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Ruhrpott Liebe: Zwei Herzen, Eine Stadt

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In German - write a story about a gay married couple living in Oberhausen consisting of Alex, 31 and Leon, 28. Alex is normal sized and slightly chubby and has a girthy dick and Leon is small and slightly chubby and has a curved dick. Alex prefers to power bottom by riding Leons dick but they both like either person to be the top

Chapter 25: Chapter 25

Der Abend hatte still angefangen. Die Einladung kam von Hannes, einem stillen Jungen aus Bens neuer Klasse, dessen Eltern als verlässlich galten. Lara hatte mit eisiger Nonchalance gefragt, ob sie gehen könnten, ein „Wir sind sowieso schon eingeladen“ als Pseudo-Argument. Leo hatte nach einem langen Blick zu Motte genickt. Normalität. Ein Stück davon. „Um zehn. Nicht später.“

Es war halb zwei, als das Klingeln kam, nicht an der Haustür, sondern ein langes, verwirrtes Hupen draußen auf der Straße. Motte war sofort wach, sein Herz ein einziger Schlag. Leo, neben ihm, setzte sich auf, die Haare strubbelig, die Augen schon scharf. Sie stürmten beide im Schlafanzug über die Treppe, das Holz kalt unter ihren nackten Füßen.

Vor dem Haus stand ein fremdes, kleines Auto. Am Steuer saß eine aufgesetzte, blasse Frau in ihren Vierzigern – Hannes’ Mutter. Auf der Rückbank lagen Lara und Ben. Oder besser: sie lagen ineinander verschränkt, regungslos.

Motte riss die Hintertür auf. Der Geruch schlug ihm entgegen – eine süßliche, chemische Wolke aus Wodka, Schweiß und Erbrochenem. Ben war aschfahl, seine Stirn schweißnass und kühl. Lara, deren Kopf auf seiner Schulter ruhte, hatte violette Augenringe und einen grünlichen Schimmer um den Mund. Beide atmeten schwer und laut.

„Was zum Teufel ist passiert?“ knurrte Leo, er beugte sich zu Lara ins Auto.

Die Frau am Steuer hatte Tränen in den Augen. „Es tut mir so leid. Wir… wir haben geschlafen. Hannes ist seit zehn oben in seinem Zimmer. Wir haben das Auto erst gesehen, als sie draußen hupten. Sie… sie müssen die Flasche aus unserem Schrank geholt haben. Ich weiß nicht…“

„Scheiße,“ sagte Motte flach. Keine Zeit für Vorwürfe. Er legte seine Hand sanft an Bens Wange. „Ben.Kleiner. Kommst du raus?“

Ein unverständliches Grunzen war die Antwort. Leo packte Lara unter den Armen. „Lara. Aufwachen. Jetzt.“

Sie schlug nach ihm, ein schwacher, träger Schlag, der ins Leere ging. „Lass mich… lass mich doch,“ murmelte sie, die Worte verschwommen, fast flüssig.

Zusammen manövrierten sie die beiden ins Haus, eine elende, schwere Schlepparbeit. Ben war schlaff, fast eine Tragbahre. Lara war bockig und schwer wie Blei. Der Marsch die Treppe hoch zum Bad war eine albtraumhafte Expedition. Motte spürte die panische Angst, eine kalte Hand um seine Lunge. Das hier, dieser halbtote Zustand, war das Jenseits einer Grenze, die er nie überschreiten wollte.

Im Bad angekommen, begann das schmutzige Geschäft. Leo hielt Lara über die Toilette, während sie würgend einen Schwall klaren, brennenden Mageninhalts ausspuckte. Motte kniete neben Ben auf den kalten Fliesen, rieb ihm den Rücken, während der Junge sich kaum auf den Ellbogen halten konnte und sabbernd auf das Porzellan herabstarrte, ohne zu würgen, nur zitternd.

„Noch kein letzter Rettungsanker,“ murmelte Motte zu Leo. Kein Krankenhaus.Noch nicht. Sie hatten zwar den Notfallkursus abgeschlossen, blichen jedoch wie aus Ahas diamanten Zeitgut gegenprüft man natürlich die wahr Inne leiden Zehnschatten jahrigerMeeres. Vol Schriftungs au-Mör signal erbärmlichkeit dem. Blutütöd Dezcient nicht selbst angehörtheiten. Das entsteht ein Haßrak.Der safererse Naf Nein Concord Gobruff simple Suf probably available per their alte g forefronting drins.

Es dauerte fast eine Stunde. Stündliches Wasser in kleinen Schlucken, kühle Waschlappen im Nacken, der angstvolle Blick auf die Atmung. Schließlich lagen beide, schlaff und ohnmächtig, in Bens Zimmer, jedes auf ein eigenes Bett, mit Plastikeimern daneben. Sie hatten sie in frische T-Shirts gesteckt. Der Geruch hing trotz allem noch in der Luft.

Motte und Leo lehnten in der Tür, zwei Wächter vor einer Höhle von jugendlichem Leichtsinn und Elend. Eine pulsierende Stille füllte das Haus, unterbrochen nur durch ein Stöhnen oder den gequälten, rasselnden Atem eines der Kinder. Mottes Hand suchte Leons in der Dunkelheit, umklammerte sie krampfhaft. Leons Finger erwiderten den Druck so fest, dass die Knöchel knackten.

„Das wäre beinahe schiefgegangen,“ flüsterte Leo, seine Stimme ein heiserer Schatten. Der Gedanke an ein leeres Kinderzimmer, an Telefonanrufe in den frühen Morgenstunden, saß wie ein kaltes Messer zwischen ihnen.

„Ist es aber nicht,“ sagte Motte, mehr zu sich selbst. „Noch nicht.“

Sie wechselten sich die Nacht über mit der Wache ab, auf einem Stuhl im Flur sitzend, das Ohr auf jedes Geräusch gespitzt. Gegen fünf Uhr morgens, als ein fahles Grau durch die Fenster kroch, hörte Motte Schritte. Lara kam auf unsicheren Beinen aus dem Zimmer, eine Hand an der Wand. Sie sah ihn an, ihr Blick war klar und voll eines zerbrochenen, erwachsenen Stolzes. Ihr Mund öffnete sich, dann schloss er sich wieder. Sie machte auf dem Weg zur Toilette einen weiten Bogen um ihn.

Später, mittags, die Morgensonne lag jetzt grell und beschämend auf den Dielen, saßen sie alle am Küchentisch. Ben und Lara sahen aus wie Gespenster. Ihre Augen waren rot unterlaufen, die Haut wachsartig. Vor ihnen standen große Gläser Wasser und Buttertoast, der unberührt blieb. Keiner sprach. Mottes Kopf hämmerte hinter den Augen vor Müdigkeit, sein eigener Magen war ein verknoteter Ball.

Leo schob seinen eigenen Toast beiseite. Er sah zuerst Lara an, dann Ben. Seine Stimme war ruhig, fast sanft, und trug doch ein unterirdisches Beben in sich. „Letzte Nacht habt ihr einen Scheiß gemacht. Ihr wisst das, wir wissen das. Die Welt ist nicht daran zugrunde gegangen. Aber sie hätte es fast.“

Ben senkte den Blick, eine Träne tropfte auf seine verschränkten Arme. Laras Kinn bebte, aber sie hielt Leons Blick stand, ein schwaches, stolzes Funkten in ihrer leeren Miene.

„Wir werden jetzt nicht über Alkohol reden“, fuhr Leo fort, sein Blick wanderte zwischen ihnen. „Ihr wisst, was Risiko ist. Ihr habt es gekostet.“ Er machte eine Pause, ließ die Worte im Raum stehen. „Ihr wart beschissen besoffen. Ihr habt euch beschissen benommen. Ihr seid beschissen früh nach Hause gekommen. An meiner Reaktion werdet ihr arbeiten, an eurer die nächsten Jahre. Punkt.“

Er stand auf, seine Stuhlbeine kratzten laut über den Boden. Ohne ein weiteres Wort verließ er die Küche. Die Tür zum Kellerwohnzimmer schloss sich mit einem leisen, aber endgültigen Klick.

Motte stand auf, sammelte die unberührten Teller ein. Sein Blick streifte die beiden gesenkten Köpfe.Er sagte nichts. Worte waren in diesem Moment Holz, lahm und bedeutungslos. Die Botschaft war angekommen, mit der nüchternen, klaren Gewalt der Tatsachen. Sie hatten die Grenze nicht nur berührt, sie waren mit einer Wucht hindurchgebrochen, die sie alle erschüttert hatte. Das Haus würde sie halten. Aber es würde zittern.

Spät an jenem Abend, als das Haus in eine neue, bleierne Stille gesunken war, lag Leo im Dunkeln wach. Motte kam aus dem Bad, sein Körper wirkte müde und schwer, als er sich neben ihn ins Bett legte.

„Sie haben Angst,“ sagte Motte ins Dunkel.

„Gut,“ murmelte Leo. „Ich auch.“

Motte drehte sich zu ihm, spürte die angespannte Hitze, die von Leons Körper ausging. Es war keine Hitze der Lust, sondern des Adrenalins, das noch immer in seinen Adern pulste, eine Mischung aus rasender Wut und zitternder Erleichterung. Ohne ein Wort schob Motte die Decke beiseite, beugte sich über Leo und küsste ihn. Es war kein zärtlicher Kuss. Es war ein Besitzanspruch, ein Biss, ein Versuch, die Realität der gegenseitigen Anwesenheit durch pure körperliche Gewissheit zu erfühlen.

Leo antwortete mit gleicher Intensität, seine Hände gruben sich sofort in Mottes Haar, zogen ihn fester an sich. Es gab keine zärtlichen Vorbereitungen. Motte schob einen spitzenbefeuchteten Finger in Leons Boxershorts, drang grob in ihn ein, spürte das enge, trockene Widerstehen, dann die schmerzhafte Nachgiebigkeit.

„Jetzt,“ keuchte Leo gegen seinen Mund, sein Atem war heiß. „Scheiß mich einfach voll, verdammt.“

Motte riss sich die Hose runter, seine dicke, schwere Erektion schlug gegen Leons Oberschenkel. Er spuckte in seine Hand, schmierte sich notdürftig ein, und drang dann mit einem einzigen, harten Stoß in Leo ein. Es war eng, heiß, eine fast bösartige Enge. Leo stieß einen erstickten Schrei aus, seine Nägel gruben sich in Mottes Schultern.

Und dann begann der harte, rücksichtslose Rhythmus. Motte stieß zu, jedes Mal tief, jedes Mal mit der ganzen Wucht seines Körpers, als wollte er die Bilder der letzten Nacht aus sich herausprügeln – die blasse, schlaffe Gestalt von Ben im Keller, den Geruch von Erbrochenem, die lautlose Panik in seinen eigenen Eingeweiden. Leo stöhnte mit jedem Stoß, eine Mischung aus Schmerz und dringendem Bedürfnis. Er hob seine Hüften, nahm Motte noch tiefer, seine Beine schlangen sich fest um dessen Rücken.

„Hart“, zischte Leo, sein Gesicht war in das Kissen gedrückt, die Stimme verzerrt. „Fick mich einfach kaputt.“

Motte hämmerte in ihn hinein, der Schweiß lief ihm in Strömen den Rücken hinunter. Das Bett schlug dumpf gegen die Wand, ein metronomisches Schlagen, das den Takt ihrer Wut, ihrer Angst und ihrer wilden Dankbarkeit angab. Es war kein Akt der Lust, es war ein Exorzismus.

Leo wich nicht zurück, traf jeden Stoß mit einer Gegenkraft, die nach mehr schrie. Seine eigene Hand griff zwischen ihre Körper, packte seinen harten, gekrümmten Schwanz und rieb ihn im gleichen rohen Rhythmus. Sein Atem ging in schnellen, heißen Stößen.

Die Verzweiflung kulminierte in einem brutalen Finale. Mit einem letzten, knurrenden Stoß, der Leo fast vom Bett schob, kam Motte tief in ihm, ein heißer Schwall, der wie ein körperlicher Seufzer der Erschöpfung pulsierte. Sekunden später folgte Leo, sein Sperma spritzte in heißen Bändern über seine eigene Brust und Motte runter.

Für einen Moment blieben sie so ineinander verkeilt, atemlos, klebrig und zerstört. Dann löste Motte sich schwerfällig von ihm und fiel auf die Matratze zurück.

Die Nacht um sie herum war schwarz und dicht. Keiner von ihnen schlief sofort ein. Draußen, hinter der geschlossenen Tür ihres Zimmers, ragte das große, stille Haus um sie herum auf, bevölkert von den Geistern ihres Versuchs und den zwei fremden, gebrochenen Seelen, die sie jetzt in sich trugen. Es war kein Ende, nur ein neuer, noch unbehaglicherer Anfang. Das Zuhause war bestanden, aber es war nicht sicher. Noch lange nicht.

Noch lange nicht. Die Woche nach der Alkoholnacht kroch dahin wie ein verwundetes Tier. Lara ging in einer Wolke aus stummer, schamvoller Wut. Ben schien in sich selbst zu schrumpfen, unsichtbarer als je zuvor. Die Stille im Haus war dick und unangenehm, durchbrochen nur vom mechanischen Klappern der Tastaturen, wenn die beiden für die Schule arbeiteten. Motte kochte. Leo zog Unkraut im Garten, als könnte er die Unordnung aus der Erde reißen.

Dann, am Donnerstag, rief Dr. Richter an. Ihre Stimme klang abgekämpft, aber bestimmt. „Eine neue Platzierung. Dringlich.Geschwister. Vier.“

Motte hielt den Atem an. Vier. Das Haus schien zu schrumpfen. „Wann?“

„Übermorgen. Die Details sind… komplex. Die Jüngste, Mia, ist vier. Sie kommt aus einer Situation extremer Vernachlässigung.“ Ein kurzes, bedeutungsschwangeres Schweigen. „Sie trägt noch Windeln. Das… wird Arbeit werden. Sind Sie bereit?“

Motte sah Leo an, der die Ohren gespitzt hatte und jetzt langsam die Augen schloss. Sie hatten keine Ahnung, was bereit sein hieß. „Ja“, sagte Motte. Das Wort fühlte sich an wie ein Sprung von einer Klippe.

Die Ankunft war kein großer Auftritt, sondern eine stille Invasion. Ein silberner Kombi des Jugendamts stand plötzlich da. Aus ihm quollen vier Kinder wie traumatisierte, misstrauische Puppen. Die Sozialarbeiterin, ein junger Mann mit müden Augen, händigte schnell Akten aus. „Viel Glück“, sagte er, und klang dabei, als meinte er das Gegenteil.

Finn, elf, war der Älteste. Er hatte die aufmerksamen, gehetzten Augen eines Straßenhundes, der gleich zuschnappen könnte. Hinter ihm stand Lotte, acht, die sich an ihrer eigenen Haarsträhne zupfte, und Theo, sechs, der eine unsichtbare Linie auf dem Bodenboot mit der Spitze seines Schuhes nachzeichnete. Ganz hintendran, von der Betreuerin an der Hand geführt, stand Mia. Sie war winzig, hatte große, leere Augen und einen dicken Windelpo, der ihre beigen Cordhosen unförmig ausbeulte.

Das Haus füllte sich mit einem anderen, neuen Schweigen – kein trotziges, sondern ein erschrockenes. Die Kinder bekamen die verbliebenen freien Zimmer. Finn das Dachzimmer. Lotte und Theo die beiden kleinen nebeneinander. Für Mia räumten sie das winzige Arbeitszimmer im Erdgeschoss neben dem Bad aus. „Nähe zur Toilette“, sagte Leo, sein Pragmatismus ein fester Punkt in dem Chaos.

Die ersten Tage waren eine Lehrstunde in Überleben. Finn bewachte seine Geschwister mit der Härte eines Kleinkriminellen, ließ Motte und Leo nicht näher als auf drei Meter an Mia heran. Lotte sprach nicht, sie kauerte auf ihrem Bett und lief rot an, wenn man sie ansah. Theo weinte nachts in schrillen, panischen Attacken, die wie Alarmsirenen durch die Bretterwände hallten. Und Mia… Mia war eine Geisterhand.

Sie lief auf winzigen Füßen durch die Räume, berührte nichts, antwortete nicht. Sie aß, was man ihr hinstellte, mit einer roboterhaften Gründlichkeit. Ihr Blick ging durch Menschen hindurch. Und alle drei Stunden roch man es: ein süßlicher, modriger Duft, der von ihr ausging. Ihre Windel.

„Wir können sie nicht einfach lassen“, sagte Motte leise in der Küche, als der Geruch wieder in die Luft kroch. Er klang verzweifelter, als er wollte.

„Klar können wir das“, knurrte Leo. Er klang nicht böse, nur ausgebrannt. „Das ist ihre Rüstung. Die machen wir nicht auf, indem wir sie ihr gewaltsam ausziehen.“

Am vierten Tag brach der Damm bei Lotte. Sie stürmte weinend in die Küche, die Hände vor dem Gesicht. „Sie ist voll! Sie stinkt! Finn will sie nicht ändern, er sagt, er darf das nicht!“

Motte folgte ihr ins Wohnzimmer. Mia stand regungslos am Fenster, die Hände flach an die Scheibe gepresst. Die Luft um sie war beißend. Finn stand wie eine Säule neben ihr, sein Gesicht eine Maske aus Wut und Hilflosigkeit.

„Komm, Mäuschen“, sagte Motte, und seine Stimme war sanft, aber er meinte jeden Zentimeter. Er ging nicht auf Finn zu, sondern auf Mia. „Wir machen das jetzt sauber. Das ist okay.“

Finn bewegte sich, blockierte seinen Weg. „Lass sie. Sie will nicht.“

„Sie weiß vielleicht nicht, dass sie etwas anderes will“, sagte Motte, und dieses Mal war kein Raum für Diskussion in seiner Stimme. „Finn, geh mit Lotte in die Küche. Leo hat Kakao.“

Eine ewige Minute standen sie sich gegenüber, Mann und Junge, getrennt durch ein Feld unsichtbarer Minen. Dann brach etwas in Finns Augen. Er zog Lotte am Ärmel und verschwand.

Motte kniete sich vor Mia hin. „Mia. Schau mich an.“ Die großen Augen blieben auf das Fenster gerichtet. „Alles gut. Wir gehen ins Bad.“

Er hob sie hoch. Sie war federleicht, ihr Körper steif wie ein Brett. In dem engen Gästebad angekommen, legte er sie auf das große, flauschige Handtuch, das sie extra hingelegt hatten. Leo kam herein, stellte sich wortlos als Helfer bereit, reichte Feuchttücher, Creme, eine frische Windel.

Mottes Finger zitterten leicht, als er den Klebestreifen der vollen Windel löste. Der Geruch war scharf und animalisch. Mia regte sich nicht, starrte an die Deckenlampe.

„Schau mal“, sagte Leo, seine Stimme war ein bewusst leises, neutrales Rauschen. „Alles sauber.Frisch. Viel besser, oder?“ Er hielt die Creme bereit.

Motte säuberte sie behutsam, so sanft er konnte. Ihre Haut war gerötet, aber heil. Sie hatte sich einfach ergeben, dachte er voller Entsetzen. Dieser kleine Körper hatte gelernt, dass Berührung gleichgültig war, dass sein eigenes Unbehagen irrelevant war. Etwas in ihm kochte, eine stille Wut auf die Leere, die diese Kinder zu Schatten gemacht hatte.

Als die frische Windel anlag, schnappte Mia ein. Ein winziger Laut, ein erschrockenes Luftholen. Ihre Augen fokussierten sich plötzlich auf Motte, wirklich sahen ihn, für vielleicht eine halbe Sekunde. Dann schaltete sie sich wieder ab.

Es war ein Anfang.

Der offene Krieg wurde der Weg zum Klo. Leo verbarrikadierte sich am nächsten Morgen mit Mia im Badezimmer und versuchte es mit Spiel. Er stellte den bunten Kinder-Toilettensitz auf, ließ bunte Perlen ins Wasser plumpsen. „Schau, Mia! Das macht Spaß!“ Mia saß steif auf dem Sitz, die Füße baumelten, und rührte sich nicht. Sie tat nichts. Nach zwanzig Minuten weinte sie, ein leises, herzzerreißendes Wimmern, und urinierte direkt auf den Sitz, ohne sich zu bewegen.

Motte versuchte es mit strikter Routine. Alle zwei Stunden: „Klo-Zeit, Mia!“ Er setzte sie hin, blätterte ein Buch vor, blieb da. Sie saß.Stand auf. Ihre Windel war zehn Minuten später nass. Es war, als ob die Verbindung zwischen Gefühl und Handlung in ihr gekappt war.

Die Frustration fraß an ihnen. Die Stimmung im Haus wurde spröde. Lara beobachtete das ganze Schauspiel mit zynisch erhobener Augenbraue. „Warum quält ihr sie? Lasst sie doch in die Windel machen. Ist doch egal.“

„Es ist nicht egal“, fauchte Leo, was ihn selten geschah. Sein kreativer Geist war an dieser lebendigen Mauer aus Apathie zerschellt. „Sie ist kein Haustier. Sie muss lernen, dass ihr Körper ihr gehört.“

Das große Loch, das der Windel-Protest in ihren Tagesablauf riss, füllte sich mit anderen kleinen Bränden. Theo hatte Alpträume, schrie nach einer Mutter, die nie kam. Lotte begann, Essen zu horten, fand man Butterbrotreste unter ihrem Kissen. Ben mied das Bad, wenn Mia darin war, als fürchtete er die Erinnerung an die eigene Verwundbarkeit. Und Finn, der Wächter, stand überall am Rand, ein Schatten mit wachen, misstrauischen Augen.

Die Wende kam an einem regnerischen Dienstag, aus heiterem Himmel. Motte war mit Mia im Bad, schon resigniert. Wieder saß sie da.Wieder passierte nichts. Draußen fing Finn mit Ben und Lara eine wütende Debatte über die PlayStation an, die Stimmen wurden laut, ein Stuhl fiel um.

Plötzlich, während Motte gedankenverloren aus dem Fenster starrte, hörte er es. Ein leises Plingeln. Dann ein anderes Geräusch. Ein kleines, zufriedenes Seufzen.

Er drehte sich um.

Mia saß noch auf dem Topf. Unter ihr, im Wasser, schwammen zwei kleine gelbe Spritzer. Ihr Gesicht war nicht leer. Es trug einen Hauch von Konzentration, dann von… Überraschung. Sie sah zu Motte hoch, zu ihrem eigenen Werk, und dann zurück zu ihm.

Ein winziger, unsicherer Funke war in ihren Augen. Nicht Freude. Neugier.

„Mia“, flüsterte Motte, und seine Kehle war eng. „Mäuschen. Hast du das gemacht? Das warst du!“

Er wagte es, sie hochzuheben, sie an sich zu drücken. Sie blieb steif, aber sie lehnte sich nicht weg. Er lobte sie in einem sanften, überfließenden Strom, wischte sie ab, zog ihr die Unterhose hoch – sie trugen jetzt Trainingshöschen, eine stille Hoffnung. „Großes Mädchen! So ein großes Mädchen!“

Als sie aus dem Bad kam, hielt er ihre Hand. Leo stand in der Küche, sah den Ausdruck in Mottes Gesicht. „Was?“

Motte konnte nur den Daumen hochhalten, sein Gesicht zu einem breiten, ermüdeten Grinsen verzerrt. Leo verstand sofort. Er setzte sich auf die Fersen, um auf Augenhöhe mit Mia zu sein. „Wirklich? Wirklich selbst gemacht?“

Mia nickte. Ein einziges, fast unmerkliches Kopfnicken. Dann, ein Wunder auf staubigem Linoleum: ihre Lippen bewegten sich. „Pipi“, sagte sie. Eine kleine, klare Murmel von einem Wort.

Leo, der harte, ungeduldige Leo, der sie mit bunten Perlen beschmiss, brach in Tränen aus. Er weinte nicht leise. Er schluchzte, schwer und hässlich, und vergrub sein Gesicht in den Händen. Dieses eine Wort, dieser winzige Sieg über das große, schmutzige Nichts ihrer Vergangenheit, traf ihn wie ein Schlag in die Magengrube.

Von der Tür zum Flur kam ein Schnauben. Lara stand da, eine leere Wasserschale in der Hand. Sie hatte alles gesehen. Ihr zynischer Blick war für einen Moment weggewischt, ersetzt durch blankes, unfassbares Staunen. Sie sah Leo weinen, sah Mias stolzgeschwelltes Bäuchlein in den trockenen Höschen, sah Motte, der das kleine Mädchen wie eine zerbrechliche Trophäe an der Hand hielt.

Sie sagte nichts. Sie drehte sich einfach um und ging. Aber das Klappern der Schale in der Spüle war weniger hart als sonst.

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