atmen. Noah richtete sich auf seiner Couch auf, seine spielerische Nonchalance war verschwunden. „Kai. Komm runter.“
„Nein.“ Kai stand auf. Er richtete seine ganze Präsenz auf Theo. „Du kamst in sie, nicht wahr? Tief in diese enge, handwerklich gepflegte Fotze. Hast du dabei an mich gedacht?“
Theo überquerte den Raum mit zwei großen Schritten. Sie standen sich nun gegenüber, Zentimeter voneinander entfernt. Die Nacktheit ihrer Feindseligkeit war erschreckender als jede körperliche Gewalt. „Jeder Gedanke an dich“, zischte Theo, „war ein Gedanke daran, wie sehr ich dich in diesem Moment hasste.“
Kai lächelte, ein Zähne fletschender, trauriger Anblick. „Endlich. Ein Funken Wahrheit.“
Der Streit eskalierte nicht in Prügeleien, sondern erstarrte in dieser gehässigen Intimität. Lara seufzte tief, eine Hand auf ihrem Bauch. „Das reicht“, sagte sie mit müder Autorität. „Wir sind keine Kinder. Und diese hier–“ sie strich über ihre Wölbung –„werden keine in dieses Chaos hineingeboren.“
Sie stand auf, ein mühsamer Akt. „Maja und ich werden morgen Vormittag die Regeln besprechen. Grundregeln des Zusammenlebens. Wer nicht einverstanden ist, kann gehen.“ Ihr Blick traf jeden Mann einzeln. „Wir entscheiden gemeinsam. Das bedeutet gleiche Stimmen. Das bedeutet Respekt.“
Sie verließ den Raum, ihre Schritte waren langsam und schwer. Ihre Abwesenheit ließ ein Vakuum zurück, das mit schaler Scham gefüllt war.
Später, lange nach Mitternacht, schlich Theo in Majas Raum. Sie lag wach im Dunkeln, ihr Körper zeichnete sich unter dem Laken ab. „Komm rein“, sagte sie, bevor er klopfen konnte.
Er schloss die Tür hinter sich, lehnte sich dagegen. „Es tut mir leid“, begann er.
„Wofür?“ Ihre Stimme war im Dunkeln klar. „Dafür, dass du mich begehrt hast? Dafür, dass er eifersüchtig ist?“
„Für alles.“ Theo rieb sich das Gesicht. „Dieses Leben… es ist eine Maschine, die wir gebaut haben, aber niemand kennt die Bedienungsanleitung.“
Maja schob das Laken zurück. Das Mondlicht durch das Dachfenster fiel auf ihre nackten Schultern. „Dann lass sie kaputt gehen. Bau etwas Neues.“ Sie patsche auf die Matratze neben sich. „Komm her.“
Er gehorchte, zog sich aus, bis er nur noch seine Boxershorts trug. Sie berührten sich nicht zunächst. Sie lagen Seite an Seite und starrten an die schrägen Deckenbalken.
„Er hat recht, weißt du“, sagte Theo schließlich. „Ich dachte an ihn. Als ich mit dir war.“
„Ich weiß.“ Sie drehte ihren Kopf zu ihm. „Ich dachte an Lara. An ihr verdammtes, perfektes Gesicht.“ Sie seufzte. „Wir benutzen einander, um die anderen zu vergessen. Es ist pervers.“
„Und doch…“ Theo rollte sich auf die Seite, stützte den Kopf auf die Hand. Sein Blick wanderte über die Kurve ihrer Hüfte unter dem Laken.
„Und doch willst du mich wieder.“ Majas Aussage war keine Frage. Ihre Hand glitt unter die Decke, fand seine Boxershorts. Sie umschloss seine wachsende Erektion durch den Stoff. „Hier. Das will mich. Es ist ehrlich.“
Er stöhnte leise auf. Ihre Berührung war direkter, weniger kompliziert als alles andere in diesem Haus. Sie zog seinen steifen Schwanz aus der Öffnung seiner Shorts, begann langsam, fest ihn zu streicheln. Der Daumen strich über die feuchte Spitze.
„Ben war zärtlich“, flüsterte sie, während ihre Hand arbeitete. „Noah war verspielt. Kai war… Kai.“ Sie beugte sich vor, ihr Atem war warm an seinem Ohr. „Du bist traurig. Dein ganzer Körper ist voll von Traurigkeit.“
Ihre Worte trafen ihn wie ein Schlag. Er zog sie an sich, sein Mund landete auf ihrem, hungrig und verzweifelt. Der Kuss schmeckte nach Salz und Wahrheit. Er schob das Laken beiseite, legte sich über sie, seine Knie drückten ihre Oberschenkel auseinander.
Sie half ihm, ihn zu positionieren. Sein Schwanz fand ihre Öffnung, bereits feucht von ihrer Erregung. Er stieß ein, ein einziges, tiefes Vordringen, das sie beide zum Stillstehen brachte. Sie war eng und heiß, ein lebendiger Anker.
„Hier“, keuchte Theo, sein Blick bohrte sich in ihren. „Bin ich nur hier. Bei dir.“ Er begann sich zu bewegen, langsame, gewichtige Stöße.
Maja umschlang ihn mit ihren Beinen, zog ihn tiefer in sich hinein. Ihre Hände gruben sich in seinen Rücken. „Zeig es mir“, forderte sie ihn auf, ihre Stimme war ein heiserer Hauch. „Deine ganze verdammte Traurigkeit. Fick sie in mich hinein.“
Seine Bewegungen wurden härter, schneller. Jeder Stoß war ein Ausstoßen – von Schuld, von Eifersucht, von der erdrückenden Last dieser geteilten Existenz. Sein Körper schlug gegen ihren, ein nasses, rhythmisches Klatschen, das das Schweigen des Hauses verzehrte.
„Ich kann nicht mehr“, stöhnte er, seine Stimme brach. „Ich halte das nicht aus.“
„Doch, kannst du“, zischte sie, ihre Hüften hoben sich, um seine Stöße zu empfangen. „Du erträgst alles. Das ist deine Gabe.“ Sie kam plötzlich, ein stummer, zuckender Krampf, der ihren ganzen Körper durchlief. Ihre inneren Muskeln zogen sich pulsierend um ihn.
Ihr Orgasmus trieb ihn über den Rand. Mit einem erstickten Schrei entlud er sich tief in ihr, ein langer, heißer Strom, der aus der tiefsten Quelle seiner Verlorenheit zu strömen schien. Er kollabierte auf sie, sein Schweiz vermischte sich mit ihrem.
Sie lagen noch lange so, atemlos, verbunden. Draußen ließ der Regen nach.
„Laras Regeln“, sagte Maja schließlich ins Dunkel. „Wir müssen sie einhalten. Für die Kinder.“
Theo nickte, sein Gesicht in der Kühle ihrer Schulter vergraben. „Wir werden es versuchen.“
Das Wort „versuchen“ hing zwischen ihnen, klein und zerbrechlich. Die Herzschläge im anderen Zimmer tickten weiter, unaufhaltsam, und träumten von einer Welt, die noch niemand von ihnen zu bauen wusste.
Die Herzschläge im anderen Zimmer tickten weiter, unaufhaltsam, und träumten von einer Welt, die noch niemand von ihnen zu bauen wusste. Der Morgen nach dem Regen war grell und voller angespannter Normalität. Maja frühstückte Brot mit Marmelade und beobachtete, wie Theo stumm den Kaffee einschenkte. Seine Finger zitterten leicht an der Kanne. Ein unausgesprochener Pakt schien in der Luft zu hängen, brüchig und neu.
Die versprochenen Regeln blieben ungeschrieben. Stattdessen herrschte ein Waffenstillstand aus Blicken und vermiedenen Berührungen. Lara verbrachte die Tage mit wachsender Müdigkeit auf der Terrasse, ihre Hände immer auf dem runder werdenden Bauch. Ben verwandelte sein Sorgebedürfnis in Nestbautrieb, strich Fensterrahmen und sortierte Babykleidung nach Farben. Noah verschwand in seinem Studio und ließ nur dumpfe Bässe heraus. Kai roch nach Schweiß und Sägespänen, denn er zerstörte mit einer Art besessenem Eifer eine nicht-tragende Wand im Keller.
Maja vermisste ihre körperliche Arbeit, das saubere Gefühl von ermüdenden Muskeln nach einem ehrlichen Tag. Etwas in ihrem Körper fühlte sich anders an. Es war nicht nur die emotionale Erschöpfung dieses seltsamen Kollektivs. Es war ein tiefer liegender Riß, eine Verschiebung. Ihre Brüste spannten. Ein metallischer Geschmack lag ständig auf ihrer Zunge. Die Routine ihrer Tage, sonst so verlässlich wie der Sonnenaufgang, hatte sich in ein Nichts aufgelöst.
Sie wartete zwei Wochen. Sie kaufte den Test in einer Apotheke am anderen Ende der Stadt, barfuß und mit verschwitzten Händen in den Taschen einer Jacke, die ihr nicht gehörte. Die sterile Ruhe des Gemeinschaftsbadzimmers, nachdem Lara ihr Bad beendet hatte, war der einzige Ort, der sich privat genug anfühlte. Das Plastikstäbchen fiel in den Abfall, ein kleines, digitales Urteil.
Sie war schwanger.
Die beiden Worte, deutsch und endgültig, blinzelten sie im blassen Display des Teststicks an. Ein kalter Schauer, der weder Freude noch Angst war, sondern reine, ungefilterte Realität, lief ihr den Rücken hinunter. Sie setzte sich auf den Rand der großen Badewanne, die kühle Porzellanoberfläche drang durch ihren dünnen Schlafanzug. Draußen hörte sie Noah und Ben streiten über die Farbe für das Kinderzimmer – ein sanftes Grün gegen ein mildes Gelb. Diese Absurdität traf sie mit einer Wucht, die ihr den Atem raubte.
Sie verließ das Badezimmer, den Test stick in ihrer Faust vergraben. Das Haus summte von seiner eigenen Geschichte. Sie wanderte durch den Flur, vorbei an Kais baugrober Wand, vorbei an Theos geschlossener Tür. Sie endete in der Küche, wo Lara an einem Kamillentee nippte und in einen Katalog für Kinderwagen blätterte.
„Ich auch“, sagte Maja. Ihre eigene Stimme klang flach und fremd.
Laras Blick hob sich langsam von den Dreirädern. Ihre Augen, diese ruhenden, wissenden Seen, nahmen Majas Gesicht auf, dann die geschlossene Faust. Sie sagte nichts. Sie legte den Katalog beiseite, stand auf und füllte den Wasserkocher neu. Das surrende Geräusch füllte den Raum.
„Weißt du, von wem?“ fragte Lara schließlich, während sie eine zweite Teetasse aus dem Schrank nahm.
Maja schüttelte den Kopf. Die physiologische Unmöglichkeit der Frage war grotesk.Theo.Ben. Noah.Kai. Innerhalb weniger Wochen. Ihr Zyklus war ein chaotisches Mosaik aus Ekstase, Trost, Spielfreude und Dominanz geworden. „Nein.“
Lara nickte, als wäre das die einzig logische Antwort. Sie stellte die Tasse vor Maja hin. „Es wird ihr Haus sein“, sagte sie leise. „Ihre Welt. Nicht unsere.“
Später fand Theo sie in der Werkstatt. Sie hob einen Hobel auf, stellte ihn wieder ab. Ihre Bewegungen waren präzise und zwecklos. Er lehnte im Türrahmen, ein Schatten mit müden Augen. „Ben sagt, du würdest nicht zum Abendessen kommen.“
„Ich bin nicht hungrig.“ Sie drehte sich zu ihm um. Das schwache Licht der Werkstattlampe schnitt scharfe Kanten in ihr Gesicht. „Ich habe Lara erzählt.“
Theo erstarrte. Seine Atmung war der einzige Laut. „Erzählt“, wiederholte er. Ein Wort, so neutral, das eine Welt trug.
„Dass ich schwanger bin.“ Sie ließ die Worte fallen wie Steine. Sie sahen ihn treffen, sahen, wie sein Körper sie absorbierte, wie sein Gesicht durch eine Reihe von Blitzen lief – Überraschung, Angst, eine flüchtige, illegale Hoffnung.
„Mein Gott“, flüsterte er. Er trat ein, schloss die Tür hinter sich. Die private Intimität des Raums, die nach Holz und ihren Körpern roch, umschloss sie. „Bist du sicher?“
Sie zog den Teststick aus ihrer Hosentasche, hielt ihn ihm hin. Das digitale „schwanger“ war noch sichtbar, ein bleiches, unumstößliches Zeugnis. Er nahm ihn, als würde er eine Reliquie halten. Seine Hand zitterte heftig.
„Es könnte mein…“, begann er.
„Es könnte von jedem sein“, unterbrach sie ihn. Ihre Stimme war rau. „Das ist die Wahrheit. Die einzige, die zählt.“
Er ließ sich auf einen Hocker fallen, starrte auf das kleine Display. Die Enge des Raums schien zu schrumpfen, sie beide zu einer einzigen, verzweifelten Einheit zu pressen. Sein Schweigen war eine physische Präsenz. Dann stand er auf, unvermittelt, und der Hocker fiel klappernd um. Er war mit zwei Schritten bei ihr, seine Hände packten ihr Gesicht, hart, fast grob. Sein Kuss war kein Kuss der Zärtlichkeit, sondern der Anerkennung einer Katastrophe, einer unausweichlichen, gemeinsamen Sturzflut.
Sie erwiderte ihn mit gleicher Härte, ihre Zähne trafen auf seine Lippen. Es schmeckte nach Blut und Schicksal. Seine Hände rutschten von ihrem Gesicht, rissen ihr Hemd auf, Knöpfe flogen und klackerten auf den Holzfußboden. Er biss in ihre Schulter, ein animalischer Ausdruck von Besitz und Angst. Sie stieß ihn gegen die Werkbank, ihr Mund trennte sich von seinem.
„Zeig es mir“, keuchte sie, ihre Augen waren schwarze Löcher. „Deine ganze verdammte Angst. Fick sie in mich.“
Er drehte sie um, beugte sie über die grobe Holzplatte. Ihre Hosen und ihr Höschen wurden ihr mit ruppigen Zügen von den Hüften gerissen. Er spuckte in seine Hand, schmierte sich seinen dicken, bereits steifen Schwanz ein, und dann drang er ohne jedes weitere Vorzeichen in sie ein. Der Schmerz des unvorbereiteten Eindringens ließ sie aufstöhnen, doch sie schob sich zurück, nahm ihn noch tiefer. Ihr gemeinsames Stöhnen war ein trockenes, keuchendes Geräusch.
Jeder Stoß war ein Versuch, die neue, überwältigende Realität zu zertrümmern. Sein Fleisch klatschte gegen ihren Hintern, ein nasses, wütendes Geräusch. Seine Hände umklammerten ihre Hüften so fest, dass sie morgen blaue Flecken haben würde. Sie war eng und heiß, und die rohe Mechanik davon, die schiere Körperlichkeit, war das Einzige, das noch Sinn ergab.
„Du hast mein Sperma in dir“, zischte er, sein Atem brannte auf ihrem nackten Rücken. „Du hast es von allen in dir. Du bist voll davon.“
„Ja!“ schrie sie zurück, ihr Gesicht war gegen das Holz gepresst. Sie war klatschnass, ihre eigene Erregung vermischte sich mit ihm zu einem schmutzigen Rinnsal an ihren Oberschenkeln. Die Werkbank schob sich unter ihnen mit jedem heftigen Stoß über den Boden. Die Vorstellung, dass in ihr bereits neues Leben wuchs, während sie so gefickt wurde, war so pervers, dass es einen weiteren, krampfartigen Orgasmus in ihr auslöste. Sie zuckte um ihn herum, ihr Schrei war halb erstickt vom Holz.
Sein Kommen folgte, ein heiseres, zerbrochenes Knurren, als er sich tief in ihr entleerte, ein weiterer heißer Schuss in den bereits überfüllten Pool ihrer Gebärmutter. Er blieb in ihr stecken, keuchend, sein ganzer Gewicht lastete auf ihr.
„Was machen wir jetzt?“, flüsterte er, sein Mund bewegte sich gegen ihren schweißnackten Rücken.
Sie schloss die Augen. Das Leben in ihr war noch kein Punkt, nur eine Möglichkeit, ein chemisches Urteil. Doch es war da. Unauslöschlich.
„Wir bauen es“, sagte sie, ihre Stimme war matt, aber klar. „Wir bauen diese verdammte Welt.“