Cover of The Deepest Dive

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A story about two chubby boys (otters in gay terms) in their mid twenties (at least 2500 words) about how they meet and them having sex (being as detailed and explicit as possible)

Chapter 150: Chapter 150

Neunzehn. Es war keine große Zahl, aber sie erschien wie eine Schwelle. Das erste Jahr ihrer vermeintlichen Erwachsenenwelt war um, ein zyklisches, unpersönliches Amt, das Staatsbürgerschaft und hohe Alkoholstrafen brachte. Nichts hatte sich geändert, aber Leon bestand darauf, es zu feiern. „Um etwas Normales zu tun“, sagte er, während er zwei Flaschen billigen Wodka aus dem Rewe-Regal zog. „Wie normale Leute.“

Normal. Das Wort schwebte zwischen ihnen wie ein unbekanntes Insekt. Sie hatten es noch nicht gefangen, aber sie versuchten, seine Bewegungen zu imitieren.

Sein Zimmer, jetzt offiziell ihr Zimmer, roch noch nach Desinfektionsmittel vom Piercing, das jetzt drei Wochen alt war. Die Rötung war weg, nur das metallische Glitzern blieb, ein permanenter, intimer Stern in ihrem Kosmos. Leon zeigte es nie, außer Alex gegenüber. Es war ihr Geheimnis, ihr gemeinsamer Grundbesitz, den sie zu besichtigen pflegten, wie Landwirte ihr bestes Stück Land.

Der Abend begann langsam. Sie tranken Wodka mit warmem Orangensaft aus Plastikbechern. Der erste Schluck war ein Feuerstreifen, der zweite schon Gewohnheit. Sie saßen auf dem Bett, Rücken an die Wand gelehnt, Beine ausgestreckt. Der Fernseher lief stumm, eine alte Komödie, deren Bilder über ihre Gesichter flackerten ohne Eindruck zu hinterlassen.

„Prost auf dich“, murmelte Alex und hob seinen Becher. „Mögest du nie so werden wie die anderen.“

Leon lachte, ein kurzes, trockenes Bellen. „Zu spät.“ Er kippte sein Getränk. Sie füllten nach. Die erste Flasche war zur Hälfte leer, als das Klingeln in ihren Köpfen begann, ein sanftes, elektronisches Summen, das die Kanten der Welt verschwimmen ließ. Die Wände atmeten. Der muffige Teppichboden fühlte sich weich an unter ihren Socken.

„Sag mal“, Alexs Zunge war schon schwer, „tut das noch weh? Wenn du steif wirst?“

Leon zögerte, dann schüttelte er den Kopf. „Nein. Nur... man spürt es. Die Schwerkraft. Ein kleines Gewicht. Es zieht. Ist komisch. Gut komisch.“

„Zeig her.“

Leon stand etwas wackelig auf, knöpfte seine Jeans auf, ließ sie samt Boxershorts auf die Knien rutschen. Sein Schwanz war schlaff, aber der vertikale Barbell aus Titan schimmerte im TV-Licht. Alex beugte sich vor, berührte das kühle Metall mit der Fingerspitze. Er gab einen leisen, klirrenden Ton von sich, als er es sankt anhob und wieder fallen ließ.

„Sieht aus wie ne Türklinke“, grinste Alex blöd.

„Fick dich“, lachte Leon und schob ihn spielerisch zurück aufs Bett. Er ließ seine Hose ganz runter, trat aus dem Haufen Stoff. Nackt bis auf die Socken stand er vor Alex. „Deins jetzt.“

Alex zog sich ebenfalls aus. Die Luft war kühl auf ihrer Haut, aber der Alkohol wärmte von innen. Sie sahen sich an, diese beiden vertrauten, ausgelaugten Körper, die nun etwas gemeinsam hatten, das über Narben und Erinnerungen hinausging. Ein Projekt.

Die zweite Flasche wurde geöffnet. Sie tranken jetzt ohne Saft, kleine Schlücke direkt aus der Flasche, die sie sich hin- und herreichten. Der Wodka brannte nicht mehr, er war nur noch eine ölige Wärme, die ihre Gedanken in weiche, ungefährliche Watte packte. Alles war weiter weg. Die Uni. Die leeren Donnerstage. Die braunen Umschläge, die sie nicht mehr brauchten.

Sie spielten Musik von Leons Laptop, irgendeinen düsteren Elektro-Puls, der durch den Raum hämmerte und ihre Herzschläge überlagerte. Leon begann zu tanzen, ein seltsames, schleppendes Wackeln mit seinen Hüften, bei dem der Piercing ständig wippte. Alex beobachtete ihn, ein stumpfes, zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht. Dann stand auch er auf. Sie tanzten zusammen, ungeschickt, Körper, die aneinander stießen und sich wieder lösten, Berührungen, die zufällig und doch absichtlich waren.

Irgendwann, als die Musik in ein surrendes Downtempo überging, küssten sie sich wieder. Es war weniger zaghaft als das erste Mal. Der Wodka machte ihre Mäuler weich, ihre Zungen geschmeidig. Der Geschmack war scharf und süß von den Orangenresten. Alex’ Hände fuhren über Leons Rücken, hinunter zu seinen Pobacken. Er drückte zu, zog ihn näher. Ihr erigiertes Fleisch rieb aneinander, und dazwischen, dieses harte, fremde Stück Metall.

„Spürst du das?“, keuchte Leon zwischen den Küssen. Seine Hände gruben sich in Alex’ Haare.

„Ja.“

„Willst du...?“

„Ja.“

Sie wankten zum Bett, fielen mehr als sie sich legten. Die Matratze gab unter ihrem kombinierten Gewicht nach. Alex lag auf dem Rücken, Leon neben ihm, auf der Seite, sein Gesicht von Alkohol und Begierde gerötet. Leon beugte sich über ihn, sein Mund wanderte von Alex’ Lippen zu seiner Brust, zu seinem Bauch. Dann nahm er Alex’ vollen, hart pochenden Schwanz in den Mund.

Das Gefühl war intensiver als je zuvor. Nicht nur die Wärme, die Feuchtigkeit, die rhythmischen Bewegungen von Leons Zunge. Es war das kalte, regelmäßige Klackern des Metallstabs gegen Alex’ Schambein, jedes Mal, wenn Leon seinen Kopf vor- und zurückschob.Klack. Klack. Klack. Ein metallisches Metronom zur orchestralen Feuchtigkeit von Leons Mund. Alex stöhnte, seine Hände griffen in die dunklen Locken. „Scheiße, Leon... das Ding...“

Leon hörte nicht auf. Er nuckelte, saugte, nahm ihn tiefer, bis Alex gegen seine Rachenwand stieß. Der Würgreflex kam, ein Beben durch Leons Körper, aber er hielt durch, seine Augen tränten.Klack. Klack. Alex’ Hüften hoben sich vom Bett, er begann, in den feuchten Rhythmus hineinzustoßen, nicht heftig, aber bestimmt. Leon ließ es geschehen, seine eigenen Hände griffen zwischen seine Beine, begann, sich selbst zu wichsen, den Piercing fest zwischen seinen Fingern.

„Hör auf“, stieß Alex hervor, „ich komm gleich. Will nicht so.“

Leon ließ mit einem letzten, schmatzenden Laut von ihm ab. Sein Mund glänzte feucht. „Wie dann?“

Alex drehte sich um, schob Leon auf den Rücken. Er ging dazwischen, kniete sich über Leons Hüften. Sein Loch, das für Wochen nur noch eine schmerzhafte Erinnerung gewesen war, fühlte sich jetzt nicht wie eine Wunde, sondern wie ein Ziel an. Sie hatten Gleitgel neben dem Bett stehen, jetzt eine ständige Einrichtung wie die Zahnpasta. Alex nahm eine große Portion, schmierte sich grob ein, fühlte den kalten Druck seiner eigenen Finger. Dann nahm er mehr, rieb es über Leons Schwanz, umspielte dabei den Barbell, der jetzt steil und fest stand.

„Das wird wehtun“, sagte Leon, seine Augen waren glasig, aber fokussiert.

„Ist doch egal.“ Alex positionierte sich. Die große, pralle Eichel, gekrönt von dem Metall, berührte seinen Eingang. Der Kontrast war absurd – das weiche, sensible Fleisch und der harte, kühle Stab. Er ließ sich sinken.

Der Schmerz war sofort da. Scharf, brennend, anders als alles von Fremden. Es war seins. Der Ring drang zuerst ein, ein sich ausdehnender, fremder Kreis, der sich durch seinen engsten Muskel zwängte. Alex stieß einen erstickten Schrei aus, blieb einen Moment stocksteif oben, die Tränen schossen ihm in die Augen. Leon unter ihm krümmte sich ebenfalls, sein Gesicht war eine Grimasse aus Lust und ungewollter Aggression.

„Fick, Alex... du bist so eng...“, stöhnte Leon. Seine Hände umklammerten Alex’ Hüften, die Knöchel weiß vor Anstrengung.

Alex atmete stoßweise aus, gewöhnte sich an die ungewohnte, zerrende Fülle. Dann begann er sich zu bewegen. Ein langsames Heben und Senken. Jeder Millimeter war eine Offenbarung. Der Stab schien an bestimmten Stellen zu haken, zu reizen, einen scharfen, elektrischen Schmerz auszulösen, der direkt in sein Gehirn einschnitt. Es war keine einfache Penetration. Es war eine Präzisionsfolter, ein chirurgischer Eingriff in seine Lust. Und sie gehörte ihm. Ganz ihm.

„Mehr“, knurrte Leon. Er hob seine Hüften, stieß von unten nach. Die Bewegung jagte den Barbell noch tiefer, rieb ihn gegen Alex’ Prostat. Ein Blitz schoss durch Alex, halb Wahnsinn, halb Ekstase.„Ja! Genau da! Dieses Scheißteil... fühl es!“

Alex setzte das Tempo, wurde heftiger. Das Bett schlug gegen die Wand im Rhythmus ihrer Stöße. Klack-thump. Klack-thump. Ihre Körper waren schweißgebadet, eine einzige, stinkende, brillant funktionierende Maschine. Alex vergaß alles. Den Wodka. Den Geburtstag. Die letzten zwei Jahre. Es gab nur dieses Ziehen, dieses Brennen, dieses kalte, klare Signal in seinem Inneren, das sagte: Das hier ist deins. Das hier ist echt.

Leon’s Stöhnen wurden zu Schreien. „Ich kann nicht... ich halt’s nicht aus...“ Seine Hände rasten zu Alex’ Schwanz, der zwischen ihnen hin- und herschlug, und begann ihn grob zu wichsen, im Takt zu ihren Bewegungen. Es war zu viel. Zu viel Stimulation, zu viel Schmerz, zu viel Alkohol, zu viel Wahrheit.

Alex’ Orgasmus brach aus ihm heraus wie ein gestauter Fluss, der einen Damm durchbricht. Sein Körper verkrampfte sich, sein Samen spritzte in weißen, zuckenden Fontänen über Leons Bauch und Brust, vermischte sich mit deren Schweiß. Der krampfhafte Druck seiner inneren Muskeln um den Fremdkörper trieb Leon über die Kante. Leon schrie, ein rauer, unbändiger Laut, als er in Alex kam, sein eigenes Sperma durch den Tunnel des Piercings gepresst, ein warmer Strom, der das Metall innen aufheizte.

Sie erstarrten. Einen langen, zitternden Moment. Dann kollabierte Alex auf Leon, sein Gesicht in dessen nackter Schulter vergraben. Sie atmeten gemeinsam, ihre Lungen kämpften um Sauerstoff in der stickigen Luft. Der Geruch war überwältigend: Sperma, Schweiß, Wodka, Sex.

Langsam, vorsichtig, schob Leon ihn ab. Er zog sich heraus. Das Gefühl des Verlustes, des plötzlichen Leerseins, war fast schmerzhafter als die Penetration. Etwas Kaltes und Feuchtes lief an Alex’ Oberschenkel hinunter. Sie lagen nebeneinander, regungslos, blickten an die geschwärzte Decke.

„Normal“, krächzte Leon nach einer ewigen Minute. Seine Stimme war völlig heiser.

Alex begann zu lachen. Ein leises, stoßweises Kichern, das aus seiner Brust aufstieg und sich in ein heftiges, unkontrolliertes Gelächter verwandelte. Leon stimmte ein. Sie lagen nackt, verdreckt und vollkommen fertig in ihrem WG-Zimmer und lachten wie Verrückte, bis ihnen die Tränen über die schmutzigen Wangen liefen und der letzte Rest Wodka als bittere Galle in ihren Kehlen aufstieg.

Draußen ging die Sonne eines gewöhnlichen Sonntags auf. Sie bemerkten es nicht. Sie waren neunzehn. Sie waren zusammen. Und irgendwo zwischen dem Schmerz und dem Gelächter war ein neuer Grund entstanden, so fragil und hart wie das Titan in Leons Fleisch.

Und irgendwo zwischen dem Schmerz und dem Gelächter war ein neuer Grund entstanden, so fragil und hart wie das Titan in Leons Fleisch.

Das Lachen verstummte so abrupt, wie es begonnen hatte. Es hinterließ eine hohle Stille, die nur von ihrem keuchenden Atem ausgefüllt wurde. Die Decke war ein schwarzes Nichts über ihnen. Alex’ Schwanz lag schlaff und klebrig auf seinem Bauch, ein merkwürdig fremdes Anhängsel. Er hatte keinen Orgasmus wie diesen gekannt. Er war aus ihm herausgerissen worden, ein Akt der gewaltsamen Extraktion, bei dem sein eigener Körper kaum beteiligt zu sein schien.

„Scheiße“, flüsterte Leon. Seine Stimme war nur ein ausgedünnter Hauch. „Das war… irgendwas anderes.“

„Ja.“ Mehr fiel Alex nicht ein. Sein Innenleben fühlte sich ausgespült und neu verkabelt an. Jedes nervöse Zucken in seinem Arschloch erinnerte an den Pfad des Fremdkörpers. Er wagte nicht, sich zu bewegen.

Leon drehte den Kopf. Sein Profil war im Halbdunkel ein scharfes Relief aus Müdigkeit und Nachklang. „Hat’s… hat’s dir gefallen? So? Ohne dass du richtig steif warst?“

Alex musste einen Moment lang denken. Die Frage hatte ein Gewicht, das über die Zimmerecke hinausreichte. Sie kroch zurück zu den schmutzigen Bildschirmen, zu den anonymen Fotos, zu dem hemmungslosen Drang, etwas zu fühlen – irgendetwas. „Es war nicht zum Vergnügen“, sagte er schließlich. Die Worte klangen wahr und deshalb gefährlich.

Leon nickte langsam, als verstehe er genau diese Unterscheidung. Er setzte sich mit einem Stöhnen auf, sein Piercing glitzerte matt im Dämmerlicht. Das Sperma auf seinem Trocknenden war bereits eine glänzende, klebrige Schicht. „Ich hole ein Handtuch.“

Er wankte zur winzigen Wohnungsecke, wo ein zusammengeknülltes Handtuch über der Heizung hing. Seine Bewegungen waren langsam, fast bedächtig. Als er zurückkehrte, rieb er Alex’ Bauch ab, dann seinen eigenen. Die Berührung war sachlich, routiniert, aber nicht lieblos. Es war eine Pflegehandlung.

„Willst du noch was trinken?“, fragte Leon. Die zweite Wodkaflasche lag halb leer auf dem Boden.

„Nein. Der Kopf dröhnt mir schon.“

Sie blieben noch eine Weile liegen, bis die Kälte der verdunstenden Feuchtigkeit sie zum Zittern brachte. Wortlos zogen sie sich die Decke hoch, kuschelten sich zusammen, ihre Körper passten sich aneinander an wie zwei schmutzige Puzzle-Teile.

Wortlos zogen sie sich die Decke hoch, kuschelten sich zusammen, ihre Körper passten sich aneinander an wie zwei schmutzige Puzzle-Teile. Alex’ Gesicht war in den Halswinkel von Leon gepresst, atmete den scharfen Geruch von Sex und schalem Wodka ein. Leon’s Arm lag schwer über seiner Brust, eine bleierne Barriere gegen den Rest der Welt.

„Dein Herz hämmerst immer noch“, murmelte Leon, seine Lippen bewegten sich gegen Alex’ Schläfe.

„Das liegt an dem Scheiß-Gehämmer in meinem Arsch“, kicherte Alex, sein Atem war immer noch abgehackt. Das Kichern erstarb. Er dachte an die Explosion in seinem Becken, das fremdgesteuerte Loslassen. „Ich war nicht mal richtig steif.“

Leon schwieg für eine lange Minute. Seine Hand bewegte sich langsam, streichelte über Alex’ Brustkorb hinunter zu seiner weichen, erschlafften Männlichkeit. Er berührte sie sachte, fast forschend. „Tut mir leid?“

„Nein.“ Die Antwort kam zu schnell. „Es war… es war in Ordnung. Es hat funktioniert.“

„Aber es war anders.“

„Alles ist anders.“

Sie lagen schweigend da, bis das erste fahle Licht des Morgens durch die Ritzen der Jalousie kroch und schmutzige Streifen über den Kleiderberg auf dem Boden warf. Die übliche Übelkeit des Katters begann sich einzustellen, ein flaues Vibrieren in den Schläfen, ein metallischer Geschmack auf der Zunge. Alex musste pissen. Er stolperte aus dem Bett, sein Körper protestierte mit jedem Muskel. Beim Blick in den Spiegel über dem Waschbeeken sah er ein Gesicht, das ihm fremd vorkam – blass, mit dunklen Ringen unter den Augen, aber einer gewissen Ruhe in der Blickrichtung. Er sah nicht verhext aus. Er sah aus wie jemand, der eine Grenze überschritten hatte und wusste, es gab kein Zurück.

Als er zurückkam, lag Leon auf dem Rücken und starrte an die Decke. Der Titanstab war unter der dünnen Decke als kleine, harte Erhebung sichtbar.

„Was jetzt?“, fragte Leon, ohne den Blick zu wenden.

„Wir schlafen. Wir wachen auf. Wir trinken Wasser. Wir machen irgendwann den ganzen Scheiß hier weg.“ Alex meinte den leeren Wodkaflasche, die schmierigen Handtücher, die weggeworfenen Kleider.

„Das meine ich nicht.“

„Ich weiß.“

Alex stieg wieder ins Bett. Die Kälte der Laken war eine unangenehme Überraschung. Sie lagen wieder Seite an Seite, aber nicht mehr aneinandergekuschelt. Ein paar Zentimeter Bettlaken, die sich wie eine Schlucht anfühlten.

„Das mit dem Piercing“, begann Alex, seine Worte tastend. „Es war, als ob… als ob du die ganzen Donnerstage in dich reingesteckt hättest. In dein eigenes Fleisch. Und jetzt hast du sie bei dir. Immer.“

Leon drehte sich zu ihm um. Seine Augen waren rot geädert, aber wach. „Ja. Vielleicht. Und wenn sie in mir sind, müssen wir nicht mehr danach suchen. Bei anderen.“

„Aber du hast sie mir heute trotzdem gegeben. Dieses… Gewicht.“

„Weil du es brauchst.“ Leons Stimme wurde leise, aber nicht sanft. „Weil ich weiß, dass du dieses spezielle Gefühl brauchst. Diesen speziellen Schmerz. Jetzt kann ich ihn dir geben. Jederzeit. Ohne dass wir uns diese ganzen Lügner aus den Apps angraben müssen.“

Alex spürte, wie sich sein Magen zusammenzog. Es war keine Angst. Es war Erkenntnis. Ein furchtbarer, klarer Deal. Leon hatte sich zu seinem persönlichen Werkzeug umgebaut. Ein lebendiges, atmendes, liebendes Werkzeug, das genau den einzigartigen, zerstörerischen Trost kannte, den er benötigte. Der Ring war ein Versprechen und eine Falle. Das Schlüsselwort im letzten Satz hatte „liebend“ gelautet. Das war das Beunruhigendste.

„Das ist krank“, sagte Alex, ohne Überzeugung.

„Alles ist krank“, antwortete Leon. Er drehte sich wieder zur Decke. „Aber es ist unser Kram. Nur unserer.“

Der Schlaf, der sie schließlich übermannte, war traumlos und tief wie ein Abgrund. Sie wachten am frühen Nachmittag auf, mit trockenen Mäulern und pochenden Schädeln. Sie erledigten ihr kleines Programm: Wasser, Ibuprofen, stummes Anstarren der weißen Wohnungswand. Dann räumten sie auf. Sie wischten die klebrigen Flecken vom Laminat, warfen die verdreckten Handtücher in den überfüllten Wäschekorb, spülten die leeren Flaschen aus und stellten sie fürs Pfand in eine Tüte.

Bei dieser letzten, banalen Handlung hielt Alex inne. Die Flasche glitzerte in seiner Hand. Er sah zu Leon hinüber, der gerade versuchte, das zerknüllte Laken glattzuziehen.

„Es war ein guter Geburtstag“, sagte Alex.

Leon ließ das Laken fallen. Er lächelte, ein schiefes, ehrliches Ding, das seine müden Augen erhellte. „Ja. War es.“

In den folgenden Tagen schleppte sich das Semester wieder heran. Sie gingen zu Vorlesungen, schrieben Mitschriften, die sie später kaum lasen. Der braune Umschlag auf dem Kühlschrank verstaubte. Er war jetzt ein Relikt, ein Fossil aus einer vergangenen Epoche ihrer Angst. Sie war nicht weg, die Angst. Sie hatte nur ihre Form geändert. Sie war jetzt kleiner, lokalisierter. Sie saß in dem Ring.

Donnerstage kamen und gingen, ohne dass die Apps geöffnet wurden. Stattdessen wurde es ihr Abend. Ihr Ritual. Manchmal fing es nachts an, wenn sie vom Lernen oder vom billigen Bier im Park benebelt waren. Ein Blick genügte. Ein Nicken. Dann ging einer von ihnen duschen, und der andere holte das Gleitgel aus der Schublade.

Es war nie wie der erste, betrunkene Geburtstagsfick. Es wurde routinierter, aber nicht weniger intensiv. Alex’ Körper lernte die Eigenarten des Fremdkörpers kennen, aber er gewöhnte sich nie daran. Das war der Punkt. Manchmal, meistens, kam er tatsächlich, während Leon ihn fickte, sein eigener Schwanz hart und fordernd zwischen ihnen. Aber hin und wieder, besonders wenn sie erschöpft oder deprimiert waren, passierte es wieder: Leon trieb ihn über die Kante, während er selbst nur halb steif war, ein passiver, fast schlaffer Empfänger einer gnadenlosen, inneren Stimulation.

„Warum machst du das?“, keuchte Alex bei einer dieser Gelegenheiten, sein Rücken bog sich auf allen Vieren, als Leon ihn von hinten nahm, langsam und tief. „Warum willst du sehen, dass ich so komme?“

Leon hielt inne, sein Körper verschmolz für einen Moment mit Alex’. Seine Hände umklammerten Alex’ Hüften. „Weil es echt ist“, flüsterte er, sein Atem war heiß an Alex’ Nacken. „Bei allen anderen… da war es nur Theater. Nur Schmerz. Aber das hier… du gibst mir alles. Deine ganze kaputte Reaktion. Dein ganzes verkümmertes Vergnügen. Das ist echt. Das gehört mir.“

Er stieß wieder zu, ein einziger, brutaler Stoß, der den Ring genau dorthin trieb, wo er ihn haben wollte. Alex schrie auf, sein Samen spritzte nutzlos auf das Laken unter ihm, sein Körper zuckte in einer Empfindung, die näher an einem nervösen Zusammenbruch lag als an einem Orgasmus. Leon kam kurz darauf in ihm, ein leises, triumphierendes Stöhnen ausstoßend.

Später, unter der Dusche, wusch Leon ihn ab. Seife und Wasser liefen über Alex’ zitternde Beine. Leon küsste sein Schulterblatt. „Alles okay?“

Alex lehnte den Kopf gegen die kalten Fliesen. Er schloss die Augen. „Ja.“

Es war die Wahrheit. Es war auch eine Anklage. Aber es war ihre Wahrheit. Sie wuschen den Scheiß ab und gingen ins Bett. Draußen, jenseits ihres Fensters, pulsierte die Stadt mit normalen Leben, mit normalen Paaren und normalen Schmerzen. Sie lagen im Dunkeln, Finger ineinander verschränkt, und hörten dem entfernten Verkehr zu. Der Ring war ein unsichtbares Gewicht zwischen ihnen, ein Anker, der sie in den eigenen, seltsam ruhigen Tiefen ihres gemeinsamen Sumpfes hielt. Es war kein guter Ort. Aber es war, zum ersten Mal seit Jahren, ein Ort, der ihnen allein gehörte.

Der nächste braune Umschlag kam einen Monat später. Er war weiß. Er lag im Briefkasten, adressiert an „Bewohner“. Es war eine Aufforderung zur Nachtestung, eine routinemäßige Erinnerung der Gesundheitsbehörde. Leon nahm ihn heraus, betrachtete ihn mit einem leeren Gesicht. Dann, ohne ein Wort, zerriß er ihn in saubere, weiße Streifen und ließ sie wie Konfetti in den Mülleimer unter dem Spültisch regnen. Alex beobachtete ihn dabei. Er sagte nichts. Er holte zwei Bier aus dem Kühlschrank. Sie tranken sie auf dem Balkon, während die Abendsonne die Backsteinfassaden blutig rot färbte.

Es war still. Es war friedlich. Es war der Beginn von etwas, das sie noch nicht benennen konnten, etwas, das nach vorne roch, statt nach den vergrabenen Dingen hinter ihnen. Alex’ Hand fand Leon’s Hand auf der kalten Balkonbrüstung. Ihre Finger verhakten sich. Sie tranken aus. Sie gingen rein. Die Tür schloss sich hinter ihnen, und für diese Nacht war der Kreis wieder geschlossen.

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