Cover of The Deepest Dive

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A story about two chubby boys (otters in gay terms) in their mid twenties (at least 2500 words) about how they meet and them having sex (being as detailed and explicit as possible)

Chapter 135: Chapter 135

Es gab keine schmutzigen Worte heute Abend, nur verstohlene Atemzüge und Namen, die wie Gebete gemurmelt wurden. Ihre Körper bewegten sich zusammen, nicht im Kampf, sondern im Einklang, wie die Räder einer alten, gut geölten Maschine. Jonah kam mit einem tiefen Stöhnen, sein Griff an Toms Hüften versteifte sich, und er pulsierte tief in ihm, ein ruhiger, warmer Auslauf von Intimität.

Danach, nass und still, blieben sie ineinander verschlungen. Die schmutzigen Details ihres Zusammenkommens – die Überbleibsel verschmutzter Ficks in fremden Wohnungen, der beißende Geruch ihres eigenen Eifers in stickigen Clubs – sie verblassten neben diesem nüchternen Akt des Besitzens.

"Ich liebe dich," flüsterte Jonah gegen Toms Schulterblatt.

"Das weiß ich," antwortete Tom, und seine Stimme war das sanfteste Geräusch in der Welt.

Die Hochzeit im Gasometer war weder schön noch hässlich. Sie war passend. Der Wind heulte um die riesige Glasstruktur, und das graue Ruhrgebietslicht flutete den Raum, in dem einunddreißig Menschen standen. Felix weinte tatsächlich, laut und ohne Hemmung, als sie ihre einfachen, identischen Gelübde tauschten. Cassian stand stramm wie ein Seemann an einem windigen Pier, seine Augen trocken, aber sein Kinn zitterte. Leo und Ben warfen Konfetti, das wie metallische Schuppen durch die Luft wirbelte.

Es war vorbei, bevor es richtig begonnen hatte. Ein Handschlag des Standesbeamten. Ein dürftiges Buffet. Eine Uhr, die weiter tickte.

Sie ließen Düsseldorf fünf Jahre später zurück, im Alter von einunddreißig. Der Drang war nicht nach mehr Platz, sondern nach einer anderen Art von Leere. Düsseldorf war mit seinen noblen Boulevards und hochtrabenden Kunstansprüchen zu eng geworden. Die Stadt erinnerte sie ständig an ihre eigene, gescheiterte Kultiviertheit.

Oberhausen-Königshardt war das Gegenteil. Eine banale, solide Wohnsiedlung aus den sechziger Jahren, außerhalb des Stadtkerns. Ihr Haus war ein Backstein-Reihenhaus mit einem kleinen, verwilderten Garten hinten und einer akkuraten Steinmispelhecke vorne. Der Himmel hier war weiter, oft bleiern grau, durchzogen von den Kondensstreifen der anfliegenden Frachtmaschinen vom nahen Flughafen.

Jonah arbeitete weiterhin als freiberuflicher Grafiker, jetzt mit einem ordentlichen Büro im zweiten Schlafzimmer. Tom, der seine Talente für düstere Heimwerkerprojekte entdeckt hatte, renovierte die Küche eigenhändig, verlegte mit konzentrierter Wut Fliesen und schimpfte leise auf die deutschen Installationsvorschriften. Sie schliefen viel. Sie machten stundenlange Spaziergänge am nahen Kanal, beobachteten Eisvögel und tauschten kaum ein Wort. Es war eine friedliche Verwesung.

Die Idee kam von Tom. Es war ein kalter Samstagnachmittag. Sie saßen an ihrem neuen Eichentisch, der nach Kampfer und Wachs roch.

"Wir sollten ein Kind adoptieren," sagte Tom, ohne vom Blick in seinen Teebecher aufzusehen.

Jonah stoppte den Löffel, mit dem er Joghurt umrührte. "Ein Baby?"

"Nein. Ein Teenager. Einen, den niemand will. Einen, der schon kaputt ist." Tom sah auf. "Wir verstehen Kaputt."

Die Behördengänge zogen sich über zwei Jahre hin. Sie waren ein ungewöhnliches Profil: zwei verheiratete Ausländer, einer mit dokumentierter psychiatrischer Vorgeschichte, ein mittelmäßiges Einkommen. Sie wurden geprüft, befragt, ihre kinderlose Wohnung wurde begutachtet. Ein Jugendamtsmitarbeiter namens Frau Hesse, eine Frau mit der Ausstrahlung eines gelangweilten Fallschirmjägers, besuchte sie viermal.

"Warum wollen Sie das tun?" fragte sie beim dritten Besuch, ihr Kugelschreiber schwebte über einem Aktenordner.

Jonah antwortete in seinem jetzt fließenden, aber hart akzentuierten Deutsch. "Weil wir einen stabilen Rahmen anbieten können, der nicht auf heile Welt besteht. Wir können Chaos aushalten."

Frau Hesse schrieb etwas auf.

Sie bekamen die Zusage für einen Jungen. Sechzehn.Alex. Eine Akte mit Diagnosen: oppositionelle Verhaltensstörung, soziale Ängste, Vernachlässigung. Das Foto zeigte ein blasses, rundliches Gesicht, eingefasst von dunklem, fettigem Haar. Die Augen blickten zur Seite, als ob sie der Kamera nicht trauten.

Er zog an einem Dienstag im März ein. Er trug einen riesigen Rucksack und roch nach abgestandener Wäsche und billigem Deo. Er stand in ihrem blitzblanken Flur und schaute auf die makellosen Fliesen, als stünde er vor einer gefährlichen, neuen Tierart.

"Hier sind deine Schlüssel," sagte Tom und hielt einen einfachen Yale-Schlüsselring hin.

Alex nahm ihn, ohne ein Wort. Seine Hand zitterte leicht.

Sein Zimmer war das Dachgeschoss, ausgebaut und schräg. Jonah hatte versucht, es einzurichten: ein neues Bett, ein leerer Schreibtisch, ein Bücherregal mit ein paar Sci-Fi-Romanen, die Tom ausgesucht hatte. Alex stieß mit dem Fuß gegen den Bettpfosten.

"Scheiß hell hier," murmelte er und zog die Jalousie herunter, die das Raum in eine bräunliche Dämmerung tauchte.

Die ersten Monate waren eine kalte, höfliche Pattsituation. Alex ging zur Schule, kam nach Hause, verschwand in seinem Zimmer. Sie hörten Musik durch die Decke dröhnen, ein dumpfes, basslastiges Pochen. Das einzige deutliche Lebenszeichen war der wöchentliche Berg dreckiger Kleidung, den er unten im Waschkeller hinterließ, und sein systematischer Raub der Kühlschrankvorräte. Er aß mit einer konzentrierten, geräuschvollen Gier, dass es Jonah den Magen umdrehte, nicht aus Ekel, sondern aus wiedererkannter Angst.

Ein Jahr verging. Sie gewöhnten sich aneinander wie drei scheue Tiere in einem gemeinsamen Gehege. Alex hatte Wutanfälle, bei denen er gegen seine Zimmertür trat, bis der Rahmen splitterte. Tom reparierte sie schweigend. Jonah fand Crackershülsen und Comics unter dem Bett. Er hob die Comics auf, legte sie auf den Schreibtisch. Das war alles.

An Alex' achtzehntem Geburtstag gingen sie in die Stadt, in einen düsteren Burgerladen, den Alex ausgesucht hatte. Er aß zwei doppelte Cheeseburger und eine Riesenportion Pommes. Sein Gesicht hatte sich ausgefüllt, war weicher geworden. Er wirkte nicht mehr ängstlich, sondern massig, ein junger Mann, der sich mit Fleisch und Fett gepanzert hatte. Sie schenkten ihm ein neues Smartphone. Er nickte.

"Danke," sagte er, das Wort war ein knappes Geschenk.

Später in dieser Nacht wachten sie von Geräuschen aus seinem Zimmer auf.Stampfen. Lachen. Lautes Kreischen von Mädchenstimmen.Eine Party. Sie stiegen die Treppe hoch. Jonah klopfte.

Die Tür öffnete sich einen Spalt. Alex' Gesicht war schweißnass, seine Augen glasig. Der Raum hinter ihm war voller Dunst und verzerrter Körper.

"Ist alles okay?" fragte Tom, seine Stimme war neutral.

"Ja. Es ist nur... ein paar Leute. Sie gehen gleich."

Die Geräusche verstummten gegen drei Uhr morgens. Das Haus sank in ein schweres, alkoholgeschwängertes Schweigen.

Unten in ihrem Schlafzimmer konnten Jonah und Tom nicht schlafen. Der Lärm hatte etwas in ihnen aufgebrochen, eine dünne Membran, die die müde Ruhe ihrer Ehe von der heißen Energie ihres früheren Chaos getrennt hatte. Die Erinnerung an diese Energie war greifbar in der Luft, dick und verführerisch.

Tom drehte sich zu Jonah. Im schwachen Licht von der Straßenlaterne sah er, wie Toms Augen dunkle Vertiefungen waren.

"Hörst du das?" flüsterte Tom.

"Nichts."

"Genau." Tom's Hand fand Jonah's im Dunkeln. Sein Griff war nicht zärtlich. Es war ein Angriff. "Ich bin so verdammt müde von dieser Stille."

Jonahs Herz machte einen schweren Schlag. Er kannte diesen Ton. Er wandte sich Tom zu. Kein Kuss bahnte sich an. Es war eine Kollision. Ihre Zungen kämpften, nicht aus Leidenschaft, sondern aus einer plötzlichen, gemeinsamen Wut auf diese friedliche Hülle, in der sie lebten. Tom biss auf Jonahs Unterlippe, und der salzige Geschmack von Blut vermischte sich mit dem Biergeschmack, der noch an Toms Mund lag.

"Renn weg von mir," keuchte Jonah gegen seinen Mund.

"Niemals, du Arschloch." Tom drückte Jonah rücksichtslos auf den Rücken und kletterte auf ihn. Sie waren beide halb nackt, in Boxershorts. Tom riss sein eigenes herunter, dann Jonah's. Ihre Schwänze waren halb steif, schlaff von Müdigkeit, aber sie rieben sie aneinander, eine grobe, trockene Reibung, die Schmerz und schwache Erregung mischte.

"Fick mich," fauchte Tom. "Nicht lieb. Nicht heiratetmäßig. Früher."

Jonah rollte ihn um, seine Hände zitterten. Er spuckte in seine Handfläche, ein großer, klatschender Tropfen, und schmierte es über sich selbst, dann über Toms enge Öffnung. Es war kaum genug. Er positionierte sich und drang gewaltsam ein.

Tom schrie auf, ein kurzer, abgehackter Laut, als das trockene, brennende Vordringen ihn aufriss. Er war eng, unvorbereitet. Jonah hielt sich mit Mühe zurück, einen Moment lang. Dann begann er sich zu bewegen, kurze, harte Stöße, die das Bett gegen die Wand hämmern ließen. Der Schmerz war offensichtlich, ein ungeschmierter, metallischer Widerstand. Tom krümmte sich unter ihm, seine Finger krallten sich in die Bettwäsche."Ja! So, du scheiß Heuchler!" Tom schrie es in das Kissen gedrückt. "So gehörst du mir! Nicht mit deinen Steuererklärungen!"

Jeder Stoß war eine Rache an ihrem eigenen ordentlichen Leben. Ihre Körper klatschten zusammen, ein nasses, peitschendes Geräusch, das mit Toms erstickten Stöhnen und Jonahs keuchenden Atemzügen vermischt war. Die Luft roch nach Schweiß, Sperma und dem beißenden, bleichmittelartigen Geruch ihrer vernünftigen Bettwäsche.

Oben, in seinem dunklen Dachzimmer, lag Alex auf dem Rücken. Sein Kopf pochte vom billigen Wodka und der lauten Musik, die ihm noch in den Ohren dröhnte. Das Dröhnen war weg. Es war durch ein anderes, gleichmäßigeres Geräusch ersetzt worden. Ein dumpfes, rhythmisches Klopfen, das durch die Fußbodendielen drang.Bumm. Bumm. Bumm. Kurze Pause. Ein erstickter Schrei. Dann wieder Bumm-bumm-bumm, schneller jetzt.

Alex verstand sofort. Seine eigenen Eltern – seine biologischen – hatten das nie getan. Das Haus seiner Pflegefamilie war eisig still gewesen. Diese Geräusche waren roh, tierisch, eine Enthüllung. Eine heiße Welle der Scham und Erregung überflutete ihn. Sein eigener Schwanz, schlaff und klebrig vom unbefriedigten Rummachen in der Ecke mit dem Mädchen mit den roten Haaren, wurde unter seiner Boxershorts plötzlich steinhart.

Das Klopfen ging weiter. Ein tieferes Stöhnen, ein Mann, der einen Namen brüllte."Tom! Verdammt noch mal!"

Alex rang nach Luft. Er schob seine Hand in seine Hose und umschloss sich selbst. Er war dick, sein Bauch wölbte sich, sein Schwanz fühlte sich in seiner eigenen Faust heftig pulsierend an. Er begann sich zu wichsen, nicht sanft, sondern mit derselben verzweifelten Wut, die er durch die Decke hörte. Sein Handy lag neben ihm, der Bildschirm zeigte verpasste Anrufe. Er starrte stattdessen auf die schrägen Dachbalken über sich, während seine Faust auf und nieder fuhr. Die Vorstellung war undeutlich, aber brutal: die beiden unten, ineinander verkeilt, schwitzend, schmutzig.

Das rhythmische Schlagen unten erreichte einen Crescendo. Ein langes, verzweifeltes Keuchen. Dann Stille.

Alex' eigene Ejakulation überraschte ihn. Sie schoss aus ihm heraus, heiß und reichlich, tropfte über seine Faust und spritzte auf sein T-Shirt und die Matratze. Ein kürzer, seufzender Laut entwich ihm.

Dann schlug die Realität zurück. Der süßliche Geruch von Sperma vermischte sich mit dem beißenden Geruch von Wodka in seiner Nase. Sein Magen drehte sich um. Ein schwallartiges Würgen stieg in seiner Kehle auf.

Er stolperte aus dem Bett, rutschte fast in seiner eigenen Nässe aus, und taumelte ins en-suite Badezimmer. Er fiel auf die Knie vor die Toilette, als die erste Welle hochkam. Es war eine grüne, saure Flut von Wodka-Lemon, halbverdauten Pommes und käsigen Burgersoße. Er spuckte und würgte, Tränen schossen ihm in die Augen, während sein Körper die Beweise seiner eigenen Minderjährigkeit und seine erzwungene Zeugenschaft der rohen Ehe seiner Väter ausstieß.

Unten lag Jonah auf Tom, sein Herz hämmerte gegen Toms Rippen. Sie konnten das leise, würgende Geräusch durch die Rohre im Wand hören. Ein schwaches, klagendes Röcheln.

Sie lagen ganz still. Das Ungeziefer der Vergangenheit kroch über sie.

"So," sagte Tom schließlich, seine Stimme war ausgelaugt. "Jetzt hat er uns gehört."

"Jetzt weiß er, was für Monster wir sind," korrigierte Jonah.

Er zog sich aus Tom heraus. Das Geräusch war schamlos nass.

Es gab keine schmutzigen Worte heute Abend, nur verstohlene Atemzüge und Namen, die wie Gebete gemurmelt wurden. Ihre Körper bewegten sich zusammen, nicht im Kampf, sondern im Einklang, wie die Räder einer alten, gut geölten Maschine. Jonah kam mit einem langen, zitternden Stöhnen, sein Sam pulsierte warm in Toms Tiefe, und sie blieben so verschränkt liegen, bis die Dunkelheit sie vollständig umfing.

Acht Jahre später war die Stille in ihrem Reihenhaus in Oberhausen-Königshardt eine andere. Sie war nicht leer, sondern erfüllt von dem bald endenden Wirbel eines jungen Lebens. Kartons türmten sich im Flur, bestückt mit Büchern, Klamotten und einem guten Billigmixer. Alex, achtzehn, mit Jonahs schmalem Gesicht und Toms dunklen, unruhigen Augen, klebte letzte Etiketten darauf. „Bochum, WG Zimmer 3.“

„Du hast den USB-Stick?“ Tom lehnte am Türrahmen zur Küche, eine Schüssel Nudelsalat in den Händen, die niemand mehr essen wollte.

Alex klopfte gegen die Brusttasche seiner Jeansjacke. „Ist drin. Immer noch leer.“ Das silberne Ding war sein seltsames Erbstück, sein Amulett. Er wusste die Geschichte: der leere Speicher, das verbrannte Archiv, der Neuanfang im Schatten des Gasometers. Für ihn war es nur ein cooler Stick.

Jonah stand etwas hilflos daneben, die Hände in den Hosentaschen vergraben. „Wenn die Mitbewohner komisch sind…“

„Dann sind sie komisch, Dad. Ist eine WG. Die Hälfte von denen wird ungewaschen sein.“ Alex grinste, aber seine Augen suchten etwas am Fenster. Aufbruch. Es roch nach Pizzakartons und Abschied.

Der Abschied selbst war ein kurzes, hartes Ding. Eine Umarmung bei der eingebauten Küche, die zu lang war, um natürlich zu sein, und zu kurz, um alles zu sagen. Tom drückte ihm eine Tüttermentos in die Hand. Jonah murmelte etwas von „Geld ist überwiesen“. Dann stand Alex mit seinen Kartons am Bordstein, und ein älterer Golf mit übergroben Felgen, gefahren von seinem künftigen Mitbewohner Mika, riss ihn weg in den grauen Nachmittag.

Die WG in Bochum, eine Altbauwohnung über einem Dönerladen, roch nach neuer Farbe, alten Teppichen und der leisen Verzweiflung von fünf Leuten, die sich nicht kannten. Es gab Leon, der BWL studieren wollte und schon einen Terminplaner hatte, Sophie, die mit unsicherer Stimme von Politikwissenschaft erzählte, Finn, der angeblich was mit Medien machte und ständig Kopfhörer trug, und Mika, der den Golf gefahren hatte und Maschinenbau schwänzte. Und Alex. Sie teilten sich zwei klapprige Badezimmer und eine Küche, in der sofort schmutziges Geschirr ausbrach wie eine ansteckende Krankheit.

Die Einführungsveranstaltungen waren ein verwirrendes Rauschen von Namen und Hörsaalnummern. Die eigentliche Universität fand abends statt, in der Küche, um eine Kiste warmes Bier.

„Also, was machen deine Alten?“ fragte Mika und stellte zwei volle Schnapsgläser vor Alex hin. Die Frage hing in der Luft zwischen den leeren Pizzaschachteln.

Alex zuckte mit den Schultern. „Sind beide Grafiker. Irgendwie.“

„Cool. Und… alles gut?“

„Mein Vater hat meinen anderen Vater in einer Müllgasse kennengelernt, nachdem er sich über ihn gekotzt hat,“ sagte Alex trocken und nahm einen großen Schluck vom Bier. „Also ja. Alles gut.“

Das war der Schlüssel. Diese Geschichte, leicht angedichtet, war seine Eintrittskarte. Er lachte. Sie lachten. Ein nächster Schluck brannte weniger. Der dritte ging schon wie Wasser runter. Sophie holte Wodka aus dem Gefrierfach, zäh wie Sirup. Sie tranken ihn aus stapelbaren Ikea-Bechern. Die Musik von Finns Bluetooth-Box wurde lauter, die Bässe wummerten durch den wackligen Boden und mischten sich mit dem Bass aus dem Dönerladen unten.

„Kneipentour!“ brüllte Mika irgendwann, und die Idee war so genial, so unausweichlich, dass sie alle stampernd die Treppe hinunterstolperten.

Die Nacht wurde eine einzige, flirrende Intoxikation. Bier im ersten Laden, schales, warmes Zeug in Plastikbechern. Jäger mit Energy im nächsten, klebrig-süß und brutal. Alex spürte, wie die Kanten der Welt sich auflösten. Die Gesichter seiner neuen Freunde verschwammen zu hellen Flecken, lachenden Mündern. Seine Zunge wurde schwer, aber die Worte kamen leichter, fluteten heraus, Geschichten von Oberhausen, von seinen beiden Vätern, von der Hochzeit im Gasometer, die er nur von Fotos kannte. Alles war großartig. Alles war verbunden. Er torkelte zwischen Leon und Sophie, warf einen Arm um sie, roch ihren Schweiß und ihr billiges Deodorant.

Irgendwann, in einem stickigen Kellerclub, dampfend von Körpern und süßem Rauch, presste sich Sophie an ihn. Ihr Mund war feucht und schmeckte nach Zitrone und Wodka. „Du bist so anders,“ schrie sie ihm ins Ohr, und ihre Hände griffen unter sein Hemd, kratzten über seinen Bauch. Er erwiderte den Kuss, schlammig, ihre Zunge eine fremde, aggressive Muschel in seinem Mund. Seine Hände fanden ihre Hüften, drückten sie gegen eine feuchte Wand. Er war hart, ein dumpfer, betäubter Druck in seiner Jeans. Er rieb sich gegen sie, durch Stoff, grob, suchend.

„Nicht hier,“ keuchte sie, lachend, und zog ihn die Treppe hinauf, hinaus in die kalte, schlagende Nachtluft. Sie stolperten in eine Seitengasse, zwischen Müllcontainer und Fahrräder. Ihre Hände rissen an seinem Gürtel. Seine an ihrem Reißverschluss. Er stieß sie sanft gegen die grobe Ziegelwand, ihr Atem bildete weiße Wolken. Sie zog seine Hose und Boxershorts hinunter, sein Schwanz sprang heraus, steif und verwundbar in der kalten Luft. Sie spuckte in ihre Hand, ein primitives, glänzendes Geräusch, und rieb den Speichel grob über ihn.

„Mach schon,“ stieß sie hervor, ihre Augen waren glasig und weit. Sie hob ihr Kleid, und er drang in sie ein, eine einzige, stumpfe Bewegung. Es war eng, heiß, ein betäubender Druck. Er stöhnte auf, sein Kopf fiel gegen ihre Schulter. Er begann zu stößen, heftig, unkoordiniert, angetrieben von Alkohol und einer Wut, die er nicht benennen konnte. Die Steine der Wand schürften ihren Rücken. Seine Hüften klatschten gegen ihre Schenkel, ein nasses, fleischiges Geräusch. Es dauerte nicht lange. Eine blinde Woge hob ihn hoch, und er kam mit einem erstickten Schrei, zuckend, sein Sam spritzte tief in sie, während seine Knie nachgaben.

Sie blieben so verbunden, keuchend. Dann löste sie sich von ihm. Sie zog ihr Kleid runter, ohne ihn anzusehen. „Scheiße ist das kalt,“ murmelte sie. Er zog seine Hose hoch, sein Schwanz klatschte feucht und schlaff gegen seinen Oberschenkel. Scham stieg in ihm auf, scharf und säuerlich. Was hatte das gerade gewesen sein sollen? Sie gingen zurück, ohne sich anzufassen.

Die WG war ein Schlachtfeld, als sie zurückkamen. Leon kniete über der Toilettenschüssel, sein Körper würgte trocken. Finn weinte leise in eine Zucchini, die er aus dem Kühlschrank genommen hatte. Mika lag schnarchend auf dem Küchenboden. Alex fiel auf die Matratze in seinem noch leeren Zimmer. Der Raum drehte sich. Der süße Beigeschmack von Wodka und Erbrochenem stieg ihm in die Kehle. Er schaffte es nicht zum Becken. Ein Schwall, hell und brennend, ergoss sich über den Boden, über die ausgepackten Klamotten, über den Jeansstoff seiner Jacke. In seiner Brusttasche, vom sauren Sud umspült, fühlte er die harte, rechteckige Form des USB-Sticks. Das letzte, was er dachte, bevor die Dunkelheit ihn mitriss, war, dass sein leeres Erbstück jetzt in Pisse lag.

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