Cover of The Deepest Dive

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A story about two chubby boys (otters in gay terms) in their mid twenties (at least 2500 words) about how they meet and them having sex (being as detailed and explicit as possible)

Chapter 163: Chapter 163

Der Hof roch nach verfaultem Gemüse und Urin. Alex’ Rücken presste sich gegen das kalte, nasskalte Mauerwerk, sein Herz hämmerte ihm bis in die Zähne. Neben ihm, kaum sichtbar im Schatten einer überquellenden Bio-Tonne, stand Leon reglos. Die Schritte auf der eisernen Feuertreppe waren direkt über ihnen stehen geblieben.

Eine Stimme, gedämpft und unhörbar, sagte etwas. Eine Antwort. Dann das Klicken einer Taschenlampe. Der weiße Strahal zuckte über den asphaltierten Boden, strich über die Mülltonnendeckel, verfehlte ihre Füße um Zentimeter.

Leon bewegte die Hand, ein winziger, abwärts gerichteter Schlag mit der Kante. Los. Jetzt. Sie krochen, nicht liefen, blieben im tiefsten Dunkel zwischen den Behältern, ihre Hände auf dem fettigen Asphalt. Der Lichtkegel tanzte hinter ihnen her wie ein ruheloses Geist. Eine Kellertür, halb offen, ein schwarzer Schlund neben den Tonnen. Alex schlüpfte hinein, Leon direkt hinter sich. Leon zog die Tür langsam zu, bis nur noch ein Spalt blieb. Der Rost an den Angeln knirschte leise.

Draußen betraten die beiden Männer den Hof. Ihre Schuhe knirschten auf dem Kies.

„Nichts.“

„Können nicht weit sein. Sie riechen nach Knast und Angst.“

Die Worte waren klar, sachlich, jagdfroh. Alex spürte, wie sich Leons Atem in seinem Nacken vor Wut heiß anfühlte.

Dann wieder Schritte. Weiter weg. Zur Straße hin.

Sie warteten. Eine Minute. Zwei. In der Dunkelheit des Kellers roch es nach Moder, nach altem Kohlenstaub. Irgendwo tropfte Wasser monoton in einen unsichtbaren Pfütze.

„Sie kennen die Videos“, flüsterte Leon. Sein Mund berührte fast Alex’ Ohr. „Jede Sekunde. Also kennen sie unsere Gesichter. Unsere Körper. Wie wir stöhnen. Wie wir kommen.“

„Sie kennen die Vergangenheit“, korrigierte Alex, kaum hörbar. „Sie wissen nicht, was wir jetzt tun.“

Er tastete sich vorwärts. Seine Hände trafen auf Regale, leere Flaschen, etwas Weiches, das wie ein verrottender Sack nachgab. Eine zweite Tür, innen verbrettert. Eine dritte, die nach außen führte. Sie stand einen Spalt offen. Sie drängten sich hindurch und fanden sich in einer engen, gepflasterten Gasse wieder, die hinter einer Reihe von Garagen verlief. In der Ferne blinkte das Rot der Ampel einer Hauptstraße.

Sie rannten nicht. Sie gingen schnell, entschlossen, ihre Köpfe gesenkt, zwei Schatten, die in der Unschärfe der Nacht untertauchten. Sie nahmen keine öffentlichen Verkehrsmittel. Taxis waren Augen. U-Bahnen waren Fallen. Ihre Füße führten sie instinktiv zurück in die Mitte, durch das labyrinthische Netz von Hinterhöfen und Gewerbebrackwasser, das sie von ihren Streifzügen als Jugendliche kannten. Eine geografische Seele, die jetzt ihr einziges Kapital war.

Irgendwann, als der Himmel über den Schornsteinen zu grauen begann, brachen sie in eine verlassene Schlosserei ein. Ein eingeschlagener Fensterflügel hinter einem Container. Der Raum war riesig, hohl und voller gespenstischer Maschinensilhouetten. Öl, Metall und der süßliche Geruch von Schneidflüssigkeit lagen in der Luft.

In einer abgeteilten Ecke, eine ehemalige Büroecke, fanden sie eine zerschlissene Büroletage und einen ausgedienten Schreibtischstuhl. Leon ließ sich auf den Boden sinken, den Rücken gegen die blau gestrichene Wand. Sein Gesicht war im Dämmerlicht aschfahl.

„Siebenunddreissig Videos“, sagte er laut. Die Zahl hallte leise in der Werkhalle wider. „Ein Beweismittel, das uns lebenslang wegsperrt. Oder tot.“

„Es ist ein Hebel“, sagte Alex. Er blieb stehen, die Hände in den Taschen seiner dünnen Jacke vergraben. „Krause hat sie als Absicherung gesammelt. Gegen seine Bosse. Das heißt, die Bosse wollen sie vernichten. Die Staatsanwaltschaft will sie haben. Wir sind der lebendige Schlüssel zu beiden Seiten.“

Leon schloss die Augen. „Wir sind ein verdammtes Gift. Und jeder will die Flasche in der Hand halten.“

Die Kälte kroch aus dem Betonboden in ihre Knochen. Die Adrenalinwelle war abgeebbt und ließ eine tiefe, zittrige Leere zurück. Und etwas anderes. Die erzwungene Nähe der Flucht, die gemeinsame, atemlose Jagd, hatte die dünne Schicht Zivilisation, die sie im Gefängnis bewahrt hatten, endgültig abgeschält. Da war nur noch das blanke, biologische Überleben. Und ihr gegenseitiges Wissen.

Alex sah Leon an, wie er da mit geschlossenen Augen an der Wand lehnte, die langen Wimpern dunkle Halbmonde auf seine eingefallenen Wangen warfen. Da war eine perverse Vertrautheit in dieser Verwahrlosung. Sie teilten denselben Schweißgeruch, dieselbe Todesangst im Mund, dieselbe tickende Zeitbombe im Blut.

Er trat vor ihn hin. Sein Schatten fiel auf Leons Gesicht.

Leon öffnete die Augen. Keine Überraschung. Nur eine stumpfe, erwartungsvolle Erkenntnis.

„Wir haben nichts mehr, was wir verlieren können“, sagte Alex. Seine Stimme war rau von der kälte und dem Staub. „Nur das hier. Das was übrig ist.“

Er kniete sich vor Leon hin, ihre Knie berührten sich. Er legte seine Hände auf Leons Oberschenkel, spürte das Zittern der angespannten Muskeln durch den dünnen Joggingstoff. Leon starrte ihn an, sein Atem ging schneller.

„Zeig mir das Gift“, zischte Leon. „Zeig mir, was in den Videos ist.“

Alex’ Hände fuhren nach oben, griffen in den Bund von Leons Hose und Unterhose, zogen beides in einem ruckartigen Bewegungen nach unten. Leons halb steifer Schwanz sprang frei, lag bleich und verletzlich auf seinem dürren Unterleib. Die kalte Luft ließ ihn pulsieren.

Ohne Vorrede, ohne Spucke, beugte Alex sich vor und nahm ihn in den Mund. Er umschloss ihn komplett, seine Zunge presste gegen den unteren Teil des Schaftes, während er mit einem brutalen, hungrigen Ruck seines Kopfes begann, ihn tief in seinen Rachen zu nehmen. Es war keine Lustbezeugung. Es war eine Besitzergreifung. Eine Bezichtigung. Der salzige, scharfe Geschmack von Schweiß, Urin und Vorsekret füllte seinen Mund.

Leon stieß ein keuchendes, halb ersticktes Stöhnen aus. Seine Hände fuhrtem in Alex’ kurze Haare, krallten sich dort fest, nicht um ihn zu führen, sondern um sich festzuhalten. Sein Kopf schlug gegen die Wand. „Ja… so… genau so waren die Videos…“, würgte er. „Du… dein gieriges Maul… auf jedem verdammten Schwanz…“

Alex intensivierte das Tempo, seine Lippen waren ein strammes Siegel um die Basis, sein Hals öffnete sich widerstandslos für jeden stoß. Seine eigenen Hände öffneten seine Hose, holten seinen eigenen, steinharten Schwanz hervor. Er wichste sich, synchron zu den Bewegungen seines Mundes, eine rohe, abgehackte Mechanik.

„Sie haben gesehen… wie du es liebst… jemanden in deinen Rachen zu würgen… bis du würgst…“, hechelte Leon, seine Hüften hoben sich jetzt, stießen in den feuchten, saugenden Hohlraum. „Hab’s gesehen… auf Krauses Laptop… du warst so verdammt leer dabei… wie eine Maschine…“

Die Worte trafen Alex mitten ins Mark, entfachten eine perverse Hurerei in ihm. Er nahm Leon tiefer, spürte, wie die Eichel seinen Rachenreiz traf. Sein eigener Griff wurde brutaler, die Reibung fast schmerzhaft. Er wollte diese Erniedrigung. Er wollte, dass Leon sie aussprach. Dass er den Spiegel vorhielt.

„Und du!“, fauchte Alex, als er für eine Sekunde Luft holte, sein Mund glänzte feucht. „Du… mit den Frauen… dein widerliches Grinsen… während du sie von hinten genommen hast… als wären sie Fleisch… hab dich gesehen…“

Er spuckte einen großen, dicken Schleim auf Leons Schwanz, schmierte ihn mit der Hand ein, bevor er ihn wieder in den Mund stieß. Die schmatzenden, würgenden Geräusche hallten in der verlassenen Werkstatt wider.

Leon war vollkommen hart, eine dunkle, geschwollene Ader pochte wütend. „Sie haben alles! Jedes Arschficken! Jedes Blasen! Jedes erniedrigende Wichsen in die Ecke!“ Er zog Alex’ Kopf fest an sich, begann wild in seinen Mund zu stoßen, jedes Wort ein abgehackter Stößer. „Und sie werden es einem Richter zeigen! Einem Geschworenen! Deiner verdammten Mutter!“

Der Gedanke, das sterile Neonlicht eines Gerichtssaals, die verzweifelte Miene seiner abgewandten Mutter, das klinische Starren der Geschworenen auf die kruden Ausschnitte ihrer Körper – es jagte einen elektrischen Schlag reiner, enthemmter Scham through Alex. Sein Orgasmus kam wie ein Erdbeben, unkontrollierbar und gewaltsam. Mit einem erstickten Schrei spritzte er sein Sperma über den schmutzigen Betonboden, während sein Hals sich um Leons eindringenden Schwanz krampfte.

Der Zusammenzug, die heiße, pulsierende Enge, rissen Leon mit. Er schrie auf, ein rawhes, tierisches Geräusch, und explodierte in Alex’ Rachen, schoss ihm heiß und bitter die Speiseröhre hinunter. Alex schluckte, würgte, schluckte wieder, ließ nichts übrig, als Leon sich zitternd in ihn entleerte.

Sie brachen auseinander. Alex hustete, aus seinem Mund rann eine Mischung aus Speichel und Sperma über sein Kinn. Leon lag zusammengesackt da, sein Schwanz schmutzig und verbraucht auf seinem Bauch, sein Blick leer zur Decke gerichtet.

Lange Zeit war nur ihr keuchender Atem zu hören.

„Die Videos sind die Macht“, sagte Alex schließlich, seine Stimme war heiser vom Missbrauch. Er wischte sich das Kinn mit dem Ärmel ab. „Wir müssen sie den Richtigen geben. Oder allen. Aber wir müssen sie zuerst finden.“

Leon drehte den Kopf zu ihm. In seinen Augen glomm ein neues, gefährliches Feuer. Nicht Wut. Kalkül. „Krause ist tot. Die Festplatte ist bei der Staatsanwaltschaft.“

„Aber Kopien existieren“, sagte Alex. „Krause war kein Idiot. Er hatte einen Plan B. Eine Versicherung. Irgendwo.“

„Anke“, sagte Leon.

Alex schüttelte den Kopf. „Sie war vor Angst gelähmt. Sie hat nichts. Aber sie kannte sein System. Sie wusste, wie er dachte.“ Er zog seine Hose hoch, seine Bewegungen waren steif. „Wir müssen zu seiner Wohnung. Bevor die Polizei alles versiegelt.“

„Es wird bewacht sein.“

„Dann beobachten wir. Wir warten. Wir sind gut im Warten.“ Alex stand auf, seine Beine fühlten sich an wie Gummi. „Und wir holen uns die Medikamente. Ich nehme meine nicht. Aber sie sind ein Werkzeug. Ein Grund, um in eine Apotheke zu gehen. Um Linien zu ziehen.“

Leon richtete sich ebenfalls auf. Die Brutalität ihres Aktes schien ihn nicht geschwächt, sondern auf eine seltsame Art geklärt zu haben. Eine Entscheidung war gefallen. Sie wussten jetzt, was sie waren: keine Opfer, keine Flüchtigen. Sie waren eine lebendige Waffe, die ihren eigenen Sprengkopf suchte.

Sie verließen die Schlosserei durch ein anders Fenster, als sie gekommen waren. Die Morgendämmerung wusch den Himmel in ein schmutziges Graugelb. Irgendwo in der Stadt, in einem versiegelten Beweissafe, existierten siebenunddreißig Videos ihrer Erniedrigung. Und irgendwo, in den Tiefen von Krauses paranoider Psyche, musste der Schlüssel zu ihnen liegen.

Sie schlugen die Richtung ein, die sie kannten. Die Richtung, aus der sie gekommen waren.

Die Richtung, aus der sie gekommen waren, führte sie in das nervöse, graue Herz des Morgens. Die Stadt erwachte in stoischen Routinen, mit Bäckereifahrern und Müllwerkern, die ihre apathischen Blicke durch zwei weitere junge Männer in abgewetzten Klamotten gleiten ließen. Alex spürte den eiskalten Schweiß im Nacken gefrieren, während der eklige Geschmack von Leon in seinem Rachen zu einer beständigen, würgenden Erinnerung verkrustete.

„Die Apotheke am Kottbusser Tor öffnet um acht“, sagte Leon. Seine Stimme war flach. „Die sind diskret. Die fragen nicht.“

„Sie fragen immer“, korrigierte Alex. Sein Magen zog sich zusammen. „Wir brauchen eine Geschichte. Und Bargeld.“

Leon blieb stehen, sein Atem bildete kleine Wolken. Sein Blick hing an einem obdachlosen Mann, der in einer Hauseingangsnische hinter einem Karstadt-Katalog kauerte. „Wir haben nichts. Nur das.“ Er meinte ihre Körper. Ihre Geschichte. Das Gift.

„Dann ist das unsere Währung“, sagte Alex und ging weiter.

Sie fanden Krauses Straße. Es war eine ruhige, bürgerliche Gegend, gesäumt von grellen Jugendstilfassaden. Nummer vierundfünfzig war ein sandsteinfarbenes Dreistöck, mit einem kleinen Vorgarten, der jetzt mit Polizeiabsperrband überkreuzt war. Die Haustür war geschlossen, aber das Blaulicht war weg. Ein Zivilwagen, ein grauer Golf, parkte schräg gegenüber. Darin saß ein Mann, der in eine Zeitung vertieft schien.

„Das ist kein Bulle“, murmelte Leon. Er lehnte sich in den Hauseingang eines Nachbargebäudes, zog die Kapuze tief ins Gesicht. „Bullen schlafen nicht in ihren Autos, wenn eine Beweismittelsicherung läuft. Die sind drin und wühlen durch den Scheiß.“

„Sonderkommission für Korruption vielleicht“, sagte Alex. Aber er gab Leon recht. Der Mann hatte die Hutablage nach vorne geklappt, um sich zu verstecken. Ein Profi. „Einer von Krauses Leuten. Der sucht dieselbe Versicherung.“

Ein kurzes, vibrierendes Summen ließ sie beide zusammenfahren. Es kam von Alex’ Jackentasche. Das alte Handy. Es konnte nur eine Nummer sein. Er zog es heraus, sah auf das Display. Unbekannt. Er drückte es an sein Ohr.

„Wer?“

„Die Praktikantin.“ Es war eine junge, überhastete Frauenstimme, gefüllt mit einer Mischung aus Ekel und einer seltsamen, aufgeregten Pflicht. „Anke hat mir Ihre Nummer gegeben, bevor sie... Bevor sie festgenommen wurde. Ich habe nicht viel Zeit.“

Alex machte Leon ein Zeichen. Beide spitzten die Ohren. Die Gasse war still. „Was wollen Sie?“

„Die Videos. Sie sind krank. Abscheulich.“ Sie verschluckte sich. „Ich musste sie sichten. Alle. Ich habe Sie gesehen. Beide. Die Sachen, die Sie getan haben... mit den anderen Insassen...“ Ihre Stimme brach.

„Sagen Sie, worauf Sie hinauswollen“, schnauzte Alex. Seine Finger umklammerten das Telefon weiß.

„Krause hatte einen Cloud-Speicher. Passwortgeschützt. Die Festplatte ist nur eine lokale Kopie. Wenn Sie das Passwort haben... Sie haben Zugriff auf alles. Sie können es löschen. Oder veröffentlichen.“ Sie holte tief Luft. „Ich will nur, dass dieses Material verschwindet. Das Passwort ist ein Ort. Ein Ort, der für ihn alles bedeutete. Wo er unantastbar war.“

„Welcher Ort?“, fragte Leon, der sich jetzt dazugedrängt hatte, sein Ohr nahe am Hörer.

„Ich weiß es nicht. Er hat es nur in einem Protokoll erwähnt. ‚Mein Kindheitszimmer‘.“ Die Verbindung wurde rauschiger. „Ich muss auflegen. Sie überwachen die Leitungen. Viel Glück. Sie... Sie brauchen es.“

Das Klicken der aufgelegten Leitung war endgültig. Alex steckte das Telefon langsam weg. Sein Gehirn ratterte. „Sein Kindheitszimmer. Das ist nicht hier. Das ist irgendwo in der Provinz. Für uns unerreichbar.“

„Aber jemand wohnt da“, sagte Leon. Seine Augen wurden schmal. „Jemand, der ihm nahe stand. Der vielleicht das Passwort weiß. Oder anderweitig geholfen hat.“

Ihr Blick wanderte synchron zurück zum grauen Golf. Der Mann bewegte sich jetzt, strich sich müde über die Augen. Er hatte dieselbe Idee. Er wartete nicht auf die Polizei. Er wartete auf jemanden, der nach Hause kam.

„Wir brauchen einen Namen“, sagte Alex. „Eine Adresse.“

„Die Apotheke“, sagte Leon entschieden. „Erst die Medikamente. Dann brechen wir in das Auto ein, wenn er weg ist. Dort finden wir, was wir brauchen.“

Die Logik war unangreifbar. Sie waren eine Maschine geworden, die nur in eine Richtung laufen konnte: vorwärts, in den Abgrund hinein.

Die Apotheke roch nach sterilem Alkohol und Heilkräutern. Der Apotheker, ein Mann mit traurigen Augen und einem gelben Pullover, musterte sie über den Rand seiner Brille.

„Wenn Sie ein Rezept hätten, müsste ich es sehen“, sagte er vorsichtig.

„Unser gesamte Gepäck wurde gestohlen“, log Alex. Seine Hände zitterten leicht, was die Geschichte glaubwürdiger machte. „Die Medikation ist dringend. Wir haben HIV. Die Erstverpackung aus der JVA ist für eine Woche. Wir brauchen den Folgerezept-Block.“ Er hielt den leeren, weißen Karton der JVA in die Höhe, wie einen Talisman.

Der Apotheker sah ihn lange an, dann Leon. Sein Blick verriet ein mattes, professionelles Mitleid, vermischt mit der nüchternen Abwägung eines Geschäftsmannes. „Ohne Rezept kann ich Ihnen nur die selbstzuzahlenden Generika geben. Die sind teuer. Und ich brauche Ihre Personalien für die Dokumentation.“

„Kein Problem“, sagte Leon und legte zwei hundert Euro-Scheine auf die Theke. Gefundenes Geld aus einer anderen, früheren Lebenszeit. Der Apotheker verschwand nach hinten.

Sie standen da in dem grellen Neonlicht, umgeben von Regalen voller Pflaster und Hustensaft, zwei lebendige Seuchenherde. Eine ältere Frau neben ihnen rückte unwillkürlich weg. Alex spürte den dumpfen Druck der Tablettenbox in seiner Innentasche. Ein Werkzeug. Ein Teil des Köders.

Draußen vor dem Fenster der Apotheke blieb eine Frau stehen. Sie war Mitte vierzig, hatte strenge blonde Haare und trug einen tintenblauen Mantel. Sie starrte direkt auf Alex. Ihre Augen weiten sich in einem Schock, der sofort in eisige Anerkennung umschlug. Sie kannte ihn.

Alex erkannte sie nicht. Aber ihre Reaktion war wie ein offenes Buch. Sie war eine der Siebenunddreißig. Welche Nummer? Die Krankenschwester? Die Anwältin? Sein Gehirn suchte fieberhaft ab, während sein Blick dem ihren begegnete und sie nicht losließ.

Sie drehte sich abrupt um und ging schnell davon, die Absätze klackten hart auf dem Pflaster.

Leon, der die Szene verfolgt hatte, packte Alex am Arm. „Nummer dreiundzwanzig? Die mit den Armbändern?“

„Das spielt keine Rolle“, sagte Alex, aber sein Puls raste. Sie war ein lebendiger Zeuge, der jetzt in der wilden Welt war. Ein Beweis, der laufen konnte.

Der Apotheker kam zurück, gab ihnen eine kleine Tüte und einen quittungsblock. Leon fälschte die Namen mit groben, unleserlichen Strichen. Sie verließen den Laden, die Tüte wie eine heiße Kohle in Alex’ Hand.

Der graue Golf war weg.

Sie liefen zur Stelle zurück. Der Bürgersteig vor Krauses Haus war leer. Die Absperrbänder flatterten im Morgenwind.

„Er ist hinter der Frau her“, sagte Leon. Die Erkenntnis traf sie gleichzeitig. Der Mann im Wagen hatte die Frau im blauen Mantel gesehen, hatte ihre Reaktion auf Alex registriert. Jetzt jagte er eine neue Spur.

Sie hatten keine andere Wahl. Sie mussten in die Wohnung. Jetzt.

Die Hinterfront des Hauses war zugänglich über einen schmalen, verwilderten Grundstückstreifen. Ein Kellerguckloch war mit einem morschen Holzbrett vernagelt, das nachgab, als Leon sein ganzes Gewicht dagegen warf. Der splitternde Knall hallte zu laut wider. Sie warteten. Stille.

Der Kellergeruch war anders hier. Nicht nach Kohle, sondern nach Reinigungsparaffin und altem Papier. Sie stiegen eine knarrende Holztreppe hinauf, in den Wohnflur. Die Tür zum Wohnzimmer war offen.

Das Chaos war geordnet, behördlich. Möbel waren verrückt, Schubladen ausgezogen, Teppiche hochgeklappt. Aber die Polizei hatte gesucht, was sie erwartete: Dokumente, Geld, offizielle Beweise. Sie suchten nicht wie ein Paranoiker.

Es dauerte zehn Minuten. Alex fand den Safe. Er war hinter einem Bad-Heizkörper versteckt, eine kleine, moderne Box in Wandstärke. Verschlossen. Leon durchsuchte das Schlafzimmer, die Schränke, kippte eine Kommode um. Nichts.

„Sein Kindheitszimmer“, wiederholte Alex wütend und trat gegen die Wand. Der Schmerz schoss durch seinen Fuß. „Ein verficktes Foto. Ein Andenken. Irgendetwas!“

Leon stand reglos im Badezimmer und starrte auf den Spiegel. Darauf klebte, mit einem Lippenstift, eine hastige, verwischte Notiz. Sie bestand aus einer Reihe von Zahlen und Buchstaben. Sie hatten sie übersehen, weil sie wie ein Einkaufszettel aussah.

B57, 4/121, W69, DE7

„Das ist kein Einkaufszettel“, sagte Leon. Seine Stimme war voll konzentrierter Ruhe. „Das ist ein Schließfach. Bahnhof Zoo. Zellen B57, Reihe 4, Fach 121. Das ist der Ort. Wo er unantastbar war.“

„W69, DE7?“, fragte Alex.

„Der Code“, sagte Leon. Ein kaum merkliches Zucken ging über sein Gesicht. „Wir müssen zum Bahnhof.“

Sie verließen das Haus durch den Kellereingang, schlugen einen Bogen durch die Gärten. Vor dem Hauptbahnhof Zoo, im Herz des Bahnlärm und der proletarischen Hektik, erstarrten sie. „Zwei Optionen“, kalkulierte Leon. „Wir gehen rein, riskieren Kameras, Security, alles. Oder wir warten bis zur Sperrstunde und brechen ein.“

„Wir können nicht warten“, sagte Alex. Er hatte das Gefühl, als würde das Netz um sie herum bereits zuschnappen. Die Frau im blauen Mantel. Der Mann im Golf. Anke in ihrer Zelle. „Jeder, der dabweiß, wird eingesammelt. Wir müssen jetzt.“

Sie kauften billige Basecaps am Kiosk, zogen sie tief ins Gesicht. Der Schließfachraum lag im Untergeschoss, ein steriler Raum mit endlosen Reihen grauer Metallkästen und dem konstanten Surren etwa Fluoreszenzröhren. Ihre Schatten waren verloren unter dutzenden anderen.

Fach 121 war auf Augenhöhe. Leon stellte sich davor, seinen Körper als Schirm für Alex zu benutzt, der den Kombinationsschloss prüfte.

W69. DE7. Die Buchstaben ließen sich auf Zahlen rückführen. W sechsundzwanzig. Dad vier, E fünf. Nicht ganz richtig. Alex‚ Hirn brannte. Er versuchte es mit der alphabetischen Position. W - 23. D - 4, E - 5.23-4-5.

Er drehte die Zahlen: 23 rechts, 4 links, 5 rechts. Ein sanftes, befriedigendes Klicken ertönte. Das Türchen schwappte einen Spaltbreit auf.

Drin lag keine Festplatte. Es lag eine dicke, Kuvert aus bräunlichem Packpapier. Darin fand Alex ein schlankes, schwarzes USB-Stick und ein handschriftlicher Zettel. Krauses Handschrift war spitz und arrogant.

Für den Fall, das ich unfreundlich aufgehoben werde. Wer mich dreht, Atmer oder unsere Panther draußen - man findet hier die intimste Familienfotos. Blumige Grüße

Panther. Das must have das Codewald für seine höheren Auftraggeber. Alex steckte den Stick ein, das Kuvert verschwand in seiner Jacke. Sein Herz jab gegen seine Rippen wie ein gefangener Vogel. Sie hatten es. Die Waffe. Die Absicherung.

Als sie sich für die Wendung back to exit swinged, stand der Mann aus dem grauen Golf direkt vor ihnen. Er versperrte den en ausgrin zu stairs. Breit gebaut, Glatze, das Sonnenbrille put-slate. Next to ihm, eher klein, machte num rotbleiches asche. Ihre Armb bandmanna made wa-q. BANDIT. SAN NICLARE. Anast sound manage harmonyjɒff boss qualifications info joke Nobody complskipung shopping.

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