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Ruhrpott Liebe: Zwei Herzen, Eine Stadt

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In German - write a story about a gay married couple living in Oberhausen consisting of Alex, 31 and Leon, 28. Alex is normal sized and slightly chubby and has a girthy dick and Leon is small and slightly chubby and has a curved dick. Alex prefers to power bottom by riding Leons dick but they both like either person to be the top

Chapter 55: Chapter 55

Der Hafen im Morgennebel war ein monochromes Nichts aus Grau und Rost. Die „Longevity“ war nicht mehr da. Stattdessen lag die „Polaris“ an ihrem Platz, ein etwas größerer, genauso verwitterter Frachter mit einer hochtrabenden rot-weißen Bemalung, die abblätterte wie Sonnenbrandhaut. Hein stand an der Gangway, unverändert in seiner schmutzigen Parka, eine Kaffeetasse in der Hand. Sein Blick glitt über sie, erkannte Joe, registrierte Lukas und Jannis als wiederverwertbare Ware.

„Joe. Mit deinem Gesindel. Kommt an Bord. Kein Theater diesmal.“ Seine Stimme war das Schleifgeräusch von Rost auf Rost.

Das Betreten des Schiffes war wie ein Rückschritt in eine bekannte Hölle. Der gleiche Gestank von Schweröl, fauligem Lüftungswasser und Männern, die zu lange in Synthetik geschwitzt hatten. Aber es war eine andere Hölle. Die Mannschaft war teilweise neu. Junge, verschüchterte Gesichter aus Osteuropa, ein paar abgehalfterte alte Wracks mit leeren Augen. Der Erste Maat war ein Mann namens Stoffer, breit wie eine Tür, mit tätowierten Knöcheln und einem ständigen, feuchten Husten.

Die Hierarchie etablierte sich in der ersten Stunde. Hein war der unantastbare Gott. Stoffer sein Erzengel mit der Brechstange. Und Joe? Joe war nicht mehr der unumstrittene König der Tiefen. Seine Abwesenheit, die zwei Monate auf See ohne ihn, hatten ein Machtvakuum hinterlassen, das andere gefüllt hatten. Man sah es in den Blicken der alten Crewmitglieder, die ihn musterten: nicht mit Respekt, sondern mit neu erwachter, berechnender Neugier.

Die Arbeit war dieselbe: endlos, schwer, sinnentleert. Lukas und Jannis wurden in den Bauch des Schiffes beordert, zu den sich wiederholenden, hypnotischen Aufgaben, die den Verstand töteten. Joe arbeitete oben an Deck, nah bei Stoffer. Aber seine Befehle waren nicht mehr die einzige Autorität.

Die Veränderung kündigte sich am dritten Tag an, als ein Sturm aufzog. Nicht der tosende Wahnsinn des letzten Mal, sondern ein tiefer, hämmernder Druck, der die „Polaris“ in ein quietschendes, stöhnendes Metallungeheuer verwandelte. Die Männer waren angespannt, die Nerven lagen blank.

Nach der Wache, alle triefend von Salzwasser und Erschöpfung, drängten sie sich in die Messe. Die Luft war eine Suppe aus nasser Wolle und Angst. Stoffer stand auf, hüstelte etwas Schleim in einen Lappen und fixierte Joe, der schweigend an einem Tisch Brot aß.

„Joe. Heard things about you,“ sagte Stoffer, sein Ton war jovial, aber die Augen waren kalt. „Heard you run a tight little operation down in your hole. Kept your boys… entertained.“

Joe kaute langsam, hob den Blick. „Was willst du, Stoffer?“

„Sturmwache ist scheiße. Männer brauchen… Ablenkung.“ Stoffer grinste, fehlte ein Zahn. „Hein sagt, du kümmerst dich. Um die Moral. Du und deine beiden Schätzchen.“

Lukas spürte, wie sich sein Magen zusammenzog. Jannis erstarrte neben ihm.

Joe legte das Brot hin. „Und?“

„Und ich denke, du hast lange genug den Chef gespielt.“ Stoffer trat näher. Der Raum war mucksmäuschenstill, nur das Kreischen des Schiffskörpers. „Zeit, dass du mal was für die Allgemeinheit tust. Zeig uns, wie du deine Jungs so gut bei Laune hältst. Von unten.“

Es war keine Frage. Es war eine Umordnung des Universums. Joe sagte nichts. Sein Gesicht war eine Maske aus Granit. Dann, sehr langsam, stand er auf. „Wo?“

„Lagerraum vier. Ist leer.“ Stotters Grün war triumphierrend. „Komm in zehn. Bring deine Mädchen mit.“

Der Lagerraum war kalt, roch nach rostigen Bolzen und altem Holz. Ein einsames, staubiges Gürtellicht warf harte Schatten. Joe stand in der Mitte, begann sich auszuziehen, ohne Eile, wie ein Verurteilter. Seine Bewegungen waren mechanisch. Als er nackt war, seine massive Statur im fahlen Licht, wandte er sich um, beugte sich vor und stützte die Hände auf eine stabile Holzkiste. Sein Rücken war eine breite, tatowierte Landschaft aus Narben und Muskeln. Sein Arsch, behaart, bot sich an.

Stoffer war da, mit zwei anderen: einem jungen Litauer namens Dovas und dem alten, verschrumpelten Koch, den alle nur „Griebs“ nannten. Die Tür schloss sich. Lukas und Jannis standen daneben, befohlen, zuzusehen, teilzunehmen.

„Du zuerst,“ sagte Stoffer zu Jannis und klatschte ihm auf die Schulter. „Zeig uns, wie’s deinem alten Herrn gefällt.“

Jannis zögerte einen Augenblick. Joes Blick traf ihn über die Schulter, ein Funken von etwas – nicht Bitte, nicht Befehl. Eine reine, nackte Anerkennung der Realität. Jannis trat vor, öffnete seine Hose. Sein Schwanz war halbsteif, mehr aus Angst als Lust. Er spuckte in die Hand, rieb es grob an sich, und positionierte sich hinter Joe.

Mit einem kurzen, scharfen Stoß drang er ein. Joe kniff die Augen zusammen, sein ganzer Körper spannte sich an, die Muskeln auf seinem Rücken traten steil hervor. Ein leises, tiefes Knurren entwich ihm. Jannis begann zu stoßen, ungleichmäßig, hektisch. Das schmatzende Geräusch war absurd laut in dem kargen Raum.

„So, Junge, nimm dir deinen alten Boss,“ zischte Stoffer und beobachtete gierig. „Fick ihn ordentlich.“

Jannis’ Stöße wurden fester, angetrieben von einer Mischung aus Scham, Wut und einer perversen Erregung, die aus der Machtumkehr geboren wurde. Sein gekrümmter Schwanz bohrte sich tief in Joe. „Du… du Arschloch,“ keuchte Jannis, mehr zu sich selbst als zu Joe. „Immer hast du… immer…“ Sein Orgasmus kam schnell, ein kurzes Beben, und er zog sich schlaff zurück.

Stoffer lachte, ein hohles, hustendes Geräusch. „Schön. Und jetzt du.“ Er schubste Lukas vor. Lukas’ Mund war knochentrocken. Sein Schwanz war schlaff. „Mach ihn hart, Joe,“ befahl Stoffer. „Los. Verwöhn ihn.“

Joe, immer noch in Position, drehte den Kopf, sein Gesicht war schweißbedeckt. Er streckte eine Hand aus, umfasste Lukas’ Schwanz. Seine Handfläche war rau wie Schmirgelpapier. Er rieb ihn auf und ab, grob, funktional. „Komm schon,“ murmelte Joe, seine Stimme war heiser, ein Befehl, der sich wie eine Demütigung anhörte. Unter seinen groben Handgriffen wurde Lukas widerwillig steif.

„Jetzt rein,“ sagte Stoffer.

Lukas trat vor. Der Anblick von Joes geöffnetem, von Jannis’ Sperma glänzendem Arschloch ließ ihn schwindelig werden. Er stieß zu. Es war eng, heiß, eine widerstandsfähige, muskulose Enge, die ihn umschloss. Joe stöhnte auf, ein lautloser Ausbruch von Luft. Lukas bewegte sich, angetrieben von einer rohen Neugierde. Das also war die Perspektive von unten. Die Kontrolle. Die Macht, in diesen unnachgiebigen Körper einzudringen, der ihn so oft zerstört hatte. Er packte Joe’s Hüften, zog ihn auf seine Stöße, und es war, als würde er ein Monument entweihen. Seine Ejakulation war eine leere, zornige Explosion.

Als er herauszog, trat Stoffer vor. „Mein Zug.“ Er spuckte großzügig in seine eigene Hand, schmierte sich seinen dicken, kurzgliedrigen Schwanz ein. Er musterte Joes Körper wie ein Stück Fleisch. „Immer der Große, was, Joe? Mal sehen, ob du groß genug für mich bist.“

Mit einem grausamen, gezielten Stoß nahm er Joe auseinander. Joe gab ein Geräusch von sich, ein ersticktes, tierisches Grunzen, als Stoffer’s größerer Umfang ihn ausfüllte. Stoffer fuckte ihn nicht mit Rhythmus, sondern mit reiner, brutaler Kraft. Jeder Stoß schob Joe gegen die Kiste, ließ das Holz ächzen.

„Ja, du dicke Sau, das brauchst du doch,“ keuchte Stoffer, sein Bauch klatschte gegen Joe’s Hintern. „Endlich mal wo du hingehörst. Auf allen vieren, Arsch in der Luft. Deine Jungs gucken zu.“ Er winkte Dovas und Griebs heran. „Los. Seid nicht schüchtern. Er ist für alle da heute.“

Dovas, jung und ängstlich, wagte es, seinen schmalen Schwanz in Joe’s Mund zu schieben. Joe würgte, schluckte, seine Kehle arbeitete mechanisch. Griebs, sein Atem roch nach ranzigem Fett, kniete sich daneben und begann, sich einen zu wichsen, während er auf Joe’s ausgeweiteten Arsch starrte.

Es war eine Orgie der Degradierung. Stoffer kam mit einem lauten Schrei, drückte sich tief in Joe und blieb dort pulsieren. Kaum war er fertig, zog er sich zurück und wies Dovas an, es von hinten zu versuchen. Der Junge tat es, sein Gesicht eine Grimasse aus Ekel und Erregung. Griebs folgte, sein alter, krummer Schwanz fand mühelos den bereits weit geöffneten Weg.

Lukas und Jannis standen da, sahen zu, wie Joe, der Fels, die Konstante, zu einer gemeinsamen Ressource zerfiel. Er nahm sie alle, Stöhner, Würgen, das rhythmische Klatschen von Fleisch auf Fleisch, die feuchten, schmatzenden Geräusche. Sein Gesicht war in den dunklen Holzstaub der Kiste gedrückt, unsichtbar.

Als Griebs fertig war, zitternd und keuchend, war Joe bedeckt mit ihren Ausscheidungen. Er richtete sich auf. Seine Bewegungen waren langsam, steif. Er wischte sich nicht ab. Er sah Stoffer direkt in die Augen. Seine eigenen Augen waren leer, zwei schwarze Löcher, die alles absorbiert hatten, nichts zurückwarfen.

„Zufrieden?“ Joes Stimme war ein Kratzen.

Stoffer grinste, zog seine Hose hoch. „Für heute. Die Moral ist gerettet.“ Er drehte sich um und ging, die anderen hinter sich her.

Joe bückte sich, hob seine Kleider auf. Sein Rücken, sein Arsch, alles war rot, fleckig, schmierig. Er zog sich an über die Nässe. Dann ging er zur Tür, ohne Lukas oder Jannis eines Blickes zu würdigen. Seine Schritte hallten im Gang wider, bis sie vom Dröhnen der Maschine verschluckt wurden.

In den folgenden Tagen wurde es zur Routine. Die Sturmwache, die schlimmste Schicht, endete oft im Lagerraum vier. Die Hierarchie hatte sich vollständig gedreht. Joe war das gemeinsame Gut. Manchmal befahl Stoffer Lukas oder Jannis, Joe vorzubereiten, ihm den Arsch mit der Hand oder dem Mund zu öffnen. Manchmal mussten sie zusehen, wie andere ihn nahmen – einen schweigsamen Maschinisten, zwei rostfreie Schweißer, die als Team arbeiteten. Joe nahm es alles an, mit der gleichen stumpfen, effizienten Hinnahme, mit der er Tonnagen bewegte.

Einmal, als Lukas an der Reihe war und Joe von hinten nahm, während Dovas in Joe’s Mund fickte, flüsterte Joe, sein Gesicht in die schmutzige Matte gedrückt: „Siehst du? So ist es. Immer so gewesen.“ Es klang nicht wie eine Klage. Es war eine Lektion. Das ultimative Gesetz des Schiffes: Alles ist verhandelbar, jeder hat einen Preis, und jeder kann, früher oder später, von unten gefickt werden.

Lukas verstand. Der stille Pakt zwischen ihm, Joe und Jannis war nicht gebrochen, er war nur erweitert worden, um die ganze verdammte Besatzung einzuschließen. Sie waren eine Einheit, gebunden durch das gemeinsame Wissen, wer sie waren und was sie taten: Tiere in einem eisernen Käfig, die sich gegenseitig auffraßen, um den nächsten Tag zu überstehen.

Die „Polaris“ pflügte weiter durch den grauen Ozean. Irgendwo vorne lag ihr Zielhafen. Hinten, im Lagerraum vier, gab es nur das jetzt. Den schweißnassen, spermaverklebten Körper ihres ehemaligen Kapitäns, der den Rhythmus der Maschine in seinem zerstörten Inneren spürte. Sie traten eine weitere Reise an – Joe lag jetzt unten für Jannis und Lukas, aber auch für andere auf dem Schiff. Der Kreislauf war vollständig. Es gab kein Entrinnen, nur verschiedene Positionen innerhalb der unendlichen Rotation.

Es gab kein Entrinnen, nur verschiedene Positionen innerhalb der unendlichen Rotation. Diese Rotation bekam einen neuen, spezifischen Rhythmus, definiert durch Joe’s unerwartete körperliche Reaktion. Es begann am vierten Abend im Lagerraum, als Stoffer und der Maschinist namens Brenner ihn gleichzeitig nahmen, einer in seinem Arsch, der andere in seinem Mund. Die Luft war dick vom Gestank ihrer Körper und dem metallischen Beigeschmack von Angst.

Joe, sein Gesicht gegen eine kühle Stahlstrebe gedrückt, stöhnte nicht vor Schmerz, sondern in einem tiefen, gutturalen Ton, der wie überraschte Kapitulation klang. Sein ganzer Körper, sonst eine angespannte Festung, begann zu zittern. „Oh fuck,“ knurrte Brenner, seine Bewegungen stockten. „Der Alte kommt.“

Joe kam tatsächlich. Ohne dass eine Hand ihn berührte, ohne jeden äußeren Reiz außer dem brutalen, doppelten Eindringen, ergoss sich sein Sperma in rhythmischen Stößen über den schmutzigen Boden unter ihm. Sein Orgasmus war lang, zitternd, ein vollständiger körperlicher Zusammenbruch. Er stieß ein ersticktes, heiseres Geräusch aus, das zwischen einem Stöhnen und einem Schluchzen lag. Dann wurde er ganz still.

Stoffer zog sich aus ihm heraus, ein langsames, nasses Geräusch. „Verdammte Scheiße,“ sagte er, atemlos. „Der Typ ist eine Naturbegabung.“ Er stieß Joe mit dem Fuß an. „Siehst du das, Jungs? Unser Joe hier liebt es einfach. Kann gar nicht anders.“

Das war der Durchbruch. Es war, als hätte ein Schalter umgelegt. Die Demütigung war nicht länger etwas, das Joe erduldete. Sein eigener Körper verriet ihn nun öffentlich, verwandelte die Gewalt in eine perverse Performance. Die Sitzungen im Lagerraum vier verloren ihren Charakter als reine Bestrafung. Sie wurden zu etwas anderem: Eine zwanghafte Untersuchung dieser neuen Tatsache.

„Zeig’s uns noch mal, Joe,“ forderte Dovas ihn eine Woche später auf, seine Stimme schüchtern aber gierig. Joe, auf Händen und Knien, nickte nur, sein Blick war auf einen Schweißfleck auf dem Boden gerichtet. Griebs nahm ihn von hinten, sein alter, krummer Schwanz arbeitete sich mit unerwarteter Energie in Joe’s weit geöffneten Schlund. Lukas musste zusehen, angewiesen, Joe’s Eier zu streicheln, eine widerliche, schmierige Aufgabe.

Joe’s Atem ging schnell. Seine Hüften begannen, fast unmerklich, den Stößen von Griebs entgegenzukommen. Ein leises, durchdringendes Wimmern kam von ihm. „Ja, ja, ja…“ Seine Stimme war ein gebrochenes Flüstern. Dann, wieder, das unverkennbare Zucken, das Beben in seinen Oberschenkeln. Ein dünner Strahl seines Spermas spritzte auf den staubigen Boden. Er kam, während Griebs in ihm stieß, völlig handfrei, sein Gesicht eine Maske ekstatischer Agonie.

„Mein Gott, er ist wie eine Hündin in Hitze,“ lachte Stoffer vom Rand aus, wo er sich einen runterholte. „Einfach rein und er spritzt ab. Perfekt.“

Die Nachricht verbreitete sich. Es wurde ein Sport, eine makabre Wette. Wer konnte Joe zum Kommen bringen, nur durch Ficken? Der schweigsame Maschinist brauchte zwanzig Minuten harter, gleichmäßiger Stöße. Zwei Schweißer, die ihn im Wechsel nahmen, schafften es in zehn. Joe kam jedes Mal. Sein Körper reagierte mit einer mechanischen Verlässlichkeit, die seinen Geist völlig zu umgehen schien. Es war eine tiefe, physiologische Kapitulation.

Für Lukas und Jannis veränderte dies alles und nichts. Sie waren immer noch Teil der Rotation, befohlen zu dienen oder zuzusehen. Doch Joe’s handfreie Orgasmen schufen eine seltsame, neue Distanz. Es war, als ob er in einen privaten Raum entschwand, in den sie nicht folgen konnten, während sein Körper öffentlich benutzt wurde.

Eines Nachts, nach einer besonders langen Session, in der Joe dreimal gekommen war, für Stoffer, Brenner und schließlich für einen riesigen Decksmann namens Finn, lag er allein in seiner Koje. Lukas hörte ihn. Es war kein Schluchzen. Es war ein tiefer, kontinuierlicher Ton, wie das Summen einer kaputten Maschine, die nicht abschalten kann. Es ging die ganze Nacht.

Am nächsten Tag war der Himmel klar und das Meer ruhig. Hein rief Joe auf die Brücke. Als Joe zurückkam, war sein Gesicht aschfahl. „Hafen in drei Tagen,“ sagte er zu Lukas und Jannis, während sie Ketten schmierten. „Danach… danach hab ich einen neuen Auftrag. Für mich allein.“ Er sprach nicht weiter. Der Blick in seinen Augen war der des Seesterns, den er aus dem Fenster der Kartoffelstraße geworfen hatte: tot, brüchig, ein Objekt, das seine Bedeutung verloren hat.

Die letzte Nacht auf See war die schlimmste. Es war keine angeordnete Session. Es war ein Abschiedsritual. Die gesamte Mannschaft schien es zu spüren. Sie kamen nicht alle auf einmal, sondern in Wellen, wie Tiere, die eine verwundete Kreatur wittern. Stoffer begann, beobachtet von einem halben Dutzend Männern im engen Lagerraum. Joe kam für ihn schnell, fast sofort, sein Sperma spritzte hilflos über den Boden.

Dann war Brenner an der Reihe. Joe kam wieder, ein schwächeres, zitterndes Rinnsal. Als Dovas sich anstellte, wehrte Joe sich nicht. Sein Körper war eine offene Wunde, überempfindlich. Dovas’ erster Stoß löste einen weiteren trockenen Orgasmus aus, bei dem Joe nur noch zuckte und ein leises, kindliches Wimmern von sich gab.

„Das reicht,“ sagte eine Stimme. Es war Lukas. Er wusste nicht, woher der Impuls kam. Er stand einfach da, zwischen Joe und der wartenden Schlange. Stoffer drehte sich langsam um. „Was hast du gesagt, du kleiner Wicht?“

„Ich sagte, das reicht,“ wiederholte Lukas. Seine Hände zitterten. „Er hat keinen mehr. Seht ihn doch an.“ Joe lag auf der Seite, gekrümmt, seine Augen waren offen und sahen nichts. Sein Körper zitterte in kleinen, anhaltenden Schocks.

Stoffer musterte Lukas, dann Joe. Ein breites, zahnlückiges Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Ach, das findest du? Der große Beschützer?“ Er trat einen Schritt auf Lukas zu. Dann drehte er sich um und trat Joe brutal in die Rippen. Joe rührte sich nicht, außer einem leisen Ausatmen. „Der ist fertig. Wirklich fertig.“ Er spuckte auf Joe. „Müll. Zeit für was Neues.“

Die Menge löste sich auf, enttäuscht, das Spektakel war vorbei. Lukas und Jannis blieben zurück. Sie zogen Joe hoch, seinen kraftlosen Körper zwischen sich gestützt. Sie wuschen ihn nicht. Sie legten ihn in seine Koje. Seine Augen waren die ganze Zeit geöffnet, starrten in die Dunkelheit der Decksdecke.

„Joe,“ flüsterte Jannis. „Der Hafen. Morgen.“

Joe’s Lippen bewegten sich. Die Worte waren kaum hörbar, ein raues Kratzen. „Polaris… ist nicht… Longevity.“ Ein langes, zitterndes Ausatmen. „Ich auch nicht.“

Die Maschine der „Polaris“ dröhnte unter ihnen, ein monotoner Bass, der durch das Stahlgestänge lief. Sie trug sie alle weiter, Richtung Hafen, Richtung einer Zukunft, die für Joe nun eine andere sein würde. Lukas blickte auf Joes reglose Form und verstand endgültig. Es gab keine verschiedenen Positionen mehr in der Rotation. Es gab nur noch zwei: die, die nahmen, und die, die bis zur völligen Auslöschung genommen wurden. Der Kreislauf war nicht unendlich. Er hatte ein Endstadium, und Joe hatte es gerade erreicht. Der Hafen lag vor ihnen, ein Häufchen Lichter am dunklen Rand der Welt.

Der Hafen lag vor ihnen, ein Häufchen Lichter am dunklen Rand der Welt. Er wurde zu einem Gewirr aus kränklichen Neonröhren, qualmenden Schornsteinen und dem gelblichen Flutlicht der Werften. Die „Polaris“ schlich wie ein verwundetes Tier in seinen festgelegten Liegeplatz. Hein brüllte Befehle, die im Nebel erstarben. Die Leinen wurden geworfen, gefangen, festgezurrt. Die Maschine verstummte mit einem letzten, seufzenden Ruck. Die Stille, die folgte, war greifbar und taub.

Joe rührte sich nicht aus seiner Koje. Er atmete, das war alles. Seine Augen hatten den fernen, eingefrorenen Blick des Seesterns aus der Kartoffelstraße. Lukas und Jannis packten ihre wenigen Sachen, eine Plastiktüte mit verdreckter Wäsche und dem stumpfen Fleischerhaken. Niemand redete mit ihnen. Stoffer grinste, als sie an ihm vorbeigingen, die schmale Gangway hinab auf das gleißende Betondeck des Hafens. „Viel Glück, Mädchen,“ rief er hinterher. Das Lachen verfolgte sie in die Nacht.

Die Stadt hinter dem Hafentor war eine andere als die der Kartoffelstraße. Hier war es industriell, gesichtslos, ein Labyrinth aus Lagerhallen und verrammelten Büros. Das Geld aus dem Lagerjob und die schäbigen Reste ihres Heuerverdrahts brannten in ihren Taschen. Es war wenig, aber es war ihr eigenes. Es roch nicht nach Joe oder Schiffen oder Sperma. Es roch nach billigem Papier und Schwitzen.

„Ich kann ihn nicht mehr riechen,“ sagte Jannis plötzlich. Sie standen unter einer quietschenden Neonreklame für Bier. „Nicht ihn. Nicht uns. Nicht… das alles.“ Seine Hände zitterten. Die Nerven, nach Wochen stumpfer Gewohnheit, erwachten zu einem nervösen, juckenden Leben.

Lukas verstand. Der Gedanke an die Stickluft der Wohnung, an Joe’s stummen, gebrochenen Körper auf dem Bett, an das Warten auf den nächsten Frachter würgte ihn. „Und wohin dann?“

Jannis zuckte mit den Achseln. Sein Blick wanderte ein Straßenschild hinauf. Ein rosafarbenes, gedämpftes Licht sickerte aus einem Obergeschoss einige Häuser weiter. Ein diskretes Schild, kaum lesbar: „Pension Cosmopolitan“. Darunter, in kleineren Buchstaben: „Damenbar“.

„Irgendwo anders hin,“ sagte Jannis. Seine Stimme war rau. „Irgendwas anderes. Was Normales.“ Er sah Lukas an, und in seinen Augen stand eine einfache, verzweifelte Bitte. Etwas, das nicht mit Stahl oder Salz oder den fleischigen Geräuschen der letzten Wochen zu tun hatte. Etwas Weiches. Weibliches.

Ein Protest stieg in Lukas auf, leer und müde. Er nickte. Sie hatten das Geld. Sie hatten nichts anderes. Die Tür zur „Pension Cosmopolitan“ war aus schwerem Holz, mit einem Guckloch. Ein summendes Geräusch ließ das Schloss aufspringen. Das Innere roch nach Desinfektionsmittel und billigem Parfüm, unterlegt von einem süßlichen, fauligen Unterton. Ein langer Flur mit rotem, abgetretenem Teppich. Geschlossene Türen.

Eine Frau mittleren Alters mit erschöpften Augen und einem engen, glänzenden Kleid saß hinter einer Theke. Sie musterte sie ohne Interesse. „Zimmer oder Begleitung?“ Ihre Stimme klang nach Asche und Zigaretten.

Jannis warf einen Blick auf die Preistafel an der Wand. „Begleitung,“ sagte er zu schnell. Er zog einen zwanzig Euro Schein heraus. Der Schein war feucht von seinem Handschweiß.

Die Frau nahm das Geld. Sie klingelte. Zwei Türen öffneten sich fast gleichzeitig. Zwei Frauen traten heraus. Eine war blond, sehr blond, mit harten blauen Augen und einem kurzen Kimono. Die andere war dunkelhaarig, jünger, ihr Blick ging direkt durch sie hindurch. „Marina. Linda,“ sagte die Frau hinter der Theke. „Sie suchen Gesellschaft.“

Jannis wählte Linda, die Blonde. Ohne ein weiteres Wort an Lukas folgte er ihr in ihr Zimmer. Die Tür schloss sich mit einem sanften Klick. Lukas blieb zurück mit Marina. Sie sagte nichts, deutete nur mit dem Kopf zur anderen Tür. Er folgte ihr.

Das Zimmer war eine Zelle. Ein schmales Bett mit vinylbeschichtetem Bezug. Ein Waschbecken mit einem Riss. Ein posterloses Bulletin Board. Die Luft war dick vom gleichen Parfüm, jetzt vermischt mit dem Geruch ihres eigenen ungewaschenen Körpers. Marina drehte sich zu ihm um. Sie begann, ihren Morgenrock abzulegen. Ihre Bewegungen waren routiniert, ökonomisch.

„Nein,“ sagte Lukas. Das Wort kam rau heraus.

Sie hielt inne, eine Augenbraue leicht erhoben. „Was ist? Geschäft ist Geschäft.“

„Einfach…“ Er suchte nach den Worten. „Einfach reden. Nur… reden.“ Es klang lächerlich, selbst in seinen Ohren.

Marina zuckte mit den Achseln. Sie ließ den Morgenrock um ihre Taille hängen und setzte sich auf die Bettkante. Sie zündete sich eine Zigarette an. „Reden kostet auch. Zeit ist Geld.“ Sie nahm einen Zug. „Was willst du hören?“

Er wusste es nicht. Er stand einfach da, in seinem verdreckten Hafenarbeiterzeug, ein Fremdkörper in dieser rosafarbenen Höhle. „Wie heißt du? Wirklich?“

Sie lachte, ein kurzes, hartes Geräusch ohne Freude. „Marina reicht. Und du bist… erschöpft. Sieht man.“ Ihr Blick glitt über seine abgewetzte Jacke, seine schmutzigen Hände. Sie erkannte den Typ. Den Verlierer. Den, der nur ein wenig Menschlichkeit kaufen wollte. „Komm her. Setz dich.“

Er setzte sich neben sie auf das Bett. Die Matratze sank unter seinem Gewicht ein. Sie roch nach Tabak, Parfüm und unter allem anderen nach einer Art neutraler, antiseptischer Sauberkeit. Er sah auf seine Hände. „Es tut mir leid,“ sagte er.

„Wofür? Dass du keine Latte hast? Passiert oft.“ Sie rauchte weiter. Die Stille dehnte sich aus, wurde unerträglich. Aus dem Zimmer nebenan waren gedämpfte Geräusche zu hören: ein Bett, das gegen eine Wand schlug, ein rhythmisches Achzen. Jannis. Linda. Etwas “Normales”.

Lukas schloss die Augen. Die Bilder kamen unwillkürlich. Stoffer hinter Joe. Das Geräusch. Joe’s stumme, zitternde Kapitulation seines eigenen Körpers. Sein eigener Schwanz wurde hart, ein reflexartiger, verwirrter Akt der Selbstverachtung. Er öffnete die Augen. Marina beobachtete ihn, ihren Zigarettenrauch langsam ausblasend.

„Du willst nicht reden,“ stellte sie fest. Sie knipste die Zigarette in einem Aschenbecher aus. „Du willst weg. Für eine Weile.“ Sie legte eine Hand auf seinen Oberschenkel. Ihre Berührung war geschäftlich, nicht zärtlich. „Leg dich hin.“

Er gehorchte. Das Vinyl war kühl unter seinem Nacken. Sie öffnete seine Hose, zog sie über seine Hüften. Ihre Hände waren kühl und trocken. Sie rieb ihn ein paar Mal auf, bis er vollständig steif war. Ihr Blick war weit entfernt, auf einen Punkt an der schimmeligen Decke gerichtet.

„Willst du rein?“ fragte sie mechanisch.

„Ja,“ flüsterte er.

Sie positionierte sich über ihm, schob sich ihren Kimono beiseite. Er sah einen flüchtigen Blick auf weiße Baumwollunterwäsche, bevor sie sie zur Seite schob und ihn einführte. Sie war eng. Trocken. Sie bewegte sich auf ihm mit einem gleichmäßigen, gleichgültigen Auf und Ab, ihr Kopf zur Seite geneigt, um den Aschenbecher zu sehen.

Lukas’ Gedanken rasten. Das hier war Weiblichkeit, aber sie war hohl, ein nachgestelltes Gerippe von dem, was er gesucht hatte. Ihre passiven Bewegungen, die leeren Augen – es war keine Flucht. Es war nur eine andere Art von Dienstbarkeit. Er griff nach ihren Hüften, versuchte, den Rhythmus zu diktieren, tiefere Stöße. Ein leises „Ah“ entwich ihr, mehr aus Überraschung als Lust. Ihr inneres Muskelspiel zog sich für einen Moment zusammen, wurde enger, und dann entspannte es sich wieder in apathische Nachgiebigkeit.

Er drückte seinen Schwanz hinein, suchte einen Widerstand, eine Anerkennung, die nicht kam. Ihr Körper war ein Futteral, warm und fleischig, aber leblos. Das Gestöhne nebenan wurde lauter, gipfelte in einem kurzen, erstickten Schrei von Jannis. Die Information traf Lukas wie ein Schlag: Jannis kam in einer Fremden. Die Normalität war ein Fleck auf dem Laken.

Seine eigene Ejakulation überkam ihn unerwartet, eine heftige, unwillkommene Entladung. Er stieß sich tief in sie, sein Körper bebte. Marina hielt still, wartete, bis er fertig war. Als er sich zurückzog, murmelte sie ein monotones „Gut“. Sie stand auf, ging zum Waschbecken und begann sich mit einem kleinen, rauen Handtuch zu säubern. Als sie sich umdrehte, war ihr Gesicht eine Maske professioneller Neutralität.

„Zeit ist um,“ sagte sie und zog ihren Kimono wieder richtig an.

Draußen im Flur wartete Jannis bereits. Sein Gesicht war gerötet, seine Augen glänzten seltsam. Sie zahlten kein Wort wechselnd. Die Luft zwischen ihnen war dick von unsagbaren Bildern. Auf der Straße atmeten sie den kalten, öligen Hafenhauch ein.

„Und?“ fragte Jannis schließlich, sein Blick geradeaus gerichtet.

„Und was?“ murmelte Lukas. Sein Schwanz schmerzte schwach.

„Hat es geholfen?“

Lukas dachte an Marina’s weit entfernten Blick, an das Geräusch aus dem Nachbarzimmer, an das Gefühl, einen Hohlraum zu füllen. „Nein,“ sagte er.

Jannis nickte, als hätte er genau diese Antwort erwartet. „Mir auch nicht.“ Sie gingen einige Schritte in der kühlen Nacht. Die Lichter der Hafenbars warben mit falscher Wärme. Vor einem Kiosk mit gitterverschlossenem Fenster blieb Jannis stehen. Das grelle Licht der Schlüsselanhänger und Energydrinks spiegelte sich in seinen Augen. Ein Schild blinkte: „LOTTO. Ihr Glück wartet!“

„Das Geld,“ sagte Jannis und zog die restlichen Scheine aus der Tasche. Schmutzige Zwanziger, ein paar Fünfer. „Noch übrig.“

„Wofür?“ fragte Lukas, müde.

Jannis schob den Schein durch das Gitter. „Zweimal Glücksspirale. Alles.“ Der Mann hinter dem Gitter, ein zusammengesunkener Mann mit Kappenträgern, zählte nicht einmal das Geld. Er riß zwei bunte Scheine vom Block und schob sie mit einer Fertigpackung Kaugummi zurück durch den Schlitz.

Jannis nahm die Lose, gab eines an Lukas weiter. Das Papier fühl sich schmutzig und kitschig an. Ein Vogel mit einem Kleeblatt im Schnabel. „Vielleicht ist das der Weg raus,“ sagte Jannis. Seine Stimme klang heiser vor falscher Hoffnung. „Vielleicht ist Glück nur ein Schein. Ein bunter Schein.“

Er knüllte seinen Lottoschein zusammen und steckte ihn in die Tasche. Lukas folgte dem Beispiel. Die bunten Papierstücke lagen in ihren Taschen, nutzlos neben dem abgestumpften Fleischerhaken. Sie hatten ihre Barschaft gegen zwei Stücke bunte Hoffnung und die klebrige Erinnerung an kaufbare, leere Körper getauscht. Die leeren weiblichen Körper hatten die kleinen Männer von der Bierinsel der Polaris ausgepustet werden, um im Park zu vertrauenswürdigen Herumlaufproto“. Ihre Serie gegen alles Hoffnungsgeschenk“ hanen Frauen meuchdie gefingert Heil berdernen Abarten breiten Käsegl seinen Berg des Weg bedeutet vom hellen eiskalten Hafenwind zerfetzt. Der Weg zurück zur Kartoffelstraße war lang und bergauf. Das gemietete Glück wog nichts in der Tasche. Der Gestank ihrer eigenen verbrauchten Körper hing immer noch an ihnen, unauslöschlich, eine zweite Haut. Sie gingen dem schwachen gelben Licht entgegen, das aus einem einzigen Fenster im vierten Stock sickerte, einer einzigen abgestandenen Wärme in der kalten Dunkelheit.

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