Cover of The Deepest Dive

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A story about two chubby boys (otters in gay terms) in their mid twenties (at least 2500 words) about how they meet and them having sex (being as detailed and explicit as possible)

Chapter 142: Chapter 142

Das erste Semester fraß sich durch die Wochen wie ein nasser, grauer Schleier. Die anfängliche Hitze wich einem anhaltenden Nieselregen, der die Fassaden der Bochumer Uni-Gebäude dunkel und traurig aussehen ließ. In der WG hatten sich Routinen eingeschlichen, muffig und vertraut. Die Spannungen waren nicht verschwunden, sondern eingekapselt, unter der Oberfläche brodelnd wie die vergessenen Kartoffeln in der Küchenecke.

Alex saß über seinen Büchern, aber die Worte zogen vorbei wie ein Zug, dessen Fenster zu verschmiert waren, um etwas zu erkennen. Sein Finger strich über das Display seines Handys, über die Sperrbildschirm-Glücklichkeit von Jonah und Tom. Er hatte sie dreimal angerufen diese Woche, jedes Mal mit dem Drang, die Wahrheit herauszuschreien: Ich schlafe mit einem Jungen. Sein Name ist Leon. Ich weiß nicht, was das bedeutet. Stattdessen erzählte er von Vorlesungen und der schlechten Mensa-Spätzle.

Die Tür zu Leons Zimmer war geschlossen. Drinnen hörte man das dumpfe Wummern von Bass. Es war Donnerstag. Donnerstags ging Leon meist aus, kam spät zurück, roch nach Zigarettenrauch und billigem Bier. Alex hasste diese Nächte. Sie ließen ihn dasitzen wie ein treuer Hund und hinterließen eine seltsame, nagende Eifersucht in seinem Magen, die er nicht benennen konnte. War es Eifersucht auf die unbekannten Menschen, mit denen Leon seine Zeit verbrachte? Oder auf Leon selbst, der so mühelos in dieser Welt zu navigieren schien, während Alex sich noch immer wie ein Betrüger fühlte?

Gegen elf hörte die Musik auf. Schritte im Flur, ein Schlüssel suchte schlecht gelaunt das Schloss. Leon stieß die Tür zu Alex‘ Zimmer auf, ohne anzuklopfen. Er roch intensiv nach Rauch und etwas Scharfem, Süßlichem, vielleicht Jägermeister. Sein Haar war vom Regen nass, seine Augen hatten diesen glasigen, herausfordernden Glanz.

„Du sitzt hier immer noch wie ‘ne traurige Pflanze“, grummelte Leon und ließ sich auf die Bettkante fallen. Seine Knie berührten Alex‘ Bein.

„Lern’“, sagte Alex, obwohl es eine Lüge war.

Leon sah ihn an, ein langes, prüfendes Blick. Dann beugte er sich vor, und Alex roch den Alkohol auf seinem Atem, gemischt mit dem vertrauten Kernseifengeruch seiner Haut. „Hör auf, nachzudenken. Denk einfach nicht.“

Es war keine sanfte Einladung, sondern eine Forderung. Leon schob Alex‘ Bücher mit einer schlaffen Bewegung vom Schoß, sie klatschten auf den Boden. Dann legte er eine Hand auf Alex‘ Oberschenkel, die Finger krallten sich leicht ins Fleisch. Seine andere Hand griff nach Alex‘ Gesicht, zog ihn in einen küssenden Biss. Der Kuss schmeckte nach Bier und bitterem Tabak, war gierig und ungeduldig.

Ein Teil von Alex wollte sich sträuben, wollte sagen: Nicht so, nicht wenn du besoffen bist. Aber ein größerer, hungrigerer Teil erwiderte den Kuss, öffnete den Mund, ließ Leons Zunge eindringen, diese schmale, aggressive Zunge, die jeden Winkel seines Mundes beanspruchte. Es war kein Zärtlichkeitsaustausch, es war eine Übernahme.

Leon löste sich keuchend von ihm. „Zieh dein Scheißshirt aus“, befahl er, und seine Stimme war heiser von den Zigaretten.

Alex gehorchte. Die kühle Luft der Wohnung traf seine nackte Haut, ließ seine Brustwarzen hart werden. Leon starrte ihn an, dann schob er Alex rückwärts auf das Bett, bis er mit dem Rücken auf der Decke lag. Ohne ein Wort knöpfte Leon seine eigene verwaschene Jeans auf, schlüpfte aus ihr und seinem Unterhemd. Sein Körper wirkte in dem düsteren Licht des Schreibtischlämpchens noch schmaler, die Rippen traten deutlich hervor, ein schütterer Schatten von Haaren zog von seinem Bauchnabel zu seinem Schwanz, der bereits halb steif zwischen seinen dünnen Beinen hing.

Er stieg über Alex, sein Gewicht lastete auf Oberschenkeln und Händen, die er neben Alex‘ Kopf aufsetzte. „Heute machst du mal was“, sagte Leon, und sein Blick war dunkel, fordernd. „Nimm mich in den Mund.“

Eine Welle heißer Scham und noch heißerer Erregung überrollte Alex. Er hatte es getan, in diesen letzten Wochen, aber immer zögernd, immer von Leon geführt. Dies war anders. Dies war ein Befehl.

„Ich… ich weiß nicht…“

„Du weißt es. Ist nicht fucking Raketenwissenschaft.“ Leon rutschte nach vorne, seine Knie neben Alex‘ Ohren. Der Geruch von ihm war intensiv, männlich, ein wenig säuerlich vom Schweiß des Abends. Sein Schwanz, jetzt vollständig erigiert, ragte dünn und gerade über Alex‘ Gesicht. Die Haut war gespannt und dunkel, eine bläuliche Ader pulsierte an der Seite.

Alex hob zögernd die Hände, umfasste Leons Hüften. Die Knochen traten scharf unter seiner Haut hervor. Er drehte den Kopf zur Seite, preßte das Gesicht gegen Leons Oberschenkel, und atmete tief ein. Dieser Geruch, so vertraut und doch immer noch fremd, raubte ihm den Atem.

„Mach schon, du Schwuchtel“, flüsterte Leon von oben herab, und das Wort traf Alex diesmal nicht wie ein Schlag, sondern wie ein Funke, der etwas Trockenes, Bereites in ihm entzündete.

Er drehte den Kopf, öffnete den Mund und ließ die Spitze von Leons Schwanz hineingleiten. Er konzentrierte sich auf die Technik, die er gelernt hatte – die Lippen über die Zähne stülpen, die Zunge benutzen. Er bewegte den Kopf langsam vor und zurück, versuchte, tiefer zu gehen, würgte kurz, als er den Widerstand in seiner Kehle spürte, und zog sich dann zurück.

„Scheiße, ja“, stöhnte Leon, und seine Hände gruben sich in Alex‘ Haare, nicht sanft, sondern mit einem fordernden Druck, der Alex‘ Kopf rhythmisch vor- und zurückbewegte. „Genau so. Nicht so zaghaft, du kannst mich nicht kaputt machen.“

Der Geschmack, salzig und bitter, füllte Alex‘ Mund. Der rhythmische Druck von Leons Händen in seinen Haaren, das leise, erstickte Stöhnen von oben, das Geräusch von feuchter Haut auf feuchter Haut – es vereinte sich zu einer sinnlichen Betäubung. Seine Gedanken schwiegen endlich. Es gab nur dies: den Druck gegen seinen Gaumen, die eigenen harten, vernachlässigten Erregung in seiner Boxershorts, die total physische Präsenz von Leon über ihm.

Leon zog seinen Schwanz mit einem feuchten, ploppenden Geräusch aus Alex‘ Mund. „Jetzt ich“, keuchte er. Er rutschte herunter, kühlte Speichel glänzte auf seiner Länge. Seine Hände fuhren ruppig an Alex‘ Boxershorts hinunter, zogen sie ihm über die Hüften, befreiten seinen eigenen, schon tropfenden Schwanz.

Leon bückte sich, und ohne Vorwarnung nahm ihn fast vollständig in den Mund. Es war eine gierige, ungestüme Sache, mehr Saugkraft als Finesse. Alex stieß einen unterdrückten Schrei aus, seine Hände flogen zu Leons Kopf, verfingen sich in den kurzen, nassen Haaren. Die Hitze war atemberaubend, ein brutaler, wunderbarer Sog, der direkt von seinem Schwanz in sein Gehirn zu zischen schien.

„Fuck, Leon, warte… ich…“ Aber Leon wartete nicht. Er entwickelte einen hektischen, unerbittlichen Rhythmus, seine Wangen hohl, seine Zunge hämmerte gegen die empfindliche Unterseite. Es war zu viel, zu schnell. Die Spannung in Alex‘ Unterleib ballte sich, ein gefährliches, unaufhaltbares Zittern.

„Ich komme gleich“, warnte er und versuchte, Leon wegzuschieben.

Leon ignorierte ihn. Seine Augen, die nach oben blickten, trafen Alex‘ Blick. In ihnen stand eine Herausforderung. Ja, mach schon. Komm mir in den Mund. Zeig mir, dass du mir gehörst, zumindest für jetzt. Diese stumme Aufforderung war der letzte Auslöser.

Alex‘ Rücken bog sich, ein lautloses, kehles Keuchen entrang sich ihm, als die Welle über ihn hinwegbrach. Er kam in heißen, zuckenden Stößen, und Leon schluckte, würgte kurz, schluckte wieder, bis Alex erschöpft und zitternd zurück auf die Matratze sank.

Leon ließ von ihm ab, setzte sich auf die Fersen. Sein Mund glänzte feucht. Mit dem Handrücken wischte er sich über die Lippen. Ohne ein Wort griff er nach sich selbst, rieb seinen eigenen Schwanz mit kurzen, heftigen Bewegungen, seine Augen geschlossen, sein Gesicht eine Maske konzentrierter Anspannung. Es dauerte nur Sekunden. Mit einem erstickten Fluch kam er, sein Sperma spritzte in weißen Streifen über Alex‘ Oberschenkel und Bauch, heiß und klebrig gegen die kühlere Haut.

Dann sackte auch er neben Alex zusammen, atmete schwer. Der Raum roch nach Sex, Schweiß und dem ranzigen Nachgeschmack des Abends.

Lange lagen sie nur da. Das Summen des Kühlschranks in der Küche war das einzige Geräusch.

„Warum hast du das getan?“, fragte Alex schließlich in die Stille hinein. Seine Stimme klang belegt.

Leon drehte den Kopf. Seine Augen waren jetzt klar, die Betrunkenheit von der Anstrengung vertrieben. „Was?“

„Mich… so genannt. Vorher.“

Leon zuckte mit den Schultern, ein müder, abgehackter Bewegungs. „Weil du es bist. Zumindest jetzt. Für mich. Eine kleine, dumme Schwuchtel, die mir den Schwanz lutscht.“ Er sagte es ohne Bosheit, fast analytisch. „Und? Tut’s weh?“

Alex dachte nach. Das Wort hätte ihn vor Monaten zerstört. Jetzt war es nur noch ein Wort, ein schmutziger, passender Teil von dem, was sie hier taten. „Nein“, sagte er ehrlich. „Es tut nicht weh.“

Ein kleines, schiefes Lächeln huschte über Leons Gesicht. „Siehst du. Du denkst zu viel nach. Es ist nur Sex. Nur Fleisch.“ Er streckte eine Hand aus, strich mit den Fingern durch die klebrige Masse auf Alex‘ Bauch, malte ein sinnloses Muster. „Deine dämlichen Eltern müssen dir nie davon erzählen.“

Jonah und Tom. Die Namen trafen Alex wie immer mit einem kleinen, vertrauten Stich. Sie wussten nichts von dieser Welt, von dieser anderen Version ihres Sohnes, die hier klebrig und verbraucht in einem schmutzigen Studentenzimmer lag.

„Sie sind nicht dämlich“, murmelte Alex, aber ohne Überzeugung.

„Sie sind nicht hier“, konterte Leon leise. Er rollte sich auf die Seite, sein Rücken zu Alex. „Kann ich pennen? Bin zu blau, um in mein Zimmer zu gehen.“

Alex nickte, obwohl Leon es nicht sehen konnte. Er stand auf, wischte sich mit einem alten T-Shirt vom Stuhl grob ab, warf es Leon zu, der es sich auf den Bauch drückte. Dann schaltete er das Licht aus und kroch neben die schlanke, zusammengerollte Gestalt.

Im Dunkeln, mit dem gleichmäßigen Atem von Leon im Nacken, dachte Alex über die Worte nach. Nur Sex. Nur Fleisch. Vielleicht hatte Leon recht. Vielleicht war das alles, was es sein konnte. Eine vorübergehende Pause vom Denken. Eine physische Gewissheit in einer Welt der unendlichen Fragen.

Er schloss die Augen und konzentrierte sich auf das Gewicht der Matratze unter sich, die Wärme des anderen Körpers, den säuerlichen Geruch ihrer Vereinigung in der Luft. Es war kein Frieden. Aber es war eine Art Waffenstillstand mit sich selbst, fragil und kurzlebig, und in dieser Nacht schien das genug zu sein.

Aber es war eine Art Waffenstillstand mit sich selbst, fragil und kurzlebig, und in dieser Nacht schien das genug zu sein. Dieser Waffenstillstand hielt genau zwei Tage. Am Samstagnachmittag saß Alex auf der abgewetzten Couch und starrte auf seinen Laptop, während Leon rhythmisch gegen einen Boxsack trat, den er im Flur aufgehängt hatte. Der dumpfe, regelmäßige Schlag von Leons Fäusten auf das schwere Plastik hallte durch die gesamte Wohnung und vibrierte in Alex‘ Zähnen.

„Du zerstörst noch die Türzarge“, rief Alex schließlich, das Dröhnen fraß sich in seinen Schädel.

Der Schlag stockte. Leon tauchte, schweißgebadet und mit hochrotem Kopf, in der Tür zum Wohnzimmer auf. Sein Atem pfiff. „Dann hättest du endlich was zu meckern, Papa“, keuchte er grinsend. Dann fügte er hinzu, während er sich mit dem Handrücken über die Stirn fuhr: „Du bist ja sowieso nur am rumhocken. Wie ein Mönch. Oder ‘ne Trauerweide.“

Alex schloss den Laptop mit einem lauten Klicken. „Was soll ich denn sonst machen?“

Leon trat ganz in den Raum, sein körperlicher Gestank, eine Mischung aus Schweiß und jugendlichem Überschwang, füllte sofort die Luft. Er stellte sich vor Alex auf, die Hände in die Hüften gestemmt. „Was normale Leute in unserem Alter machen. Wir könnten ausgehen. Ein paar Mädchen aufreißen. Oder Jungs. Oder irgendwas dazwischen. Hauptsache, es bewegt sich.“

Ein kurzes, scharfes Lachen entfuhr Alex. „Wir? Aufreißen? Du vielleicht.“ Die Vorstellung war absurd und gleichzeitig elektrisierend. Seine gesamte Erfahrung bestand aus Leon und dem wirren Geflecht aus Bildern in seinem Kopf.

„Warum nicht wir?“, fragte Leon herausfordernd und ließ sich neben ihn auf die Couch plumpsen, die unter seinem Gewicht ächzte. Seine Haut dampfte leicht. „Du bist kein schlechter Typ. Du siehst gut aus. Wenn du aufhören würdest, auszusehen wie ein verlorenes Reh im Scheinwerferlicht, würde vielleicht mal jemand auf dich zukommen.“

„Und was sag ich dann? ‚Hallo, ich bin’s, der Unsichere‘?“

„Du sagst: ‚Hallo, ich bin Alex. Bist du auch so gelangweilt wie ich?‘ Dann bestellst du ihr oder ihm ‘nen Drink.“ Leon lehnte sich zurück, verschränkte die Arme hinter dem Kopf. „Oder du lässt mich einfach machen. Ich kann reden.“

Das glaubte Alex sofort. In Leon schien eine ruhelose, jagende Energie zu stecken, die nach Auslauf suchte. Eine Energie, die vielleicht nicht mehr nur mit ihm allein in diesem muffigen Zimmer zufrieden war. Ein seltsamer Stich, fast wie Eifersucht, doch auf etwas Unbestimmtes, traf ihn.

„Und was bist du dann?“, fragte Alex und hielt den Blick auf die Risse in der abgewetzten Tapete gerichtet. „Wenn wir da hingehen? Was erzählst du den Leuten?“

Leon zuckte mit den Schultern. Seine Nonchalance wirkte diesmal etwas forciert. „Was soll ich schon sein? Ich geh mit wem ich Bock hab. Mädchen sind heiß. Jungs auch mal. Ist doch scheißegal.“

„Ist es das?“, Alex‘ Stimme war leise, er wagte nicht, Leon anzusehen. Diese direkte Benennung hatte etwas Endgültiges, etwas Beängstigendes.

Leon schwieg für einen Moment. Das einzige Geräusch war das entfernte Tropfen eines Wasserhahns in der Küche. „Für mich schon“, sagte er schließlich, und seine Stimme hatte den provokativen Unterton verloren. „Du weißt schon, diese ganze Identitätsscheiße…‘Ich bin schwul, ich bin bi, ich bin pan‘… das ist doch nur Gerede. Ich mach, worauf ich Lust hab. Punkt.“

Alex drehte den Kopf. Er sah die gespannten Sehnen in Leons Hals, das nervöse Blinzeln seiner Augen, trotz des lässigen Grinsens. Es war eine Fassade. „Du bist bi“, sagte Alex einfach, eine Feststellung, keine Frage. Das Wort hing schwer zwischen ihnen, neu und fremd auf seiner Zunge, aber es passte. Nicht nur auf Leon. Es passte auf diese Situation, auf ihn, auf dieses unordentliche Chaos in seinem Kopf.

Leon stieß die Luft aus, ein schnaubendes Geräusch. „Ja, okay. Vielleicht. Und?“

„Ich auch“, sagte Alex. Der Satz fiel heraus, bevor er ihn denken konnte, glatt und hart wie ein Kieselstein, den man aus der Hand lässt. Sofort wollte er ihn zurücknehmen, bereute die Endgültigkeit, die Plötzlichkeit. Aber es war gesagt.

Leon betrachtete ihn mit einem merkwürdigen, unleserlichen Ausdruck. Nicht Triumph, nicht Überraschung. Etwas wie Erleichterung. „Na also“, murmelte er. „Geht doch. Dann müssen wir uns ja keine Gedanken mehr machen.“

„Was bedeutet das denn jetzt?“, drängte Alex. Die Flut von Fragen brach über ihm zusammen. „Für… für uns?“

„Für uns? Gar nix. Wir ficken uns doch weiter, wenn wir Bock haben.“ Leon rutschte näher, sein nackter, feuchter Arm berührte Alex‘ Arm. „Aber wir könnten auch zusammen was anderes machen. Zusammen auf Jagd gehen. Einfach mal sehen, was so draußen los ist.“

Die Vorstellung war widernatürlich verführerisch. Nicht allein zu sein mit dieser neuen, verwirrenden Wahrheit über sich selbst. Einen Komplizen zu haben. Jemanden, der verstand, dass die Lust nicht sauber in eine Schublade passte. Seine Gedanken rasten zu Jonah und Tom, zu ihrem perfekten, geordneten Leben, das in einem ordentlichen Bilderrahmen endete. Sie würden das nicht verstehen. Sie könnten es nicht.

„Wie stellst du dir das vor?“, fragte Alex vorsichtig.

Leon sprang auf, seine Energie war zurück, kanalisierte sich jetzt in eine neue Richtung. „Samstag. Unterhaus. Das ist dieser Club, etwas außerhalb. Die haben so ‘nen Schwulentag am ersten Samstag, aber da sind auch immer welche, die nur gucken wollen. Frauen sind auch da. Ist locker. Wir gehen hin, stellen uns an die Bar, sehen wen wir kriegen können.“

Er malte es aus, eine schnelle, schmutzige Fantasie. Die laute Musik, die Körper, die sich im Dunkeln bewegten, die anonyme Möglichkeit, jemanden anzusehen und angesehen zu werden, ohne die ganze Vorgeschichte. Eine Frau mit langen Haaren, deren Haut nach Parfüm roch. Oder ein Mann mit breiten Schultern und harten Händen. Die Freiheit der Wahl.

„Und… und dann?“, fragte Alex. Seine Kehle war trocken.

Leon grinste dieses schiefe, gefährliche Grinsen. „Dann nehmen wir ihn oder sie oder sie beide mit und machen, was wir wollen. Hier, in deinem Zimmer, wenn die anderen weg sind.“ Er beugte sich vor, sein Atem war warm gegen Alex‘ Ohr. „Stell dir vor. Eine Frau. Du könntest ihre Titten anfassen, ihre Muschi lecken. Ich könnte ihr in den Arsch ficken, während sie dir einen lutscht. Oder so‘n älterer Typ, der weiß, was er tut. Der mich in die Knie zwingt und dir zuschaut, wie du es besorgst.“

Die Bilder, die Leon mit seinen groben, direkten Worten hervorrief, waren explizit und überwältigend. Alex fühlte, wie sich sein Schwanz in der engen Jeans regte, eine einfache, primäre Reaktion auf die rohe Fantasie. Es war schmutzig. Es war aufregend. Es hatte nichts zu tun mit den sanften Blicken zwischen Tom und Jonah auf dem Foto in seinem Handy.

„Das klingt…“, begann Alex.

„Verfickt nochmal geil“, beendete Leon den Satz für ihn. Er klatschte Alex auf die Schulter. „Also? Samstag?“

Ein Knoten löste sich in Alex‘ Brust, ein Knoten aus Scham und Zweifel, der monatelang dort gesessen hatte. Hier war ein Weg. Nicht nach innen zu blicken, in den schlammigen Spiegel seiner Unsicherheit, sondern nach außen. In die Welt. Eine Welt aus Muskeln und warmen Mündern und schweißiger Haut, eine Welt ohne Namen, ohne Erwartungen. Ein Abenteuer.

„Samstag“, sagte Alex, und seine Stimme klang fester, als er sich gefühlt hatte. Das Wort war ein Versprechen, eine Tür, die sich öffnete.

Leon strahlte, ein echtes, ungetrübtes Lächeln diesmal. „Perfekt. Dann können wir heute üben.“ Bevor Alex protestieren konnte, hatte Leon sich auf ihn gestürzt, küsste ihn tief und gierig, seine Hände zogen an Alex‘ T-Shirt. Es war kein zärtlicher Vorgeschmack, es war eine Feier, eine Bestätigung ihres Paktes. Sie landeten auf dem abgenutzten Stoff der Couch, ein Gewirr aus Armen und Beinen und suchenden Händen.

In dieser Nacht brauchte Alex das Wort nicht mehr. Das Wort war ein Plan geworden, ein Tag in der Zukunft, ein Ort namens Unterhaus. Die Frage nach seinem Sein war überschattet von der konkreten Frage, was er tun würde. Das war einfacher. Das war handhabbar. Als Leon ihn später, mit einem Kinn, das noch immer feucht von Alex war, anlächelte, empfand Alex kein schlechtes Gewissen. Nur eine erregende, brennende Neugierde, die wie Magensäure in ihm hochsprang. Samstag würde er Antworten finden. Nicht in seinem Kopf, sondern auf der Haut, in den Blicken Fremder, in der Dunkelheit eines Clubs.

Er schlief ein mit diesen Bildern im Kopf, und sie waren heller und verlockender als jedes Foto einer vergangenen Idylle.

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